Kersbach

Baugebiete in Kersbach sind gerettet

Bahn und Stadt Forchheim haben sich geeinigt, die Lärmschutzwand im Gebiet Stampfäcker in Kersbach um 400 Meter zu verlängern.
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OBr Franz Stumpf (Mitte) auf der Kersbacher Bahnbrücke. Sein Dank galt MdB Thomas Silberhorn (links) und Landrat Hermann Ulm, die in Berlin erfolgreich mit der Bahn um den Lärmschutz im künftigen Baugebiet Stampfäcker (Hintergrund) verhandelt haben. Foto: Ekkehard Roepert
OBr Franz Stumpf (Mitte) auf der Kersbacher Bahnbrücke. Sein Dank galt MdB Thomas Silberhorn (links) und Landrat Hermann Ulm, die in Berlin erfolgreich mit der Bahn um den Lärmschutz im künftigen Baugebiet Stampfäcker (Hintergrund) verhandelt haben. Foto: Ekkehard Roepert
Die Situation schien "völlig festgefahren", sagte Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO). Doch mit einem einzigen Gespräch am 15. Januar gelang die Wende: Auf Initiative von Staatssekretär MdB Thomas Silberhorn (CSU) verhandelte die Stadt Forchheim in Berlin mit der Deutschen Bahn (DB) über den Lärmschutz in Kersbach.
Bürgermeister Franz Streit (CSU), Rechtsrat Till Zimmer und der Forchheimer Landrat Hermann Ulm (CSU) saßen mit am Verhandlungstisch. Das war die Ausgangslage: Die Stadt Forchheim drängte darauf, dass die Bahn die Neubaugebiete Stampfäcker und Pointäcker mit zusätzlichem Lärmschutz schützen sollte. Die Bahn wollte aber nur die bereits bestehenden Gebäude vor dem Lärm schützen - und nicht diejenigen, die in Planung sind.
Die Bahn kam der Stadt Forchheim schließlich entgegen.
"Wir hatten ein gewisses Druckmittel", betonte OB Franz Stumpf: "Wir hätten das Planfeststellungsverfahren anfechten können und die Bahn hätte dann mit ihren Bauarbeiten nicht weitermachen können."
Die Verhandlungspartner einigten sich darauf, dass die Bahn die bereits geplante Lärmschutzwand auf Höhe des Gebietes Stampfäcker um 50 Zentimeter höher (jetzt 3,50 Meter) bauen wird. Und dass der Lärmschutzwall insgesamt 400 Meter länger ausfallen wird. Die DB übernimmt die Planungskosten für diese Verlängerung und die Stadt Forchheim übernimmt die Kosten von rund 1,5 Millionen Euro.
Thomas Silberhorn betonte am Mittwoch bei einem Besuch in Kersbach, dass das Verhandlungsergebnis Gewinner auf beiden Seiten hervorgebracht habe. Wären die zusätzlichen 400 Meter nicht gebaut worden, "dann hätte die Stadt das Risiko gehabt, das Baugebiet nicht ausweisen zu können". Aber auch die Bahn wäre ein Risiko eingegangen: "Eine Klage der Stadt gegen das Planfeststellungsverfahren hätte den ICE-Ausbau verzögern können."


Grundstücke werden wertvoller

Nach der Einigung kann die Deutsche Bahn nun schon ab Mai mit dem ICE-Ausbau in Kersbach beginnen (die Vorarbeiten laufen längst).
Obwohl ein Teil der Lärmschutz-Kosten auf die Anlieger umgelegt werde, betonte Franz Stumpf vor allem den Vorteil der Lösung: Die jetzt ausgehandelte Garantie des Lärmschutzes bedeute "eine Wertsteigerung der Grundstücke". Dieser gesteigerte Wert sei um ein vielfaches höher als die Ausgaben, die auf die Stadt zukämen.
Im Gebiet Stampfäcker sollen 210 Wohnungen entstehen, im Gebiet Pointäcker weitere 175. In zwei Jahren könnte es mit dem Bauen losgehen, sagte Franz Stumpf am Mittwoch. Seit dem 15. Januar sei nun "das letzte unerledigte Thema mit der Bahn" vom Tisch, zeigte sich der Oberbürgermeister erleichtert. Damit bleibt es auch bei folgender Planung: Der sechs Millionen Euro teure Umbau der Unterführung am Bahnhof wird von der DB finanziert. Die Stadt zahlt 400 000 Euro für den Aufzug am Ost-Ausgang.
Landrat Hermann Ulm, der zur "geistig-moralischen Unterstützung" mit nach Berlin gefahren sei, sagte am Mittwoch: "Die Verhandlungen sind auch deshalb so gut gelaufen, weil sie von der Stadt sehr gut vorbereitet waren."

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