Weißenohe
Einsatz

Der Gott von Wolfgang Kuntze ist kein Buchhalter

Wolfgang Kuntze will die Welt zu einem besseren Ort machen. Deshalb hat der Pfarrer aus Weißenohe jetzt eine Stiftung für Familien ins Leben gerufen.
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Der Weißenoher Pfarrer Wolfgang Kuntze engagiert sich auch außerhalb der Kirche für seine Mitmenschen. Foto: Malbrich
Der Weißenoher Pfarrer Wolfgang Kuntze engagiert sich auch außerhalb der Kirche für seine Mitmenschen. Foto: Malbrich
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Wie sehr Wolfgang Kuntze die Menschen und deren Wohlergehen am Herzen hängen, erkennt man an drei Dingen. Erstens an seinem Beruf als Pfarrer in der Weißenoher Kirche St. Bonifatius. Zweitens an seiner Stiftung für junge Familien in Not. Und drittens an der Broschüre "Zukunft - durch den Glauben an einen Schöpfer", die Kuntze auf der Homepage von St. Bonifatius zum Herunterladen anbietet.
"Ich möchte damit Menschen aller Religionen und Menschen ohne Religion ansprechen und zum Nachdenken anregen. Aber auch Menschen, die keine theologische Bildung nur wenig Zeit haben, Bücher zu lesen", erklärt Kuntze seine Beweggründe.

Jeder Mensch sei in einem gleich. Er strebe nach Glück und einem sinnvollen und erfüllten Leben. Und wer diese Suche ernst nehme, stoße am Ende immer auf die Frage, ob es einen Gott gibt. Eine Antwort darauf bekommen sie im Alltag nur sehr selten, sagt Kuntze.
Auch die Medien erklärten sich hier für nicht zuständig. Sie zeichneten oft ein Bild ohne Gott. Ganz anders natürlich die Kirche. Sie setzt dort an, wo andere Einrichtungen aufhören. Alle, die nach Gott suchen oder an ihm zweifeln, versucht Kuntze mit seiner Broschüre zu unterstützen.
Gegliedert ist seine schriftliche Ausführung in vier Kapiteln, in denen er die Schicksalsgemeinschaft der Menschen aufzeigt, die Schöpfung als Spur Gottes erkennt und die Naturwissenschaft dem Glauben gegenüberstellt.

Menschliche Unzulänglichkeiten

Im letzten Abschnitt setzt sich Kuntze kritisch mit negativen Auswirkungen falsch verstandenen Glaubens und einem falschen Gottesbild auseinander. Jede Religion habe wahre Aussagen, in die sich aber menschliche Unzulänglichkeiten eingeschlichen haben, glaubt Kuntze. Diese müsse die Kirche und alle, die mit ihr zu tun haben, aber unbedingt aufgeben. "Die Kirche hat an Glaubwürdigkeit verloren, weil sie neuere Erkenntnisse nicht mit einbezogen hat", sagt Pfarrer Kuntze.

Aber auch das weit verbreitete Bild von Gott als Buchhalter, der gute oder schlechte Taten sofort quittiert, entspreche nicht der Wirklichkeit. In seiner Broschüre appelliert Kuntze an die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen und der Welt. Kuntze lebt diese Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen aber auch selbst.
Vor acht Monaten hat er die Stiftung "Junge Familien in Not" ins Leben gerufen. ( Kontonummer 99200; BLZ 763510 40 bei der Sparkasse Neunkirchen). Sie stellt Kinder bis zu drei Jahren in ihren Mittelpunkt. "Eine Gesellschaft muss Interesse daran haben, dass es den Menschen gut geht", sagt Kuntze.

Die Wahl der Eltern

Mit seiner Stiftung, die ihre Arbeit auf den Landkreis Forchheim beschränkt, möchte er bedürftigen Familien finanziellen Druck nehmen.
Sie sollen aus freien Stücken entscheiden können, ob sie Kind in die Krippe geben oder zu Hause aufziehen. " Es gibt Mütter, die aus finanziellen Gründen gleich wieder arbeiten müssen", weiß auch Kuntze. Ob es auch das Kind das Beste ist, bezweifelt Kuntze aber.
Bislang sind bei der Siftung allerdings nur 2200 Euro eingegangen. 200 Euro in Form einer Zustiftung und 2000 Euro als Spenden.
Aus seinen Gesprächen mit Peter Ehmann von der Caritas Forchheim weiß Kuntze, dass es im Landkreis viele bedürftige Familien gibt. Diese müssen sich an die Caritas wenden, um finanzielle Hilfe aus der Stiftung zu erhalten.

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