"Die Baronin und die Sau" von Michael Mackenzie kam zur Aufführung. Hochkonzentriert schlüpften Andrea Gerhard in die Rolle der Baronin und Clarissa Knorr in die der scheinbar bemitleidenswerten Emilie. Emilie, ein im Schweinestall vertiertes Wesen, das die Baronin dort findet und beschließt, es zu erziehen und zu ihrer Zofe zu machen. Eine faszinierende Inszenierung zwischen zwei scheinbar extrem unterschiedlichen Wesen.

"Was auf den ersten Blick wie ein Stück über die erzwungene Wandlung eines primitiven zu einem dienenden Menschen anmutet, das entpuppt sich auf den zweiten als ein Stück über die Verwandlung einer unterkühlten Höhergestellten zu einem denkenden und fühlenden Menschen", heißt es sehr treffend in einer Ankündigung zu diesem Stück. Andrea Gerhard und Clarissa Knorr arbeiten diesen ursprünglichen Konflikt und seine Entwicklung hervorragend heraus. Die Inszenierung stammt von Jan Burdinski, die Musik als wesentliches Element von Hans Martin Gräbner.

Die sehr variablen Kostüme gestaltete Anna Busch, die Bühnenidee entwickelte Ulrich Reiter. Für Bühnenbild-Umsetzung und Technik zeichneten Werner Kühn und Joachim Obst verantwortlich.

Sehr unterschiedlich zu dieser bemerkenswerten Aufführung fiel denn auch die Reaktion des Publikums aus, das in der großen Zahl in der Region diese Form des Theaters weniger kennt. Einerseits war ein gewisses Befremden und Sepsis zu spüren, zum zweiten aber auch große Zustimmung. "Mal was anderes, nicht das normale volkstümliche Theater", lautete der Kommentar von Besucher Erich Kirsch, "allerdings bemerkenswert hintersinnig und anspruchsvoll. Ich habe es nicht bereut herzukommen. Die beiden sind Profis höherer Schauspielkunst". Baronin Cornelia von Aufseß, selbst Mitglied in der Vorstandschaft Fränkischer Sommer, fand es "mutig, so etwas hier zu bringen". Am Ende gab es tosenden Applaus für einen besonderen Abend. Sylvia Müller, als Organisatorin des Kulturprogramms der Gemeinde Obertrubach kann jedenfalls mit dem Ergebnis zufrieden sein.

Zwei Gelegenheiten sind noch gegeben, das Stück zu sehen, so am 6. August in Schloss Wiesentfels bei Hollfeld und am 9. August in Schloss Geyerswörth, Bamberg. gal