Seit August 2010 war die Jugendarbeit in den drei Gemeinden Effeltrich, Langensendelbach und Poxdorf und in Zusammenarbeit (mit Unterstützung des Kreisjugendrings) dem Diplom-Sozialpädagogen Armin Stingl übertragen worden. Stingl war als Jugendpfleger eingestellt worden. Sein Vertrag läuft bis Ende Juli 2012; die Gemeinden Effeltrich und Langensendelbach haben aber bereits eine Verlängerung der Zweckvereinbarung und damit eine Weiterführung dieser nicht vereinsgebundenen Jugendarbeit beschlossen.
Qualität und Erfolg der von Armin Stingl durchgeführten Projekte stehen außer Frage: Auch in Poxdorf war man sich einig, dass er sehr gute Arbeit leistet.
Uneins war sich der Rat über die Kosten. Trotz der Fördergelder vom Landkreis in Höhe von 25 Prozent der Gesamtkosten müsste die Gemeinde 15 000 Euro selbst aufbringen. Genau das halten einige Räte angesichts der Haushaltslage für nicht vertretbar. Paul Steins (CSU): "Wir müssten Herrn Stingl ja quasi über einen Kredit finanzieren." Alexandra Schneider (JB): "Die Zukunft sichert man nicht durch immer weitere Schulden. Die Jugendlichen werden in einigen Jahren wegziehen, weil sie nicht in einer hochverschuldeten Gemeinde leben wollen. Und wir haben ja schon viel Geld für die Sanierung der Turnhalle ausgegeben; das ist ja auch für die Jugendlichen." Thomas Heilmann (JB) sagte: "Wir können es uns einfach nicht leisten." Und ähnlich äußerte sich Johannes Werner (CSU): "Wir müssen sparen. Die Gewerbesteuer und die Grundsteuer dürfen wir auf keinen Fall erhöhen, sonst zieht keiner mehr hierher."
Gisela Marquardt "entsetzt"Andere Räte sahen es anders. Alfons Niebler (SPD) gestand zu, dass gespart werden müsse. "Doch statt bei den Schwächsten anzufangen, sollten wir überlegen, ob nicht anderswo Einsparungen möglich sind, etwa bei den gemeindlichen Fördergelder für die Vereine."
Gisela Marquardt (SPD) wunderte sich, dass sich gerade die Jugendbeauftragten Schneider und Heilmann gegen den Jugendpfleger aussprechen". Sie sei, sagte Marquart, "entsetzt über das Geschachere um unsere Jugendlichen. Gerade für sie müssten wir etwas tun." Willi Schneider (FW) meinte, man solle ein Projekt, das von den Jugendlichen so gut angenommen worden sei und das von den Nachbargemeinden weiterhin gewollt werde, "nicht einfach abwürgen". Monika Martin (FW) gab zu bedenken, dass der Jugendpfleger auch Prävention betreibt: Viele Jugendliche und sogar Eltern holten sich bei ihm Rat in schwierigen Situationen. Und außerdem gehöre Jugendarbeit zur Infrastruktur eines Ortes; die müsse man pflegen, "sonst hat Poxdorf keine Zukunft".
Die Abstimmung über die Weiterbeschäftigung des Jugendpflegers endete 6 : 6. Damit war der Beschlussvorschlag abgelehnt worden. Armin Stingl wird demnach seine Tätigkeit in Poxdorf am 31. Juli beenden. Stingl kommentierte die Entscheidung des Rates mit Bedauern: "Jugendarbeit ist Beziehungsarbeit. Dafür braucht man Ideen, Vertrauen und Zeit. In Poxdorf hat sich schon so viel getan. Ich bedaure sehr, dass ich hier nicht weitermachen kann. Aber nun muss ich mir erst mal einen neuen Job suchen."