Eggolsheim
Show

A-Capella Formation Sixpack in Eggolsheim

Die A-Capella Formation Sixpack, Kulturpreisträger der Stadt Bayreuth, gastierten in der Egerbachhalle. Das Publikum lachte Tränen.
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Wortakrobatik und gesangliche Höchstleistungen. So lässt sich der Auftritt der A-Capella Gruppe Sixpack in der Eggerbachhalle wohl am trefflichsten beschreiben. Die Jungs sind köstlich, komisch. Sie sind Kult.
"Die Gretel ist doof" beklagen sich Johannes Betz, Markus Burucker, Bernd Esser, Lars Kienble, Chris Strobler und Andy Sack, die im "Real" die Realität verlassen haben und im Märchenland gelandet sind, wo die "hänselnde Gretel" - so der Titel der Show - die Musik verboten hat. Das geht für die Vollblut- Musiker aber gar nicht.

Suche nach King Elvis

Verkleidet als das Böse, Fee, Zwerg, König, Prinz oder Prinzessin zeigen sich diese im finsteren Märchenwald bei "Rolling in the deep", dass in ihren Herzen ein Feuer brennt, das sie aus der Dunkelheit herausführt. Sie wollen ja nur das gleiche wie Zauberin Merlin (Monroe), die einst sang: "I want to be loved by you." Zuvor parodierten die Barden "Octopusses" Garden der "Fab four", genannt Beatles.

Musikalisch nahmen die Gesangsvirtuosen das Publikum mit auf die Suche nach King Elvis.
Wenngleich auf dieser Odyssee die Wortverdrehungen und Kalauer mitunter ein wenig flach daher kamen, umso mehr brillierten die Bayreuther Kulturpreisträger mit ihren Songs von Paolo Conte (Via con me), der Spider Murphy Gang (Schickeria), oder Robbie Williams (She's the one). Richtig aus dem Häuschen war das Publikum beim Oldie "Ein Schiff wird kommen" von Manos Hadjidakis, das in der deutschen Fassung durch Lale Anderson und später durch Nana Mouskouri bekannt wurde.

Die grandiosen Gesangspassagen der A-Capella-Artisten rissen die Zuhörer in der Eggerbachhalle wiederholt zu wahren Begeisterungsstürmen hin. Vor allem mit "Hijo de la Luna" zeigte Tenor Bernd Esser die Leistungstärke seiner Stimmbänder, die sogar seinen Kollegen Respekt abnötigte. "Du kommst ja ganz schön tief rauf mit deiner Stimme!", bestätigten sie. Einen Beweis, wie einfühlsam seine Kopfstimme klingt, lieferte Esser mit dem Gute-Nacht Lied aus der Oper Hänsel und Gretel "Abends wenn ich schlafen geh." Da hätte man eine Stecknadel fallen hören, so ergriffen lauschte das Publikum.

Mangelhafte Zauberkünste

Auch nach der Pause ließ die Truppe keinen Zweifel an der Inkompetenz der befriedigenden Fee, bei der es wegen mangelhafter Zauberfähigkeiten zu "gut" nicht gereicht hatte. Ungeachtet dessen zog Sixpack sofort nach der Pause das Publikum mit einem Medley von Boney M-Hits in seinen Bann. "Ma Baker", "Sunny", "Rasputin" und "Daddy Cool" forderten zum Mitklatschen heraus, während bei "Fields of Gold" von Gordon Matthew Sumner, besser bekannt als "Sting" wieder Gefühl pur angesagt war. Dann riskierte Tenor Bernd Esser mit "O mio babbino caro" einen Vergleich mit Anna Netrebko, den das verzückte Publikum mit tosendem Applaus quittierte.

Dank des Orakels von Memphis und eines Medleys von Abba Songs gelangen die Gesangsinterpreten an ihr Ziel, sie finden den Dancing King. Ihre Gefühle fassen sie mit dem "Seven Seconds" Rap in Worte. "Wenn wir etwas wirklich wollen, dann kriegen wir's. Wir gehen durch Täler der Tränen, heben die Hände zum Himmel, sagen nicht allen die Wahrheit, sind zwar nicht immer im Bilde...."

Aber "Sixpack" fasziniert das Publikum, wo immer die sechs komischen kongenialen Barden auch auftreten. Deshalb ließen die Eggolsheimer das Ausnahme-Ensemble auch nicht ohne Zugaben von der Bühne. Dabei rührte Tenor Bernd Esser als sächsische Paola mit "Blü bajü" (Blue Bajou) und komödiantischem Geschick zu Lach-Tränen.

Wie hieß es im Rap: "Danke für diesen Moment! Für dieses Riesengeschenk!"

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