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Affalterthal
Kirche

Auf Erna Backof kann man sich verlassen

Seit 20 Jahren arbeitet die 77-Jährige als Mesnerin in Affalterthal. Mit ihrer Umsicht und ihrem Fleiß hält sie den Pfarrern den Rücken frei.
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Pfarrer Michael Maul (l.) würdigt Erna Backof für ihr Engagement für die Kirche.  Foto: Reinhard Löwisch
Pfarrer Michael Maul (l.) würdigt Erna Backof für ihr Engagement für die Kirche. Foto: Reinhard Löwisch
Seit 1995 gibt es in Affaltethal den alljährlichen "Gottesdienst im Grünen". Fast ebenso lange - seit 1996, um genau zu sein, arbeitet Erna Backof die Mesnerin im Dorf. Die 77-Jährige hat in diesen Jahren drei Ortspfarrer miterlebt.
Erna Backof organisiert die Beerdigungen auf dem Friedhof und sorgt im Winter zusammen mit einigen Helfern für schneefreie Wege zur Kirche. Sie sorgt für den richtigen Schmuck in der Kirche. Sie ist einfach immer da, im Gottesdienst und danach.


Herrin über die Glocken

Erna Backof ist die Herrin über die Glocken, die mittlerweile automatisch läuten. Oft genug muss sie aber die eingebaute Automatik überlisten; zum Beispiel dann, wenn wie an manchen Feiertagen der Gottesdienst früher als üblich beginnt oder der Pfarrer etwas später kommt, weil er vorher in Bieberbach Gottesdienst gehalten hat.
Nebenbei ist Backof auch als Musikerin
gefragt.

Sie begleitet die Gesänge der Frauen beim Mittwochskaffee mit der Gitarre und sorgt für die musikalische Unterstützung bei den wöchentlichen Bibelstunden. Aber selbst dann kreisen ihre Gedanken immer um den Mesnerdienst: "Ich bin heute noch bei jedem Gottesdienst in der Kirche aufgeregt und überlege, ob ich etwas vergessen habe". Seit 1950 übt Erna Backof, die eine Kriegswaise ist, kirchliche Ehrenämter aus. Sie war 57 Jahre lang eine der wenigen aktiven Sammlerinnen für die Kirchengemeinde.
Zuerst, so erinnert sie sich, hieß die Aktion "Notopfer". Inzwischen sammelt man für die Diakonie und zeitgemäß mit Zahlkarten, die mit der Post ins Haus flattern.


Pflege der Mutter

Von 1976 bis 1994 war Erna Backof im Kirchenvorstand aktiv, was sie aber zugunsten der Pflege ihrer Mutter wieder aufgab. 1996 übernahm sie in der Nachfolge von Babette und Hans Häfner den Mesnerdienst.
Mit Pfarrer Wolfram Lehmann, der hier seine erste Pfarrstelle hatte, kamen umfangreiche Umbauarbeiten an der mittelalterlichen Pfarrkirche. Mit seinem Nachfolger Hans-Jürgen Johnke blieb das Pfarrhaus leer, weil jener zusammen mit seiner Pfarrersfrau in Thuisbrunn wohnte.

Als Präsident der bayerischen Posaunenchöre legte Johnke viel Wert auf die musikalische Ausgestaltung des Gottesdienstes und sorgte dafür, dass der hiesige Posaunenchor, der immerhin der drittälteste in Bayern ist, erstmalig während des Nürnberger Christkindlesmarkts auf der Hauptbühne auftreten durfte. Erst mit Pfarrer Michael Maul kam wieder Leben ins Pfarrhaus. Zuerst als Vikar hier angestellt, übernahm Maul im Jahr 2014 die Pfarrstelle. Zusammen mit seiner Frau Anne werden derzeit zur Freude der Dorfbewohner drei Kinder im Pfarr
haus großgezogen.

Mit einem Blumenstrauß und großem Applaus der Gottesdienstbesucher bedankten sich die Anwesenden bei Erna Backof für ihr ehrenamtliches Engagement. Der Gottesdienst im Grünen, der wegen des prognostizierten schlechten Wetters zum ersten Mal hinter dem Mehrzweckhaus abgehalten wurde, hatte die "Treue" zum Motto. Pfarrer Maul sprach in der Predigt über die Ehe und die damit verbundene Treue zum Partner, die so oft viel unspektakulärer verläuft als Ehebruch.
"Wo Ehen scheitern, gibt es mehr zu erzählen", sagte er und verglich die Treue mit einem Baum, der sich zwar dem Wind beugen muss, sich ihm aber letztlich erfolgreich entgegenstemmt. Musikalisch untermalt wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor.
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