Ebermannstadt
Fasching

Die Ebermannstadter Narren sind jung, kess und auch richtig witzig

Wer auf der Ebermannstadter Prunksitzung mit ätzenden Spitzen gegen Bürgermeister Kraus gerechnet hatte, sah sich getäuscht. So waren es besonders die jungen Künstler, die das Publikum begeisterten.
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Die Jugendgarde verband Grazie mit großem Bewegungstalent und Rhythmusgefühl. Fotos: fra-press
Die Jugendgarde verband Grazie mit großem Bewegungstalent und Rhythmusgefühl. Fotos: fra-press
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Was macht ein erfahrener Bürgermeister, wenn ihm Probleme wie eine zurückgetretene Feuerwehrführung, oder ein Edeka der auf und davon ist, über den Kopf zu wachsen drohen?
Er sorgt erst einmal für sein körperliches Wohlbefinden, nimmt einfach so 20 Kilo ab und vertraut ansonsten darauf, dass sich manches wieder von selbst einrenkt. Das jedenfalls verriet Bürgermeister Franz Josef Kraus (CSU) bei der Elferrrats-Prunksitzung im Ebermannstadter Sonnensaal dem närrischen Publikum.
Deutlicher wurde da schon Rainer Hutter als Protokoll-Führer, der da kund tat: "TaTü - TaTa, es steht bereit die Feuerwehr zu jeder Zeit, doch ein Beben nun die Leut' erschüttert, ist die Sache so zerrüttet."
Und weiter stichelte Hutter in Reimform: "Die Medien taten dies wohl kund, in Ebs da läuft es nicht mehr rund. Wogen sollte man schnell glätten." Sprach es und schenkte Bürgermeister Kraus einen stolzen Feuerwehrhelm samt dazugehörenden Feuerwehrauto als Spielzeug.

Wie wäre es mit Nacktbaden?

Nachdem der als talentierte Büttenredner ja bekannte Landkreischef Reinhardt Glauber (FW) wie auch CSU-Kollege Eduard Nöth das Schreckgespenst von Windrädern auf jedem umher liegenden Hügel aufgezeichnet hatten, erging sich Glauber auch noch lustvoll in dem Schreckensszenario eines unterirdischen "Wiesenttal-Highways".
Da bräuchte man ja nur für stolze drei Kilometer Tunnelverkehr den Bahnhof tiefer legen und darüber gleich noch ein Einkaufszentrum setzen, bei Rothenbühl einen Nacktbadesee aufstauen und hätte für Fischer und Angler auch gleich einen attraktiven Teich.
Nach so viel Zukunftsaussichten der ganz besonderen Art brauchte es dann schon die vielen hübschen Mädchen, um die Gäste in dem auf dem letzten Platz gefüllten Sonnensaal wieder auf schönere Gedanken zu bringen. Da brachte die Jugend- und die Elferratsgarde mit viel Anmut ihre in vielen Abendstunden antrainierten Figuren auf die Bühne.
Da ernteten aber auch schon die Kleinsten aus der Kindergarde mit ihrem herzerfrischenden Oktoberfestbummel viel Applaus und manch entzückten Zuruf. Bevor dann der Ebermannstadter Elferrat aus seinem großen Fundus gleich zwei Mal dem Nachwuchs in der Bütt eine Chance gab.
Da machten die beiden 13 Jahre jungen und mit einer großen Portion jugendlicher Schnoddrigkeit auftretenden Dana Müller und Milena Hetz ihren Standpunkt unmissverständlich deutlich: "Wir wollen was ändern, auch wenn ihr lacht, jetzt muss die Jugend an die Macht!"

Großer Applaus

Die 14-jährigen Julia Singer brillierte anschließend als Tanzmariechen. Und auch Julia Volkmann und Milena Kapp ernteten verdientermaßen viel Applaus für ihre Darbietungen. Da ist der Jugendbeauftragten Marion Tröger zudem ein besonderer Treffer gelungen, als sie die neunjährige Sarah Müller und die ein Jahr ältere Rebekka Maag in die Bütt holte.
Sichtlich gerührt war danach Elferratspräsident Horst Kiolbassa, als ihm für seine Jahrzehnte währende Arbeit im Ebermannstadter Fasching der Verdienstorden des Fasnachtsverbandes Franken überreicht wurde.
Mit den beiden "Ratschen" Maria Arneth und Elisabeth Schrauder und dem unverwüstlichen Peter Sandner ging ein herrlicher Ebermannstadter Faschingsabend so langsam dem Ende zu.
Ja, wenn da nicht noch mit "Stanislaus" in Person von Sitzungspräsident Gerhard Fickert eine närrische Legende im fränkischen Fasching an der Reihe gewesen wäre. Der drohte bei dieser Gelegenheit aber an, als Polizeibeamter in den Ruhestand zu gehen und dann auch den Karnevalisten in sich etwas mehr zurück zu nehmen.
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