Wiesenttal
Haushalt

Die Gemeinde Wiesenttal hat nur noch Geld für das Pflichtprogramm

Der Marktgemeinderat Wiesenttal hat mit einer Gegenstimme den Haushalt des laufenden Jahres beschlossen. Besonders groß ist der finanzielle Spielraum der Gemeinde nicht.
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Für Bürgermeister Helmut Taut (FWW) ist der diesjährige Wiesenttaler Haushalt ein Etat ohne jeglichen Luxus, in dem gespart wird, wo es nur geht. Lediglich die unumgänglichen Preissteigerungen seien berücksichtigt worden. Für seinen Stellvertreter Konrad Rosenzweig (CSU) ist es ein Zahlenwerk, in dem die Personalkosten mit 0,893 Millionen Euro und einem Plus von 50 000 Euro sowie der Kassenkredit mit 1,2 Millionen Euro viel zu hoch ausfallen. Er war jedoch der Einzige, der im Marktgemeinderat gegen die Verabschiedung des Haushalts stimmte.
Wie Kämmerer Hans Müller darlegte, verzeichne der Verwaltungshaushalt bei den Steuereinnahmen sowie bei den Schlüsselzuweisungen und der Investitionspauschale erfreuliche Zuwächse, gleichzeitig aber seien bei der Kreisumlage und der Gewerbesteuerumlage teils deutliche Mehrausgaben zu beklagen.
Am Ende verbleibe eine freie Finanzspanne von 42 000 Euro, mit der man bei den anstehenden Investitionen (siehe Infobox) nicht besonders weit komme.

Konzepte gegen Wegzug

Bürgermeister Taut nannte den Etat einen Selbstläufer, denn er komme trotz hoher Investitionen fast ohne Neuverschuldung aus und bestehe nur aus Pflichtaufgaben oder schon länger vorgegebenen Investitionen. Trotzdem dürfe man sich nicht kaputtsparen. Vielmehr müsse man gemeinsam Überlegungen anstellen, wie zum Beispiel dem Wegzug junger Wiesenttaler hin zu ihren auswärtigen Arbeitsplätzen entgegen gewirkt werden kann .
Rosenzweig bezeichnete die finanzielle Situation der Gemeinde als extrem angespannt, die keinerlei Spielraum für Zukunftsinvestitionen oder notwendige freiwillige Leistungen lässt. Außerdem bemängelte er das immer noch fehlende Konzept für den Unterhalt des neuen Informationszentrums Naturpark Veldensteiner Forst/Fränkische Schweiz im Bahnhofsgebäude Muggendorf oder auch die Situation im Umfeld des Streitberger Bahnhofs. Dort müsse man auch künftig in Ermangelung eines Investors viel Geld ausgeben, könne aber den Mitarbeitern kein zeitgemäßes Bauhofgebäude zur Verfügung stellen.
Gemeinderat Gerhard Kraus (BGS) stellte abschließend ebenfalls fest, dass alleine die Pflichtaufgaben soviel Geld verschlingen, dass für andere Bereiche fast nichts mehr übrig bleibe. Hier müsse der Staat den Kommunen mehr unter die Arme greifen.

Die Eckdaten:
Gesamtvolumen 6,266 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 4,248 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 2,018 Millionen Euro)

Kreditaufnahme 0,295 Millionen Euro

Laufende Kosten
Kreisumlage 0,947 Millionen Euro; Personalkosten 0,893 Millionen Euro; Gebäudeunterhalt 0,282 Millionen Euro
Wichtige Einnahmen
Einkommensteueranteil 0,890 Millionen Euro; Gewerbesteuer 0,750 Millionen Euro; Schlüsselzuweisungen 0,669 Millionen Euro

Wichtige Investitionen
Abwasserentsorgung Wüstenstein 0,7 Millionen Euro; Kita Streitberg 0,203 Millionen Euro; DSL-Ausbau 0,2 Millionen Euro; Dorferneuerung Streitberg 0,150 Millionen Euro
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