Buckenhofen
Jugendhilfe

Buckenhofen - "ein idealer Ort" für ein neues Zuhause

Sie gelten als "Kinder aus schwierigen Verhältnissen" und sie lebten bisher in Gößweinstein. Jetzt findet die Kinder- und Jugend-Wohngruppe im Forchheimer Ortsteil Buckenhofen das lang ersehnte neue Zuhause.
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Auf Hochtouren läuft der Umzug der Gößweinsteiner Wohngruppe nach Buckenhofen.  Foto: Roepert
Auf Hochtouren läuft der Umzug der Gößweinsteiner Wohngruppe nach Buckenhofen. Foto: Roepert
Renate Müller blickt sich in dem 40 Quadratmeter großen Wohnzimmer um: "Das Raumangebot ist perfekt." Renate Müller ist die Leiterin der Kinder- und Jugend-Wohngruppe, die im Juni nach Buckenhofen ziehen wird.
Sieben Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 14 Jahren werden dann in der Pfarrer-Köhler-Straße 7 genau jenes Zuhause finden, nach dem Matthias Gensner seit Sommer 2013 gesucht hat.

Der Diplom-Sozialpädagoge und Industriekaufmann ist Geschäftsführer des Vereins Innovative Sozialarbeit (Iso) mit Sitz in Bamberg. Der Verein war im Sommer 2013 aktiv geworden, nachdem sich das Johannische Sozialwerk Berlin aus Gößweinstein zurückgezogen hatte und die Jugend-Wohngruppe ohne Träger dazustehen drohte.

Seitdem hat Iso das Haus in Gößweinstein nicht nur äußerlich erneuert; auch das pädagogische Konzept wurde grundlegend verändert. Tragende Säule der Iso-Arbeit ist der Bezug zur Welt des Sports und der Wirtschaft. Auch FT-Leser haben zu Weihnachten mit Spenden für "Franken helfen Franken" das Projekt unterstützt.
Der Verein Innovative Sozialarbeit eröffnet den von ihren Eltern vernachlässigten Kindern neue Perspektiven: Beispielsweise können sie sich an einem Projekt mit den Brose Baskets beteiligen. Neben der "umfangreichen sportlichen Betreuung" legt Geschäftsführer Gensner zudem Wert auf die berufliche Perspektive der Schützlinge. Firmen-Paten sorgen dafür, dass die Jugendlichen an Lehrstellen und Praktika gelangen und den Einstieg ins Berufsleben finden.

Wohnraum verdoppelt

Das Haus in Gößweinstein mit seinen 160 Quadratmetern Wohnfläche war längst zu klein geworden. In Buckenhofen stehen der Wohngruppe nun 300 Quadratmeter zur Verfügung. Matthias Gensner nennt den Vermieter (der seinen Namen "nicht unbedingt in der Zeitung lesen will") einen "Mann mit Herz". Es sei alles andere als selbstverständlich, dass jemand seinen Wohnraum zu einem "verträglichen Preis" für so ein soziales Projekt zur Verfügung stelle, betont Gensner.

Die neue Adresse in Buckenhofen begrüßt der Iso-Geschäftsführer als "idealen Ort". Einige Jugendliche mussten bisher mit dem Bus in die Förderschule nach Forchheim fahren - jetzt wohnen sie in der Nähe der Schule. "In der Stadt und zugleich in ländlicher Atmosphäre leben zu können" - diese Aussicht begeistere die jungen Bewohner, sagt Matthias Gensner. Außerdem böten die drei Etagen und der Garten in der Pfarrer-Köhler-Straße 7 "optimale Möglichkeiten", jedem Jugendlichen einen eigenen Lebensraum zu bieten.


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