Igensdorf
Kriminalität

Die Ermittlungen in Igensdorf gehen weiter

Die Vorwürfe gegen ihren Kämmerer beschäftigen die Gemeinde Igensdorf nach wie vor. Dessen Aufgaben in der Verwaltung wurden inzwischen an Mitarbeiter übergeben. Um Aufklärung bemüht sich auch der FC Stöckach.
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Das Igensdorfer Rathaus  Foto: fra-press
Das Igensdorfer Rathaus Foto: fra-press
Frisch aus einem Kurzurlaub zurück gekehrt, hatte Bürgermeister Wolfgang Rast (IU) kurzfristig eine nichtöffentliche Sitzung des Marktgemeinderates anberaumt, um mit seinen Markträten das weitere Vorgehen gegen den bisherigen Kämmerer Peter Heel abzustimmen, gegen den die Kripo und Staatsanwaltschaft Bamberg derzeit wegen des Verdachts der Untreue und Unterschlagung in einer Höhe von insgesamt 87.000 Euro ermittelt.

In einer Presserklärung machte der Bürgermeister jetzt deutlich, dass es dabei vor allem darum ging, im Gremium zu beraten, wie parallel zu der strafrechtlichen Seite disziplinarisch gegen den Beamten vorgegangen werden müsse. Dabei war von der Disziplinarstelle bei der Landesstaatsanwaltschaft zu hören, dass auch in diesem Fall zunächst die Unschuldsvermutung zu gelten habe, der Kämmer also erst als schuldig anzusehen sei, wenn er rechtskräftig verurteilt ist. Gleichzeitig aber müsse man auch den bisherigen Ergebnissen der Ermittlungen Rechnung tragen und überlegen, wie der Beamte "an anderer Stelle entsprechend seiner Ausbildung" weiter zu verwenden sei.

Vorerst Heimarbeit

Wie Rast erklärte, sei eine solche Weiterbeschäftigung in einer so kleinen Verwaltung aber problematisch, weshalb er im Einvernehmen mit der Landesstaatsanwaltschaft mit Heel vereinbart habe, dass dieser in Heimarbeit seine Rückstände abarbeiten und die Übergabe seiner Geschäfte an die Kollegen und Kolleginnen im Rathaus vorbereiten könne.

Gleichzeitig dazu beschloss der Marktgemeinderat in seiner Sondersitzung einstimmig, die Disziplinarbefugnisse der Gemeinde auf die Landesstaatsanwaltschaft in München zu übertragen, der dann das weitere Vorgehen in diesem Verfahren obliege - womit man seitens der Marktgemeinde allerdings auch keinen Einfluss mehr auf das weitere Verfahren habe.

Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass er in den vergangenen drei Wochen die erforderlichen Konsequenzen gezogen und zum einen die Geschäftsleitung wieder selbst in die Hände genommen, zum anderen die Bereiche Kämmerei und Personalverwaltung wieder getrennt und auf unterschiedliche Mitarbeiter verteilt habe.
Darüber hinaus wurden in der Rathausverwaltung zusätzliche Kontroll- und Sicherungsmechanismen eingeführt und Passwörter abgeändert, auch war man sich darüber einig, die derzeit vakante Kämmerei schnellst möglich wieder neu zu besetzen, um den Bürgern auch weiterhin den gewohnten Service im vollen Umfang bieten zu können.

Nur wenige Tage zuvor hatte sich der CSU-Ortsverband zu Wort gemeldet und eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Vorgänge um den bisherigen Kämmer gefordert. Auch hatte er sich dafür stark gemacht, künftig mögliche Kontrolldefizite rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Untersuchungshaft außer Vollzug

Oberstaatsanwalt Christopher Rosenbusch teilte dieser Zeitung gegenüber mit, dass er wegen der laufenden Untersuchungen durch die Kriminalpolizei derzeit keine Auskünfte zum Stand der Ermittlungen veröffentlichen könne, die für Peter Heel angeordnete Untersuchungshaft gegen Auflagen aber immer noch außer Vollzug gesetzt sei.

Auch die für den kommenden Montag, 15. Juni, um 19 Uhr anberaumte außerordentliche Mitgliederversammlung des FC Stöckach im Jugendraum des Vereinsheimes dürfte nach Informationen des FC-Vorsitzenden Uwe Zollikofer keine besonderen neuen Erkenntnisse über den früheren Vereinskassier Peter Heel bringen.

Loch in der Kasse

Nachdem die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen hat, konnte auch der für die Überprüfung der Geschehnisse extra ins Leben gerufene Arbeitskreis noch nicht so richtig mit seiner Arbeit beginnen. Nur so viel war dem Vereinsvorsitzenden zu entlocken: Entgegen ersten Einschätzungen, die zwar von Barabhebungen in Höhe von 22 000 Euro ausgegangen waren, für die aber im Nachhinein Belege auftauchten, so dass man annahm, dem FC Stöckach sei kein finanzieller Schaden entstanden, muss der Verein doch offenbar Verluste im vierstelligen Bereich beklagen.

Er werde bei der Versammlung am Montagabend jedenfalls versuchen, so Zollikofer, den Mitgliedern des FC-Stöckach einen umfassenden Überblick über das bisherige Geschehen um den Marktkämmerer und früheren FC-Kassier Peter Heel zu vermitteln.

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