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Forchheim
Schule

Bauen in Kersbach bereitet Kopfschmerzen

Lehrer und Grundschüler in Kersbach müssen während des Unterrichts mit dem Lärm von Presslufthämmern und Sägen leben.
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Der einstige Pausenhof (Vordergrund) ist eine Baustelle. Schüler und Lehrer in Kersbach leben mit dem täglichen Baulärm, der aktuell von den Sanierungsarbeiten an der Turnhalle (rechts) ausgeht. Foto: Ekkehard Roepert
Der einstige Pausenhof (Vordergrund) ist eine Baustelle. Schüler und Lehrer in Kersbach leben mit dem täglichen Baulärm, der aktuell von den Sanierungsarbeiten an der Turnhalle (rechts) ausgeht. Foto: Ekkehard Roepert
In Kersbach entsteht neben der alten Schule eine neue. Über sechs Millionen Euro investiert die Stadt. Aktuell wird die Turnhalle saniert. Probearbeiten zu schreiben, während die Presslufthämmer dröhnen, das sei nicht leicht, sagt Wilfried Neidhardt, der in Kersbach eine zweite Klasse unterrichtet. Er habe noch Glück, betont Neidhardt, weil sein Klassenzimmer in einem, der Turnhalle abgewandten Teil der Schule liege. "Aber für die anderen Klassen ist es deprimierend."
Die Schule im südlichen Forchheimer Vorort ist Teil der Martin-Grundschule. Kerstin Friedrich, die Schulleiterin, unterrichtet selbst einmal pro Woche in Kersbach. Persönlich habe sie den Krach der Turnhallen-Sanierung "noch nicht als so störend empfunden", sagt sie. Nachdem es Beschwerden wegen des Lärms gegeben habe, sei das Stadtbauamt informiert worden.
Die dort zuständige Sigrun Wagner habe dafür gesorgt, dass die Arbeiter "auf die Unterrichtszeiten Rücksicht nehmen", sagt Kerstin Friedrich.
Das scheint nicht immer zu klappen: Ein Lehrer berichtet, dass er schon wiederholt unterrichtet habe, während die Kreissäge oder die Rüttelmaschine vor dem Fenster lärmten. Zudem klagten neuerdings einige Schüler über Kopfschmerzen.
Die CSU-Stadträtin Martina Hebendanz, die selbst ein Kind in der Kersbacher Schule hat, sagt: "Dass es laut wird, hat jeder geahnt." Ihr Sohn klage nicht über Konzentrationsprobleme. Zudem hätten die Kinder für die Proben einen Gehörschutz bekommen. Ideal seien die Bedingungen gewiss nicht, sagt Martina Hebendanz, aber: "Ich glaube, die Zustände, wenn die Kinder an eine andere Schule gefahren werden müssten, wären noch schlimmer."
Auch die Schulleiterin betont, dass sich die Mehrheit der Eltern dafür ausgesprochen habe, die Kinder während des Schulneubaus in Kersbach zu lassen. Kerstin Friedrich vertraut darauf, dass die Arbeiter "Rücksicht nehmen". Zudem gebe es eine Absprache, jene Arbeiten, die den großen Lärm machen, während der Ferien zu erledigen.
Der Lehrer Wilfried Neidhardt findet die Aussicht, noch über ein Jahr den Lieferverkehr, den Bagger-Lärm und die regelmäßigen "Klagen frustrierter Anlieger" hinnehmen zu müssen, wenig beglückend. "Wenn der Haupt-Ausbau losgeht, dann wird es erst richtig laut - für alle vier Klassen", meint Neidhardt. Die Schulleiterin dagegen glaubt, dass der Neubau weniger Lärm erzeugen werde, als die momentane Sanierung der unmittelbar angrenzenden Turnhalle. Martina Hebendanz versucht die positiven Aspekte des Schulneubaus im Blick zu behalten: "Ich sehe das Ziel vor Augen, das lässt mir die Umstände erträglich erscheinen."
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