Gößweinstein
Entscheidung

Aus dem Hallenbad wird keine Lasertag-Halle

Der alte Gößweinsteiner Gemeinderat hatte das Vorhaben, im alten Hallenbad eine Abenteuerhalle für Lasertag, Bogenschießen und Klettern einzurichten, befürwortet. Doch das neue Gremium lehnte den Plan jetzt mehrheitlich ab.
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Das ehemalige Hallenbad in Gößweinstein. Foto: Weichert
Das ehemalige Hallenbad in Gößweinstein. Foto: Weichert
Einstimmig hatte sich der alte Gößweinsteiner Marktgemeinderat im März in Sachen Hallenbad noch für das Konzept der Betzensteiner Firma Pieper und des Gastronomen Klemens Hölzel aus Behringersmühle ausgesprochen. Das neue Gremium kippte diesen Beschluss nach einer kontroversen Debatte mit neun zu acht Stimmen wieder. Damit wird es nun nichts mit Lasertag, Bogenschießen und Klettern im schon länger geschlossenen Hallenbad.

Moralische Bedenken

Insbesondere bei Lasertag, eine Trendsportart, bei der mit Lasern auf Menschen geschossen wird, schieden sich die Geister. Eine Eventhalle bei Würzburg, in der auch Lasertag gespielt wird, hatten sich die Gemeinderäte zuvor angeschaut. "Ich würde es bedauern, wenn dies eine Mehrheit fände", meldete sich als erster Jürgen Kränzlein (SPD) zu Wort.
Er unterstütze es nicht, wenn mit Lasern eine Person "abgeschossen" werde. "Da habe ich eine Hemmschwelle und wir in Gößweinstein müssen dafür nicht Vorreiter sein", betonte Kränzlein, der zudem Bedenken hatte, das sich so etwas in Gößweinstein für die Betreiber nicht lohnt. Sie hätten etwa 150.000 Euro für Spielgeräte und Umbaumaßnahmen investiert. "Mich hat das sehr aggressiv gemacht, wenn man sich auf den Kopf schießt und dazu laufen Maschinengewehrgeräusche", sagte Daniela Drummer (FW).

"Ich habe es auch gespielt und hatte danach keine Aggressionen", konterte Dietmar Winkler (CSU). Zudem sei es eine Sportart, bei der man sich viel bewegen müsse. Auch sah er momentan keine andere Möglichkeit, wie man Gößweinstein für Touristen attraktiver machen könne. Wie Winkler betonte, vergebe man sich mit einem Pachtvertrag auf fünf Jahre nichts. Man könne also nur gewinnen.

Als ideal für Gößweinstein hielt es zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) nicht. "Haben wir aber was anderes", fragte er in die Runde. "Mir selbst war Lasertag sehr suspekt, aber meiner 14-jährigen Tochter hat es sehr gefallen", so Georg Rodler (CSU). Wie er meinte, sei das Bad dann aber wegen der Firmenevents für die Öffentlichkeit nur noch zu 50 Prozent zugänglich.

"Familien mit kleinen Kindern und ältere Leute spielen so was nicht", so Drummer. Denn gerade dies sei die Zielgruppe für den Tourismus in Gößweinstein. Wie sei meinte, hätten die Gößweinsteiner Zimmervermieter definitiv nichts davon. "Die Leute gehen hin und ballern und gehen wieder heim", so Drummer.

Sorge wegen Lärmbelästigung

Noch einmal meldete sich Winkler: "Ich sehe nur Chancen für uns und die Gefahren sind minimal. Ich sehe auch keine Gefahr, das die Kriegslust dadurch gefördert werde." "Ich glaube wir sollten das Auge auf eine andere Nutzung legen", meinte dagegen Peter Helldörfer (CSU) und Drummer fand es schließlich wegen der Partys bis 1.30 Uhr in einem Wohngebiet "nicht so toll". Dies störe die Ruhe der Anwohner.

"Das Bauwerk wird ja durch die Nutzung nicht verbessert", wandte Benno Beck ein, und Ärger wegen der Lärmbelästigung sei programmiert. "Das Spiel hat Spaß gemacht aber für Firmenevents bezweifle ich, das dies der richtige Standort ist", sagte schließlich Bürgermeister Hanngörg Zimmermann, der sein Nein mit der Lärmbelästigung für die Anwohner begründete. Der Rat lehnte es schließlich in der nichtöffentlichen Sitzung ab, aus dem Hallenbad eine Eventhalle zu machen. Nun soll die Verwaltung nach Möglichkeiten einer neuen Nutzung für das Bad suchen.

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