Ebermannstadt
Vorhaben

Bis 2019 sollen Bushaltestellen behindertengerecht sein

Der Teufel steckt im Detail, doch nach wie vor werde ein barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen im Landkreis Forchheim bis 2019 angestrebt.
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Vorbildlich behindertengerecht ausgebaut ist bereits die Bushaltestelle in Weigelshofen.  Foto: Josef Hofbauer
Vorbildlich behindertengerecht ausgebaut ist bereits die Bushaltestelle in Weigelshofen. Foto: Josef Hofbauer
Ehrgeizige Ziele verfolgt ÖPNV-Fachbereichsleiter Klaus Hummel. Er schränkte aber auch ein ein: "Es geht nicht alles nach Lehrbuch."
Die Planung sieht vor, dass von den fast 500 Bushaltestellen im Landkreis 68 schnellstmöglich ausgebaut werden sollen. Da eine Haltestelle aus zwei Einsteigepunkten besteht, verdoppelt sich die Anzahl der Baumaßnahmen.

In einer Prioritätenliste ist festgehalten, dass bis 2019 weitere 90 Doppel-Haltepunke fertig sein sollen. Für 146 Stationen sollen in den nächsten zwei Jahren zumindest konkrete Umbaupläne ausgearbeitet werden. Vorläufig zurückgestellt wurden Haltestellen außerorts sowie Haltestellen in Ortschaften mit weniger als 200 Einwohnern.
Ein vom Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) ausgearbeitetes Papier definiere die Standards für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen. Die baulichen Mindestanforderungen orientierten sich am "anerkannten Stand der Technik" und an den einschlägigen DIN-Normen.


Einzelne Abweichungen

Bei Begehungen in fünf Landkreisgemeinden habe sich aber herausgestellt, dass diese Standards nicht überall eingehalten werden könnten. Im Einzelfall werde es auch Abweichungen von den Richtlinien geben müssen, informierte Hummel.

Nicht selten stünden Grundstückseinfahrten, Böschungen oder andere Hindernisse im Weg. Daher habe sich bei den Mitgliedern des Arbeitskreises Öffentlicher Personennahverkehr eine gewisse Ernüchterung breit gemacht.
Derzeit gebe es Verhandlungen mit Vertretern der Regierung von Oberfranken, denen diese Hindernisse vermittelt werden sollen. Das Ziel: Baumaßnahmen sollen auch dann staatlich gefördert werden, wenn die Bushaltestelle nicht auf der gesamten Länge des Busses eine Bordsteinhöhe von 21 Zentimetern aufweist. Hummel zeigte sich zuversichtlich, dass hier Lösungen gefunden würden. "Das ist auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit und des Gelder", sagte Hummel.

Die Mitglieder des Bauausschusses gaben dem ÖPNV-Experten auch mit auf den Weg, eine Fahrgast-Zählung zu veranlassen. Die Kreisräte wollen wissen, wie sich die bewilligten zusätzlichen Fahrten am frühen Morgen und am späten Abend auf die Fahrgast-Zahlen auswirken. "Wir wollen wissen, ob die 230 000 Euro, die wir dafür ausgeben, sinnvoll angelegt sind", verdeutlichte Kreisrat Richard Gügel (FW). Das Gremium einigte sich darauf, dass nach Ablauf von zwei Jahren die ersten Zahlen auf den Tisch gelegt werden. Vorher, so Hummel, ergebe das keinen Sinn: "Das Angebot muss sich rumsprechen."
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