Forchheim
JOB  

"Der Erfolg macht mich sehr stolz"

Judith Kropfeld aus Röttenbach ist Landessiegerin des Bayerischen Leistungswettbewerbes des Deutschen Handwerks im Bereich Zahntechnik. Sie lernte ihr Handwerk in Forchheim.
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Judith Kropfeld gefällt, dass ihr Beruf "viel mit Feingefühl und Ästhetik zu tun" habe. Foto: Sabrina Friedrich
Judith Kropfeld gefällt, dass ihr Beruf "viel mit Feingefühl und Ästhetik zu tun" habe. Foto: Sabrina Friedrich
Eigentlich wollte Judith Kropfeld Lehrerin werden. "Die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen hätte mir sicher gefallen. Und natürlich die Ferien", scherzt sie. Gut, dass es sich die 21-Jährige anders überlegt und stattdessen den Beruf der Zahntechnikerin erlernt hat.
Denn für ihre praktische Gesellenarbeit, die den Abschluss ihrer Ausbildung beim Dentallabor "Dietzel & Rösch" in Forchheim bildete, wurde die Röttenbacherin nun ausgezeichnet. Zunächst wurde sie zur Kammersiegerin der Handwerkskammer Oberfranken im Bereich Zahntechnik gekürt und durfte so mit ihrer Abschlussarbeit beim Bayerischen Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks antreten.
Junge Handwerkerinnen und Handwerker aus allen Kammerbezirken und rund einhundert verschiedenen Berufen nahmen an dem Wettbewerb teil. Judith wurde in ihrem Beruf als Landessiegerin in Schweinfurt ausgezeichnet.
"Ich war total überrascht und habe mich sehr gefreut", sagt sie. "Natürlich wollte ich die Ausbildung gut abschließen, aber dass ich für meine Arbeit auch noch ausgezeichnet wurde, macht mich sehr stolz." Und damit nicht genug: Als Landessiegerin von Bayern wurde Judith zum Bundeswettbewerb zugelassen und ergatterte den siebten Platz.

Gefragtes Fingerspitzengefühl

Hinter ihrem Erfolg steckt jede Menge Arbeit, denn innerhalb von fünf Tagen musste die Zahntechnikerin als praktische Gesellenprüfung mehrere Prothesen mit unterschiedlichen Techniken herstellen. Doch das war kein Problem für Judith, die ihre Ausbildungszeit sogar von dreieinhalb auf zweieinhalb Jahre verkürzte. "An dem Beruf gefällt mir besonders, dass man so detailreiche Dinge herstellt und mit den Händen arbeitet. Es hat viel mit Feingefühl und Ästhetik zu tun. Jeder Patient ist anders und da kann man sich manchmal richtig reinfuchsen, bis alles perfekt ist." Judiths Vater hat ebenfalls Zahntechniker gelernt und ihre Mutter ist Zahnärztin. Das Talent wurde der jungen Röttenbacherin sozusagen in die Wiege gelegt. "Kunst war in der Schule mein Lieblingsfach, ich habe schon immer gerne gebastelt und rumgewerkelt", sagt sie. Nach ihrem Schulabschluss entschied sie sich spontan für die handwerkliche Ausbildung: "Ich dachte, dass ich es einfach mal ausprobiere und fand es dann total cool."

Zuschuss für den Meister

Der 1. März war Judiths erster Tag als Geselle bei "Dietzel & Rösch". Sie möchte auch weiterhin für das Forchheimer Labor arbeiten, Erfahrungen sammeln und weitere Techniken lernen. "Heutzutage wird viel am Computer konstruiert, alles wird ständig weiterentwickelt. Da gibt es immer etwas dazuzulernen."

Judith betreut Schulzirkusgruppe

Eigentlich habe sie noch Zahnmedizin studieren wollen, "aber der Beruf der Zahntechnikerin gefällt mir so gut, dass ich es vielleicht dabei belasse." Judith möchte sich aber trotzdem weiterbilden und möglicherweise den Meister machen. Entscheidet sie sich innerhalb von drei Jahren für diesen Schritt, kann sie durch ihre Auszeichnungen an einem Förderprogramm teilnehmen und einen Zuschuss von bis zu 5000 Euro für die Fortbildung erhalten. Wenn Judith mal nicht handwerklich aktiv ist, näht, bastelt oder komplizierte Prothesen für Zahnarztpatienten herstellt, betreut sie eine Schulzirkusgruppe an ihrer ehemaligen Schule in Erlangen. "Wir fahren zum Beispiel Einrad, machen Akrobatik oder turnen. Ein guter Ausgleich, wenn man den ganzen Tag nur sitzt", sagt sie und lacht.
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