Forchheim
Eisenbahnen

"Adler" treibt die Modellbauer an

Jedes Jahr, drei Wochen vor Weihnachten, ziehen sich Dieter Maier, Bernhard Dunkel, Gerrit Imig und Walter Scholz aus der Welt zurück - und bauen sich eine eigene Welt auf.
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Bernhard Dunkel (links) und Gerrit Imig zeigen das Adler-Modell, eine der Attraktionen der diesjährigen Eisenbahn-Ausstellung in der Forchheimer Kaiserpfalz. Foto: Ekkehard Roepert
Bernhard Dunkel (links) und Gerrit Imig zeigen das Adler-Modell, eine der Attraktionen der diesjährigen Eisenbahn-Ausstellung in der Forchheimer Kaiserpfalz. Foto: Ekkehard Roepert
In den drei Wochen vor Weihnachten muss die Frau von Dieter Maier viel Verständnis aufbringen. "Da kann sie nicht mit mir rechnen", sagt der Bastler. Maier ist Vorsitzender im Verein Modellbau-Freunde Forchheim. Er gehört zu jenem Männer-Quartett, das in der Vorweihnachtszeit fast nur noch im Museum der Kaiserpfalz zu finden ist. Gemeinsam stellen Dieter Maier, Bernhard Dunkel (Zweiter Vorsitzender), Gerrit Imig und Walter Scholz heuer zum zwölften Mal die Eisenbahn-Ausstellung im Pfalzmuseum auf die Beine.

Am 7. Dezember jährt sich zum 180. Mal jener Tag, an dem William Wilson die erste deutsche Dampflok von Nürnberg nach Fürth steuerte. Auch diesen historischen Moment der deutschen Eisenbahngeschichte zelebrieren die Forchheimer Modellbauer bei ihrer aktuellen Ausstellung, die am 28. November die Pforten öffnet.


Tausende Besucher erwartet

Bernhard Dunkel hat aus einem Adler-Bausatz die denkwürdige Lokomotive für die Ausstellung montiert. Jeder aus dem Quartett hat so seine Spezialitäten. Dieter Maier rekonstruierte heuer eine Betriebshalle für Dampfloks, wie sie bis in die 70er Jahre überall im Lande zu sehen war. Walter Scholz ist der "Dekorateur" im Quartett und Gerrit Imig hat am meisten Ahnung von der Elektrik.

In der 60 Quadratmeter großen Eisenbahn-Landschaft können die vielen tausend Besucher, die hier traditionell erwartet werden, aber nicht nur nacherleben, wie alte Loks "bekohlt" und wie sie mit Sand betankt wurden (er wurde zum Anfahren als Reibungswiderstand auf die Räder gestreut); die Besucher werden auch hochmoderne Züge bestaunen. "Die Kinder müssen einen ICE sehen, das ist der Zug ihrer Zeit", sagt der aus Düsseldorf stammende Gerrit Imig. Er und der Kölner Bernhard Dunkel bilden die rheinische Fraktion bei den Modellbau-Freunden. Scholz und Maier stammen aus Forchheim. Maier ist der eingefleischteste "Eisenbahner". Seit seiner Kindheit bastelt er. "Das gehört Weihnachten einfach dazu", sagt Dieter Maier, "man sperrt das Zimmer ab und baut die Eisenbahn auf."
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