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Pottenstein
Brauchtum

Die Lichter in Pottenstein ziehen magisch an

Rund 20 000 Menschen bevölkerten am Dienstag Pottenstein bei der Lichterprozession zur Ewigen Anbetung.
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Auf den Felsen über Pottenstein loderten eindrucksvoll die Feuer.  Foto: Thomas Weichert
Auf den Felsen über Pottenstein loderten eindrucksvoll die Feuer. Foto: Thomas Weichert
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Das war rekordverdächtig. Laut Polizei kamen am Dreikönigstag rund 20 000 Besucher nach Pottenstein um die größte Lichterprozession dieser Art in Bayern mitzuerleben. Alleine 40 große Reisebusse wurden gezählt. Nach der Prozession kam es vor allem auf der Bundesstraße zu teilweise längeren Verkehrsstauungen.

Nachdem sich die Innenstadt bereits längst zuvor mit den Menschen gefüllt hatte, setzte sich pünktlich bei Einbruch der Dunkelheit um 17 Uhr der Prozessionszug der Gläubigen von der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus mit Fahnen tragenden Ministranten an der Spitze in Bewegung. Alle Pottensteiner Vereine nahmen mit ihren Fahnenabordnungen teil, und für die musikalische Umrahmung sorgte die Stadtkapelle Pottenstein. Im Zug durch die Stadt, an dem weit über 1000 Gläubige teilnahmen, waren auch Bürgermeister Stefan Frühbeißer, die Stadträte, Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk und einige Bürgermeister der Nachbargemeinden.

Stadtpfarrer Thomas Thielscher trug das Allerheiligste unter dem Baldachin durch die Stadt, flankiert von Fackel tragenden Feuerwehrleuten. Voraus mehrere weitere Geistliche aus den Nachbargemeinden. Vorbeter im Zug war Stadtrat Reinhold Thiem und zum zweiten mal wurden die Besucher kurz vor der Prozession in der Innenstadt per Lautsprecher über den Brauch der Ewigen Anbetung in Pottenstein informiert und auf den religiösen Kern der Lichterprozession eingestimmt. Nicht fehlen durften natürlich auch die Zunftfahnen und die verschiedenen Heiligenfiguren, die ebenso durch die Stadt getragen wurden. Erhellt wurde die Innenstadt auch von unzähligen Kerzen und Lichtern.

Premiere für zwei Schwestern

Das erste mal dabei die beiden Schwestern Ully und Nici Hanika aus Forchheim die sich am Tag zuvor mit ihrem Frauenstammtisch kurzfristig entschlossen hatten, bei einem Busunternehmer zu buchen. Beide waren noch nie in Pottenstein bei der Lichterprozession dabei und Ully Hanika hatte einen Vorbericht in einer Forchheimer Tageszeitung gelesen.

"Es ist eine schöne Atmosphäre und ich bin sehr beeindruckt, dass so viele Menschen gekommen sind, um das Lichterfest mitzuerleben", sagt Ully Hanika. Auch für ihre Schwester war die Vorfreude groß. "Man merkt richtig, dass ein Prickeln in der Luft liegt", meint Nici Hanika die sich gerade an einem Glühweinstand etwas aufwärmt. Nicht nur der Glühwein, auch die Bratwürste sind sehr gut, wie die beiden Schwestern meinen.

Rosemarie und Karlheinz Weidner sind ebenfalls mit dem Bus angereist. Sie kommen aus Bad Windsheim, kennen die Fränkische Schweiz sehr gut, aber an Dreikönig waren sie in Pottenstein noch nie dabei. Wie Karlheinz Weidner sagt, sind die Pottensteiner supernett und freundlich. Im Gasthaus am Rathaus 1 haben sie zu Mittag gegessen. Kaiserfleisch mit Knödeln für 7,50 Euro. "Das ist sehr preiswert, sagt Rosemarie Weidner. Danach waren sie noch beim Frosch-Bäcker in der Backstube und kosteten die guten Küchla und Krapfen.

In die Fränkische Schweiz zum Wandern und zum Baden kommen beide schon lange. Allerdings mehr nach Muggendorf und Streitberg wo man im Sommer auch in der Wiesent schwimmen kann, wie Karlheinz Weidner noch erzählt. Vor dem Bistro Kachelofen stehen wie viele Jahre schon Manfred Rother und sein Neffe Benjamin Rother und grillen auf Holzkohle Bratwürste und Steaks von Metzger Winkler aus Behringersmühle. Und die gehen diesmal weg wie die sprichwörtlich "warmen Semmeln", wie Manfred Rother sagt. Denn so viele Besucher gab es schon lange nicht mehr.

Etwa 130 Helfer waren dann auf den Berghängen rund um Pottenstein im Einsatz um die Feuer rechtzeitig zu Prozessionsbeginn wieder anzuzünden.

Am Sonntag im Fernsehen

Der Bayerische Rundfunk sendet am Sonntag, 11.Januar, ab 18 Uhr in der "Frankenschau" einen Beitrag zur Ewigen Anbetung in Pottenstein. Die Regie führte Christina Haas vom BR, eine gebürtige Gößweinsteinerin."

Der Brauch des "Lichterfestes", wie die Pottensteiner Lichterprozession im Volksmund heißt, geht historisch gesichert bis ins Jahr 1905 zurück. Damals wurde das Fest der Heiligen Drei Könige und der Tag zuvor als Tag der Ewigen Anbetung in Pottenstein festgelegt. Das Fest der Ewigen Anbetung an sich geht allerdings bis auf das Jahr 1759 zurück. tw


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