Für Georg Popp ist Wasser wie das tägliche Brot. "Ohne Wasser geht's bei mir nicht", sagt der 64-jährige Kapitän der SC Neptun, der nach 20 Jahren in Nürnberg frische Seeluft brauchte. Darum hat er sich dazu entschieden, den Anlegeplatz zu wechseln. Ab dieser Saison wird er nun in Forchheim an der Regnitzbrücke in See stechen. Popp hat bereits vor einigen Jahren gemerkt, dass der Standort Nürnberg nicht mehr funktioniert: "Ich wollte schon früher Nürnberg verlassen, jedoch war meine Frau sehr an Nürnberg gebunden."

Doch er wusste, dass der Tapetenwechsel von Nöten war. "Man muss die Zeichen der Zeit erkennen und wenn es nicht mehr geht, muss sich etwas ändern", sagt er. In Nürnberg sei die Schifffahrt mit der Gastronomie gleichgestellt. Popp passt diese Entwicklung nicht so recht: "Die Gastronomie ist zwar wichtig, aber die Schifffahrt sollte immer noch im Vordergrund stehen."


Das Wasser ist seine Heimat



Ab 1. Mai wird Popp täglich Kurzstreckenfahrten auf der Regnitz herumschippern. Mittwochs und samstags geht Popp mit seiner Neptun zudem auf Fahrt ins knapp 30 Kilometer entfernte Bamberg. Die Südstrecken in Richtung Erlangen und Nürnberg möchte er meiden: "Da ist einfach viel zu Verkehr auf dem Wasser."
Die Wahrscheinlichkeit, dass die SC Neptun auch nach Saisonende im Oktober für weitere Jahre in Forchheim bleibt, ist laut Kapitän Popp gut. "Schon jetzt haben wir mehr Anfragen als das gesamte letzte Jahr in Nürnberg", erklärt er.

Sollte das Projekt Forchheim scheitern, wird Popp weiterschippern und einen neuen Anlegeplatz auf "seinem" Main-Donau-Kanal anvisieren. Wenn er einmal seiner Neptun ade sagen sollte, ist eines klar: "Ich bleibe beim Wasser wohnen. Dort bin ich aufgewachsen und dort soll es auch zu Ende gehen."