Forchheim
Amtsgericht

Auto im Forchheimer Norden zerkratzt: Angeklagter erhält Geldstrafe

Wurde der Angeklagte in Forchheim-Nord auf frischer Tat ertappt, als er ein Auto zerkratzte, oder war der 78-Jährige Rentner nur zufälliger Passant?
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Im Amtsgericht Forchheim wurde über gekratzte Autos im Norden der Stadt verhandelt.  Foto: Archiv
Im Amtsgericht Forchheim wurde über gekratzte Autos im Norden der Stadt verhandelt. Foto: Archiv
Wurde der Angeklagte in Forchheim-Nord auf frischer Tat ertappt, als er ein Auto zerkratzte, oder war der 78-Jährige Rentner nur zufälliger Passant? Das war am Donnerstag die zentrale Frage einer Hauptverhandlung am Forchheimer Amtsgericht.

Der Hintergrund: Das Auto wurde zwischen dem 30. April und dem 3. Mai 2016 gleich drei Mal zerkratzt.Der Sachschaden betrug jeweils etwa 3500 Euro.

Der Geschädigte, der vor Gericht als Zeuge aussagte, hielt zunächst übermütige Jugendliche für die Täter, beobachtete dann aber anderes. "Ich hatte das Gefühl, dass in der Nacht wieder was passiert", begründete der Mann, warum er am 3. Mai noch einmal rausging, nachdem er seinen Wagen um 21.30 Uhr abgestellt hatte. "Ich dachte: Wer zweimal kommt, kommt vielleicht auch ein drittes Mal."


Den Angeklagten genau erkannt

Und er sollte Recht behalten. Gegen 22.45 Uhr sah er den Angeklagten, der mit seinem Hund am Wagen vorbeiging. "Ich habe ihn genau erkannt. Er hat seine Hand gehoben, als er vorbeilief. Und dann hörte ich ein Kratzgeräusch", sagte der Geschädigte, der daraufhin sofort zu seinem Auto lief. Er bemerkte den Kratzer und stellte den Rentner zur Rede. "Jetzt hast mich halt erwischt, passt schon", soll dessen erste Reaktion gewesen sein.

Eine Aussage, die der Angeklagte später aber revidierte. "Er hat es erst zugegeben", sagte ein geladener Polizist. Wenig später habe der Rentner, dem ein Arzt leichte Wahrnehmungsmängel attestiert, bei der Aufnahme seiner Aussage jedoch die Meinung geändert. Der Polizist: "Er sagte, dass er es vorher nur zugegeben habe, weil der Geschädigte so aufgebracht war."

"Es kann so gewesen sein, wie der Geschädigte sagt. Vielleicht hat aber auch mein Mandant Recht", sagte Verteidiger Holger Zebisch. Schließlich habe der Geschädigte weder den Akt des Zerkratzens an sich gesehen, noch was der Rentner in der Hand hielt. Zur Entlastung des Angeklagten thematisierte Zebisch ein Gutachten, wonach am Schlüsselbund des Rentners kein Lack-Abrieb des Autos festzustellen war. Allerdings gab er zu, dass dies in solchen Fällen technisch nicht immer festzustellen sei. Des Weiteren nannte der Anwalt Presseberichte, die belegten, dass in Forchheim-Nord zu jener Zeit weitere Autos zerkratzt wurden.

"Ihm wird auch nicht vorgeworfen, dass er alle Autos in Forchheim-Nord zerkratzt hat, sondern dieses eine", sagte Richterin Silke Schneider, die einem Antrag des Staatsanwalts folgte, wonach die Kratzer, für die es keine Zeugen gab, nicht weiter verfolgt werden.

"Ich habe es nicht gemacht", lautete das letzte Wort des Forchheimer Rentners vor Gericht. Er sei lediglich am Auto vorbeigelaufen, habe seine Hand nur gehoben, um seinen Hund wieder von der Grünfläche zu ziehen und das Geräusch, das der Geschädigte als Kratzen wahrnahm, sei von der Hundeleine gekommen.

Die Richterin jedoch folgte jedoch dem Antrag des Staatsanwalts und verurteilte den Rentner für die Tat vom 3. Mai zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 40 Euro. "Mich überzeugt die Aussage des Geschädigten", sagte Silke Schneider.

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