Großer Bahnhof für Pfarrer Anton Heinz zum Abschied: Die Stadtkapelle spielte auf, der Gesangverein sang und alle Pottensteiner Vereine verabschiedeten sich. Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) überreichte ein Pottenstein-Bild von Künstler Horst Welzel. Der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Andreas Körber und Kirchenpfleger Hans Böhmer schenkten ihm eine Pottenstein-Uhr. Und vom Dekanatsrat bekam er die Heilige Familie. Und von seinen Ministranten sogar ein persönliches Fotoalbum.
"Was sind schon fünf Jahre? Bevor man sich eingewöhnt hat, ist es schon wieder Zeit, wegzugehen", sagte Anton Heinz , der nach Sankt Martin in Bamberg wechseln wird. Während des Abschiedsgottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus spürte jeder, wie lieb die Pottensteiner und besonders die Ministranten Anton Heinz gewonnen hatten. Einige seiner Ministrantinnen hatten sogar Tränen in den Augen. Anton Heinz war zwar nur fünf Jahre Pfarrer in Pottenstein, aber er hat dennoch viel bewirkt. Kirchenpfleger Hans Böhmer listete zahlreiche Neuanschaffungen und Baumaßnahmen auf. Im Namen der Kirchenverwaltung dankte Böhmer für die Einsatzbereitschaft von Pfarrer Heinz und wünschte ihm viel Erfolg und Gottes Segen für seine neue Aufgabe.

Lob von allen Seiten


Pfarrer Heinz kümmerte sich auch um die Schäfchen von Hohenmirsberg und Elbersberg. Im gesamten Seelsorgebereich habe er die Spuren seines Engagements hinterlassen, lobte Andreas Körber.
Die Zusammenarbeit, so Körber, sei harmonisch und ertragreich gewesen. Besonders die würdevollen Gottesdienste blieben in Pottenstein allen im Gedächtnis.
"Diese fünf Jahre unserer Zusammenarbeit waren in jeder Hinsicht eine spirituelle Bereicherung", sagte der stellvertretende Dekanatsratsvorsitzende Franz Eller. Denn die Erfahrungen von Heinz aus der Kirche im Untergrund und der politischen Verfolgung hätten den Gläubigen viel an Einsicht in das Geheimnis des Glaubens geschenkt. "Aus Ihren individuellen Erfahrungen resultiert auch ihr persönlicher Glaube, der für viele von uns beispielhaft ist", so Eller, der Heinz bescheinigte, deshalb vor allem der Liturgiefeier eine besondere Würde verliehen zu haben. Bei Heinz spüre man, das er seine Berufung lebe und dadurch auch persönliche Erfüllung erlange, so Eller, der von einer "großen Lücke" sprach die Heinz im Dekanat hinterlassen werde. "Für uns waren es sehr schöne Jahre die uns steht`s große Freude bereiteten", sagte Ministrantin Manuela Kallus. Sie sagte, das die ergreifenden Predigten von Heinz die Erlebbarkeit und Schönheit der Liturgie zeigten. "Zu jeder Zeit war ein Termin für uns frei", so Kallus. Auch deshalb habe es immer viele Ministranten in Pottenstein gegeben. "Sie werden beeindruckende Erinnerungen hinterlassen", sagte Bürgermeister Stefan Frühbeißer. Heinz habe den Festen im Jahreslauf eine besondere Würde gegeben, betonte der Bürgermeister.

Die Pottensteiner Traumpfarrei


"Pottenstein ist meine Traumpfarrei", sagte Heinz, der daran erinnerte das er 1996 schon als Diakon in Pottenstein schon einmal wirkte und schon damals davon "geträumt" habe, hier einmal Pfarrer von Pottenstein zu werden. Vorher wirkte er sieben Jahre als Pfarrer in Forchheim und hatte noch keine Erfahrungen gemacht, wie es einem Pfarrer auf dem Land ergeht. "Der Priester darf sich nichts ersparen und Ziel war es für mich auch, mich bewähren zu können", so Heinz, der gestand, das er zwei Jahre gebraucht hatte, um sich in Pottenstein sesshaft zu fühlen. "Ich habe mich hier eigentlich daheim gefühlt und es war mir wichtig, hier Seelsorger zu sein", so Heinz, der betonte, das es in Pottenstein für einen Pfarrer viel Arbeit gab. Pottenstein sei auch wegen der Dreikönigsprozession etwas ganz Besonderes. "Ich bin stolz auf meine Ministranten und ich gehe mit Wehmut", so Heinz der jedem einzelnen ein "herzliches vergelt`s Gott" zurief. "Denn sie alle haben mir geholfen, mich aufzufangen", so Heinz, der zum Schluss allen Gottes Segen wünschte.