Gräfenberg

Besuch im Garten: Die geballte Natur in Gräfenberg

Von englischem Rasen will Alfons Trautner nichts wissen. Er lässt alles geordnet, aber natürlich wachsen. Nicht nur viele seltene Pflanzen, auch Tiere sind auf seinem 3000 Quadratmeter großen Grundstück anzutreffen.
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Rundherum wohl fühlt sich Alfons Trautner in seinem Garten, in dem es an jeder Ecke etwas anderes zu bestaunen gibt. Foto: Petra Malbrich
Rundherum wohl fühlt sich Alfons Trautner in seinem Garten, in dem es an jeder Ecke etwas anderes zu bestaunen gibt. Foto: Petra Malbrich
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Natur pur beschreibt den Garten der Familie Trautner in Gräfenberg am treffendsten. "Es ist mehr ein botanisch-zoologischer Garten, da auch seltene Tiere hier ein Zuhause finden", sagt Alfons Trautner, während er in einen der vielen Seitenwege geht und einen herabhängenden Ast zur Seite biegt. Tatsächlich scheint jeder dieser Wege ein verschlungener Naturpfad zu sein, der durch Waldbäume hindurch in immer neue und faszinierende Winkel führt.


Auf den zweiten Blick

Große Kiefern auf der linken Seite beschatten den meterhohen Steingarten, der mit Dutzenden Sorten von Steinbrecharten besticht, ohne gleich ins Auge zu stechen. Einen Aha-Effekt gibt es nicht. Trautners Blumen, Pflanzen und Blüten - vor allem einheimische Wildpflanzen, die teils unter Naturschutz stehen oder in Freiheit selten geworden sind - fordern einen zweiten Blick. In diesen Tagen nimmt der Betrachter zunächst nur das 3000 Quadratmeter große Grundstück wahr, in dem sattes Grün dominiert.

Das Schauspiel der farbigen Blütenpracht ist schon vorbei. "Die Natur ist wichtig als Rückzugsgebiet für viele Pflanzen und Tiere. Im Gegensatz zu sterilen lebensfeindlichen Rasen- und Koniferengärten fühlen sich hier viele seltene Schmetterlinge und Wildbienen wohl", erklärt Trautner seine Abneigung gegen den englischen Rasen, der hier nicht zu finden ist. "Es dürfen auch Wildkräuter wachsen", sagt Trautner, als er durch eine natürliche Wiese läuft, die zwei Mal im Jahr gemäht wird und aus der auch Brennnesseln in die Höhe wachsen.


Kaum Pflege nötig

Ein Naturgarten ist auch pflegeleicht, findet Alfons Trautner, der früher Chef der Vereinigten Raiffeisenbanken Gräfenberg-Forchheim-Eschenau-Heroldsberg war. "Wenn eine Pflanze den richtigen Standort hat, braucht sie keine Pflege", sagt der Hobbybotaniker, der sich immer an der freien Natur ein Beispiel nahm.

Schwarze Brombeeren und verschiedene Himbeersorten leuchten in unterschiedlichen Rottönen von den dornigen Zweigen. Gojibeeren, kleine Kiwi und viele Trauben ranken sich um die Tiergehege herum. Dort sind die Kraniche, die Blauen Ohrfasane und Andengänse untergebracht. An jedem Gartenabschnitt lädt eine Bank oder ein Stuhl zum Ausruhen ein, um einen schwärmerischen Blick über die Pflanzenvielfalt zu werfen.


Aus eigenem Anbau

"Er setzt sich nicht hin", wirft Trautners Ehefrau Brigitte lachend ein. Zuviel Interessantes findet der Hausherr täglich in seinem Garten. Auch sie hat momentan mit dem vielen Obst alle Hände voll zu tun, versorgt die Familie mit frischen Obstsaft, kocht Marmelade, backt Kuchen oder die Trautners verfeinern ihr Frühstücksmüsli mit den Beeren. Viele kleinere und größere bepflanzte Töpfe stehen am Rand der Beerensträucher. "Aus jedem Blumensamen züchtet er Pflanzen", erklärt Brigitte Trautner. So auch den einheimischen Seidelbast, der in vielen weiteren Töpfen an der Hauswand entlang aufgereiht ist.

Hunderte verschiedene Pflanzenarten, ob einheimischer oder Nordamerikanischer Frauenschuh, seltene Weiße Alpenveilchen, Weiße Waldvögelein und Stendelwurz, auch eine Orchideenart, Türkenbundlilien aus den Pyrenäen, dem Himalaya oder dem Kaukasus, Ballonglocken blumen, Schneefelberich, blaublühende Bleiwurz und natürlich viele alte, große Obstbäume wie die Mispel oder die Kornelkirsche.


Salamander und Waldkauz

Zugleich bieten diese Bäume den 50 verschiedenen Vogelarten, die im Garten der Familie Trautner Nistplätze finden, Nahrung bis in den Winter hinein. Manchmal sieht er eine Zauneidechse vorbei huschen oder einen Salamander. Irgendwo bei dem seltenen Hirschzungenfarn raschelt es. Auch Erdkröten, Ringelnattern und Blindschleichen finden zwischen den Steinen, im Gras oder in einer der vielen Versteckmöglichkeiten eine Bleibe. Selbst den Waldkauz hört das Ehepaar nachts manchmal rufen.

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