Ebermannstadt
Austausch

Deutsche Bratwürste schmecken einfach allen

Jugendliche aus aller Welt treffen anlässlich des 35. Internationalen Rotary-Jugendtreffens auf Burg Feuerstein aufeinander. Sie lernen dort Toleranz und knüpfen Freundschaften.
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Lebohang (l.) und Adarsh haben an einer kulinarischen Spezialität aus Deutschland schnell ihren Gefallen gefunden.Fotos: Lengenfelder
Lebohang (l.) und Adarsh haben an einer kulinarischen Spezialität aus Deutschland schnell ihren Gefallen gefunden.Fotos: Lengenfelder
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or dem Grill hat sich eine lange Schlange gebildet. Auch Lebohang aus Südafrika und Adarsh aus Indien stehen an, um sich ein Bratwurst-Brötchen mit Senf abzuholen. Darauf haben sich die Jugendlichen schon die ganze Zeit gefreut. "Das deutsche Essen schmeckt gut", findet Adarsh und beißt genüsslich in sein Brötchen.
Die beiden Jugendlichen sind Austauschschüler, die ein Jahr lang im Rahmen des Rotary-Austauschprogramms Deutschland besuchen und dort in Gastfamilien leben. Beide sind schon richtig dicke Freunde geworden. Zusammen mit 47 weiteren Jugendlichen nehmen die beiden gerade sechs Tage lang am Internationalen Rotary-Jugendtreffen auf Burg Feuerstein teil.
Immer mittendrin bei der Auftaktveranstaltung ist auch Walter Lippert. Er hat zusammen mit seiner Frau Roswitha das Treffen vor 35 Jahren ins Leben gerufen. Die Eheleute sind stolz, dass die Veranstaltung seitdem jedes Jahr derart viel Zuspruch findet. "Du musst etwas Gutes machen, hat meine Frau zu mir gesagt, als ich in unserem Verein damals zum Distrikts-Jugendleiter ernannt wurde", erinnert sich Lippert. Dann haben die Lipperts kurz überlegt und beschlossen: "Wir machen ein Jugendtreffen."

Lektionen in Toleranz

Aus der Idee ist etwas Gutes erwachsen. Das zeigt sich auch daran, dass es das Jugendtreffen auf Feuerstein nun schon seit 35 Jahren gibt. Zwölf Jahre lang haben die Lipperts dabei das Treffen völlig alleine organisiert und betreut. Manchmal wundert sich Lippert selbst ein wenig, wie sie das all die Jahre geschafft haben.
Heute werden sie von vielen Helfern und Betreuern unterstützt, die sich um das Wohl der Jugendlichen kümmern. Heute sind es vor allem der Rotary Club Forchheim und Rotary Club Fränkische Schweiz-Wiesenttal, die das Jugendtreffen tragen.

Die Lipperts helfen aber noch immer gerne bei "Kleinigkeiten" mit. Beispielsweise begleiten sie die jungen Leute nach Bamberg zu einer Stadtführung. "Auf Burg Feuerstein treffen viele unterschiedliche Kulturen zusammen", sagt Peter Sauer, der die Veranstaltung seit drei Jahren organisiert. In diesem Jahr sind Jugendliche aus 14 Ländern dabei: Argentinien, Australien, Brasilien, Deutschland, Finnland, Indien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Südafrika, Schweiz, Taiwan und den USA.
Die jungen Menschen kommen auf Feuerstein miteinander ins Gespräch und oft entstehen daraus Freundschaften.

Das hilft, Vorurteile abzubauen und ein Verständnis von Toleranz zu bekommen. "Die Jugendlichen lernen, mit anderen Nationen und Kulturen umzugehen", glaubt Sauer. Deshalb ist es den Veranstaltern wichtig, dass auch viele deutsche Jugendliche zu dem Treffen kommen.
Viele der Jugendlichen aus aller Welt, die ein Jahr lang in Gastfamilien verbringen, sprechen nach nur wenigen Monaten verhältnismäßig gut Deutsch. Auch bei Adarsh ist das so. Der 17-Jährige lebt seit September in Deutschland. "Ich habe auch schon Deutschkurse in Indien besucht, aber sprechen konnte ich es nicht", berichtet er. Es sei schon immer sein Traum gewesen, nach Deutschland zu reisen, sagt Adarsh.

Deutschland macht Spaß

Lebohang ist erst seit Anfang dieses Jahres hier in Deutschland. Trotzdem habe er schon viel gelernt und ein Gefühl für sein Gastland bekommen: "Ich interessiere mich sehr für die deutsche Kultur, aber auch die Sprache und die Geschichte", erzählt der 19-jährige Südafrikaner. Das obligatorische Haar in der Suppe findet er aber dennoch: "Aber hier ist es sehr kalt im Vergleich zu daheim."
Kurzfristig musste die Eröffnungsveranstaltung wegen der unsicheren Wetterlage in die Burg verlegt werden.

Aber auch ohne Lagerfeuer hatten die Teilnehmer viel Spaß. Eine Tradition beim Jugendtreffen ist es, dass alle Jugendlichen vor allen anderen Teilnehmern ihre Nationalhymnen singen müssen. Während manche ein wenig verlegen ihre Hymne anstimmten, sangen andere dagegen aus voller Kehle.
Lebohang bewies dabei wieder einmal seine umfassenden Sprachkenntnisse, denn die südafrikanische Hymne besteht aus gleich fünf Sprachen, die in Südafrika am häufigsten gesprochen werden.
In den kommenden Tagen erwartet die Jugendlichen ein buntes Programm. Sie besuchen Bamberg, Nürnberg, Forchheim und die Fränkische Schweiz, fahren Kajak auf der Wiesent und bekommen Unterricht in Umweltpädagogik. Deutschland kann richtig Spaß machen.
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