Wiesenthau
Jubiläum

Der gleiche Weg aufs Walberla wie vor 100 Jahren

Der Fränkische Albverein aus Nürnberg ist der gute Nachbar des Fränkische-Schweiz-Vereins. Ohne Streit teilt die Mittelfranken seit einem Jahrhundert die Interessen der oberfränkischen Heimatfreunde.
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Es war die Idee von Hauptwanderwart Jürgen Lange-Tropper, die Jubiläumswanderung des Fränkischen Albvereins (FAV), Hauptsitz Nürnberg, wieder so zu gestalten wie das schon am 5. Juli 1914 der Fall war. Deshalb machten sich die Mitglieder zu Fuß auf den Weg vom Bahnhof Kersbach zum "alten Pinzberg" mit seinen Fachwerkhäusern, wie n der damaligen Forchheimer Tagespresse zu lesen war. Von dort aus ging es weiter über Elsenberg und Dobenreuth zum Walberla.

Bei herrlichem Wetter strömten dieses Mal freilich viele Wanderer zusätzlich aus allen Himmelsrichtungen auf dem den Weg zur Walburgiskapelle. Von Leutenbach zog der örtliche Fränkische-Schweiz-Verein mit seinem Vorsitzenden Richard Roth auf den heiligen Berg der Franken. Am Ziel erwartete sie Michael Gehret, Pfarrer von Pinzberg und Wiesenthau, zu einer kurzen Andacht.

"Auf dem Berg kommen sich die Menschen näher", sagte der Geistliche. Angefangen von den zehn Geboten im Alten Testament gebe es dafür viele Beispiele.

Der Dank galt 100 Jahren des Bestehens des FAV, den schönen Wanderungen, der gemeinsamen Zeit und den Freundschaften, die dabei entstanden. Das ist wohl auch eine der Triebfedern für Agnes Herbert aus Schwabach. Sie ist das älteste Vereinsmitglied.


Fast ein Jahrhundert miterlebt

Mit 95 Jahren stieg Agnes Herbert von Kirchehrenbach den steilen Weg hinauf zum Walberla und zeigte sich nach der Andacht frohgelaunt. 24 Jahre diente sie dem Verein als Wanderführerin und ist heute immer noch dabei. Neben diversen Tipps zur Fitness mahnt sie, "immer auf den Körper zu hören" und offen zu sein für andere Menschen.

Zum Treffen auf dem Walberla kamen auch Landrat Hermann Ulm und sein Vorgänger Reinhardt Glauber, heute Vorsitzender des FSV-Hauptvereins. Anders als bei der ersten Wanderung vor 100 Jahren führte der Rückweg dieses Mal zum gemütlichen Beisammensein ins Gasthaus Egelseer in Wiesenthau. Damals ging es über Kirchehrenbach mit dem Zug nach Forchheim. Man besichtigte das Rathaus und die Kaiserpfalz und endete im "Schwan".


Blütezeit für Vereine

Der FAV hat sich im Hotel Roter Hahn in Nürnberg am 15. Mai 2014 gegründet. Eine Ära, in der das Vereinsleben in ganz Deutschland seine Blüte erlebte. Den Tourismus in Mittelfranken zu beleben, war sein Ziel, wie Präsident Stefan Schuster erläutert. Rund 4000 Mitglieder in ganz Mittelfranken gehören dazu. Nürnberg mit seinem Dachverband bringt es allein auf 1900.

"Regionale Konkurrenz mit dem Fränkische-Schweiz-Verein ist uns fremd", erläutert Hauptwanderwart Lange-Tropper. Man grenze regional aneinander an und ergänzt sich gegenseitig. Schwerpunktarbeit stellt unter anderem die Markierung von Wanderwegen dar. 160 ehrenamtliche Mitarbeiter stellen sich dafür zur Verfügung. 7380 Kilometer wurden über die ganze Zeit vom FAV markiert und so aufbereitet, dass Wanderer sie gut nutzen können.


Brennereitag am 19. Oktober

Landrat Ulm lud die Gäste im Namen des Landkreises Forchheim zum Brennereitag am Sonntag, 19. Oktober, ein. Der Vorsitzende des Tourismusvereins "Rund ums Walberla", Helmut Pfefferle, wies auf die Bedeutung des Wanderns im Tourismus hin, das 70 Prozent der Gäste nach der Statistik vorrangig wahrnehmen. Ein Thema blieb freilich noch offen, wie Schuster erwähnte. Demnach hatte er mit Reinhardt Glauber ausgemacht, den Traditionsweg vom Bahnhof Kersbach zum Walberla als eigene Route auszuzeichnen. Dass der Weg auf dem Terrain des FSV liegt, sehen beide nicht als Problem an.
Schuster verwies ergänzend darauf, dass geladene Gäste am kommenden Wochenende im Rathaus von Nürnberg den Geburtstag des FAV feiern werden. Dabei soll auch die Eichendorff-Plakette verliehen werden.




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