Baiersdorf
Kundgebung

Baiersdorfer wehren sich gegen die NPD

Die rechtsextreme Partei demonstriert am Samstag. Das wollen sich die Baiersdorfer aber nicht gefallen lassen.
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Am Samstag demonstriert die NPD in Baiersdorf. Die Einwohner wollen sich das nicht gefallen lassen.  Foto: Matthias Balk,dpa
Am Samstag demonstriert die NPD in Baiersdorf. Die Einwohner wollen sich das nicht gefallen lassen. Foto: Matthias Balk,dpa
Die NPD hat für den Samstag um 13 Uhr eine Demonstration auf dem Baiersdorfer Rathausplatz angemeldet. Der örtliche Verein "Hand-in-Hand" zur Integration von Flüchtlingen hat für 12 Uhr eine Gegendemonstration angemeldet. Sie startet auf der Westseite des Bahnhofs und führt über die Bahnhofstraße und die Waaggasse zum neuen Rathaus am Kirchenplatz.

Dort findet eine Kundgebung statt, auf der Bürgermeister Andreas Galster (CSU) sprechen wird. Beim Haus des Heimatvereins wird für die Gegendemonstration eine Bühne aufgebaut werden.

Die Polizei ist über beide Veranstaltungen informiert. Sie wird vor Ort sein. Am frühen Nachmittag findet im evangelischen Gemeindehaus ein Gospelworkshop des Chors "Gospel Voices" statt. Der Zugang über den Kirchplatz und die umliegenden Straßen ist gewährleistet. Darüber informierte das Stadtoberhaupt in der Ratssitzung.


"Asylrecht ist Menschenrecht"

Unter dem Stichwort "Asylrecht ist Menschenrecht" brachte Karlheinz Roll (ÖWG) einen Dringlichkeitsantrag ein.

Einstimmig verabschiedete der Stadtrat folgende Resolution: "Der Stadtrat wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen jede Art von Hetze, die sich gegen asylsuchende Mitbürger richtet. Seit fast einem Jahr finden Menschen Zuflucht auch in Baiersdorf vor Krieg und Verfolgung. In dieser Zeit haben sie das Leben in unserer Stadt bereichert. Wer diese Menschen angreift, greift Baiersdorfer Bürger an. Deshalb ruft der Stadtrat zur Teilnehme an der Demonstration gegen Fremdenhass und Faschismus auf."

"Wir wollen eine demokratische, offene und bunte Stadt zeigen", fasste Matthias Götz (SPD) die Haltung seiner Ratskollegen zusammen. Auch er bittet darum, in großer Anzahl zu erscheinen, um den Widerstand der Baiersdorfer gegen ultrarechte Umtriebe und fremdenfeindliche Agitation zu zeigen.


Kultur der Sachlichkeit

"Wir werden unsere Veranstaltung mit einer gewissen Kultur und mit Sachlichkeit durchziehen", ergänzte Galster. Am 13. April hatte die NPD beim Landratsamt die Demonstration für die Zeit von 13 bis 15 Uhr angemeldet. Dort ging eine weitere Anmeldung der NPD für eine Demonstration zwischen 15 und 17 Uhr in Eckental ein. Sie soll in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Flüchtlingsunterkunft in Eschenau stattfinden. Bürgermeister Galster hat sich zusammen mit dem Stadtrat seit der Ankunft der ersten Flüchtlinge in Baiersdorf für deren Integration eingesetzt.

Gerade die unbegleiteten Minderjährigen unter ihnen sollen seiner Meinung nach eine gute Ausbildung erhalten.
Galster setzt darauf, dass die Flüchtlinge, wenn sich die politischen Verhältnisse in ihren Herkunftsländern stabilisiert haben, dort als qualifizierte Fachleute arbeiten und die Werte, die sie in Deutschland erlebt haben, weitertragen.


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