Neunkirchen am Brand

"Den Laden zusammenhalten"

Ein gebürtiger Neunkirchener ist Abt des Klosters Plankstetten. Für das Leben dort hat sich Peter Sonnenberg vor 30 Jahren entschieden.
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Abt Beda Maria Sonnenberg Foto: privat
Abt Beda Maria Sonnenberg Foto: privat
Nur eine Sekunde zweifelte Peter Sonnenberg an seiner Entscheidung, ins Kloster zu gehen: Als er im Kloster Plankstetten aus seinem Fenster schaute und sich dachte, die jungen Menschen fahren nun mit Freunden in die Kneipe. Das gebe es für ihn nicht mehr, waren seine Gedanken damals.

Peter Sonnenberg wurde 2010 zum Abt Beda Maria Sonnenberg gewählt und geweiht und steckt in den Vorbereitungen für die Feier zum 100-jährigen Bestehen als selbständige Abtei am Sonntag, 9. Juli. Aufgewachsen ist Sonnenberg in Neunkirchen am Brand, er besuchte die Realschule in Gräfenberg und lernte zunächst Maschinenschlosser bei Siemens. Die technische Ausbildung kam ihm im Kloster schon mehrfach zugute, gerade bei den Renovierungsarbeiten. Anschließend besuchte Sonnenberg die Fachoberschule in Erlangen.

Die Gemeinschaft hat für ihn schon immer eine große Rolle gespielt. Als ein Freund 1986 ins Kloster Münsterschwarzach eintrat, konnte sich auch Peter Sonnenberg ein Klosterleben durchaus vorstellen. Er wollte nicht in die Mission und suchte deshalb ein anderes Kloster der Kongregation, das Kloster in Plankstetten, in das er am 5. Juli 1987, vor 30 Jahren, eintrat.

"Es ist ein Leben im meditativen Raum. Der Wechsel Gebet, Arbeit, Lesen und gemeinsames Essen", beschreibt Abt Beda den Tagesablauf. Einfach aus Langeweile ins Kino gehen, das geht nicht. Die Mönche haben keinen eigenen Besitz. "Wer ins Kloster geht, braucht nur einen Koffer. Wir sterben hier", sagt der Abt ohne Wehmut. Alles gehört der Gemeinschaft. "Jeder von uns ist arm. Gott sei Dank! Nichts haben ist eine Erlösung."

Die Tragweite des Klosterlebens kam während des Studiums zum Vorschein, denn die Entscheidung für das Kloster war eine Entscheidung gegen eine wissenschaftliche Karriere. Nach der FOS studierte Peter Sonnenberg Religionspädagogik und Theologie und schließlich weitere sechs Semester Theologie in München, erhielt dann das Lizentiat für Theologie und promovierte 2006. Mit 30 ist er zum Priester geweiht worden.


"Viele Menschen suchen Gott"

Abt zu werden, war eigentlich nicht sein Thema. Doch als der damalige Abt überraschenderweise zum Bischof von Eichstätt ernannt wurde und das Kloster einen neuen Abt suchte, fiel die Wahl auf Sonnenberg, der sich dann Abt Beda nannte. Er ist Novizenmeister, Archivar, Leiter der Bibliothek und Kantor. Doch vor allem ist es seine Aufgabe, "den Laden zusammenzuhalten", wie er das Leben mit der Männergemeinschaft nennt. Schließlich soll jeder der 14 Mitbrüder seine Lebensperspektive bekommen und Freude am Leben haben.

Genau das versuchen die Mönche auch den vielen Menschen zu geben, die ins Kloster kommen, um hier eine Auszeit zu nehmen. "Ruhe finden, nichts hören und nichts sagen müssen, aber einen Rhythmus haben, ist das große Thema", verrät Abt Beda. Um den Menschen zu helfen, hat Abt Beda auch ein Buch geschrieben. "Leben aus dem Ursprung - Sieben Wege zu Gott", lautet der Titel. Während seiner Arbeit mit den Menschen hat Abt Beda vor allem eins beobachtet: "Viele Menschen, bei denen Gott nicht das große Thema ist, suchen trotzdem Gott. Sie erkennen ihr Suchen und ihre Fragen nur nicht als religiöse Fragen. Sie wissen nicht, dass es Gott ist, nach dem sie fragen."
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