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Eggolsheim
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Am Kiesweiher bleibt Baden tabu

An den Kiesweihern der Firma Porzner zwischen Neuses und Altendorf ist das Baden verboten.
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In den vergangenen Jahren wurden Badegäste an den Kiesweihern der Firma Porzner geduldet. Jetzt ist damit Schluss.  Foto: Josef Hofbauer
In den vergangenen Jahren wurden Badegäste an den Kiesweihern der Firma Porzner geduldet. Jetzt ist damit Schluss. Foto: Josef Hofbauer
Es bleibt dabei. An den Kiesweihern der Firma Porzner zwischen Neuses und Altendorf ist das Baden verboten. "Das war noch nie anders", erklärt Miriam Wagner vom Ordnungsamt der Gemeinde Altendorf. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass in den vergangenen Jahren das Baden in den "Ratanza-Weihern" geduldet wurde.
Der See ist idyllisch gelegen, mit vielen Bäumen, Büschen und hohem Gras und großen Sandbänken. Baden und FKK auf eigene Verantwortung war dort über Jahre hinweg geduldet, wenngleich vom örtlichen Fischereiverein, der den See gepachtet hat, ungern gesehen.

Jetzt gibt es sogar ein offizielles Badeverbot. Trotz hervorragender Wasserqualität und angenehmer Wassertemperaturen bleibt der Weiher für Badegäste tabu. Dafür sorgt die vom Fischereiverein beauftragte Sicherheitsfirma "MJ-Events und Sicherheitsdienst GmbH" aus Forchheim. "Wir haben keine andere Wahl", bedauert Heinrich Grasser, Vorsitzender des Fischereivereins Eggolsheim. Er berichtet: Die Gäste hätten die Neuregelung weitgehend akzeptiert. Nur vereinzelt bekomme er noch "böse Anrufe".


Rechtliche Probleme

"Irgendjemand sappt man da immer auf den Schlips", findet Grasser, der einmal mehr darauf verweist, dass es sich um ein Betriebsgelände handle, auf dem werktags täglich bis 17 Uhr Sand abgebaut werde. "Das ist ein Firmengelände", unterstreicht Grasser.

Er erinnert nicht nur an die Haftungsfrage, sondern auch an die nicht geregelte Verkehrssituation. Parkende Fahrzeuge hätten in der Vergangenheit Landwirten die Zufahrt zu ihren Grundstücken versperrt. Ein Bauer habe deshalb am Grundstücksende eine besonders tiefe Furche gezogen, um zu verhindern, dass Autofahrer auf seinem Grundstück parken.

Erleichtert zeigt sich Grasser, dass an Pfingsten und an Fronleichnam Gruppen, die in den vergangenen Jahren Halligalli gemacht hatten, ausgeblieben seien. "Ein Erfolg der Security", findet Grasser, der daran erinnert, dass mittlerweile auch für den "Neubert-Weiher" hinter dem Möbel-Großmarkt in Hirschaid ein Badeverbot gelte. "Und das, obwohl dort die Wasserwacht Dienst gemacht hatte", unterstreicht Grasser.


Offizieller Badesee?

Er weiß auch von Gesprächen zwischen der Gemeinde Altendorf und dem Kiesabbau-Unternehmen Porzner. Der Hintergrund: In der Gemeinde Altendorf gibt es Überlegungen, einen der Ratanza-Seen als offizielles Badegelände auszuweisen. Mit Parkplätzen, Toilettenanlagen, Wasserwacht und Kiosk. Ein Projekt, das im Rahmen des ländlichen Entwicklungskonzeptes (Ilek) verwirklicht werden könnte. Zumindest sei darüber schon mal im Altendorfer Rathaus gesprochen worden, bestätigt die Altendorfer Verwaltungs-Mitarbeiterin Miriam Wagner.

Der Eggolsheimer Bürgermeister Claus Schwarzmann (BB/OEB), Vorsitzender des am 1. Juni neu gegründeten Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes, dem die Kommunen Altendorf, Buttenheim, Eggolsheim und Hallerndorf angehören, hatte bereits vor über zehn Jahren die Idee, die Kiesabbauflächen bei Neuses ab 2007 Zug um Zug in ein Freizeitgelände mit Badesee umzuwandeln. Er hält den Ball in Sachen Badesee flach, bedauert aber, dass die Regierung von Oberfranken damals dem Naturschutz den Vorrang eingeräumt hatte. "So sind wir an der Regnitzachse gegenüber den Kommunen am Obermain touristisch deutlich im Nachteil", bedauert er.
"Wenn überhaupt, wird das kein Schnellschuss", ist Schwarzmann überzeugt.

Bei der Ilek sei dies bislang noch kein Thema gewesen. In den Zielsetzungen fänden sich viele Dinge als Möglichkeiten, die Machbarkeit stehe aber auf einem andern Blatt. Hier verweist Schwarzmann auf die Gemeinde Altendorf und das Unternehmen Porzner. Diese beiden seien als erstes am Zug. Seitens der Firmenleitung war dazu keine Stellungnahme zu bekommen.
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