Forchheim
Drogenbesitz

650 Gramm Marihuana in Forchheim gezüchtet

Ein Forchheimer züchtete 650 Gramm Marihuana. Er wurde vom Amtsgericht Forchheim verurteilt. Warum es trotzdem eine milde Strafe gab.
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Symbolfoto einiger Marihuana-Pflanzen. Foto: dpa - Bildfunk
Symbolfoto einiger Marihuana-Pflanzen. Foto: dpa - Bildfunk
"Es war nichts Rauchbares dabei", rechtfertigte sich der Forchheimer Angeklagten. Er musste sich wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor dem Forchheimer Amtsgericht verantworten. Das Urteil lautete ein Jahr und zwei Monate.
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Der 34-Jährige Forchheimer gestand den Vorwurf des Besitzes von Betäubungsmitteln. Er hatte die Aufzuchtanlage "von einem Kollegen gekauft, weil der eine neue Freundin hatte - die wollte das Zeug nicht in der Wohnung haben". Deshalb habe er das für 150 Euro gekauft. Der Angeklagte "wollte wieder was zum Rauchen haben". Das sei der Grund für die Anschaffung gewesen.


Mit den 650 Gramm Marihuana einen Whiskey ansetzen

Im Januar habe er mit der Zucht angefangen. Der Forchheimer dachte, dass "das Zeug wie Unkraut wächst." Am 3. August ist er aufgeflogen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er insgesamt 650,3 Gramm Marihuana gezüchtet. Weil das Marihuana von "schlechter Qualität" war, wollte der Forchheimer "damit einen Whiskey ansetzen".

Dennoch betrug der Gesamtwirkstoff THC 13,8 Gramm. "Das ist beinahe das Doppelte einer nicht geringen Menge", bekräftigte Staatsanwältin Isabel Brzezicha.

Der 34-Jährige ist seit Januar bei einer ambulanten Drogentherapie. Diese habe er freiwillig begonnen.


Forchheimer gibt Waffen und Utensilien zurück

Bei der Untersuchung wurden verschiedene Gegenstände beim Angeklagten gefunden: Bongs (Wasserpfeifen), Schreckschuss-Pistole, Luftdruckgewehr und Elektroschocker. Der Forchheimer stimmte der Beseitigung dieser Utensilien zu. Einzig sein Handy, wollte der Forchheimer zurück, welches ebenfalls eingezogen wurde.

Die Bereitschaft zur Beseitigung sah Staatsanwältin Brzezicha positiv. Außerdem sei das Geständnis, die Drogentherapie und die "Blauäugigkeit" des Forchheimers strafmildernd. Dennoch hatte der Angeklagte "eine große Menge", weshalb eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten gefordert wurde.

Brzezicha sah dazu eine gute Sozialprognose. Denn er habe einen Job, soziale Kontakte, sei in Vereinen tätig und stehe fest im Leben.

Der Verteidiger Nico Prager wollte einen "minderschweren Fall" erwirken. Der 34-Jährige sei geständig, die damalige Freundin sei deswegen weg und er habe den Führerschein verloren. Er plädierte für eine Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung.

Richterin Silke Schneider folgte dem Strafmaß der Staatsanwältin. Das Urteil lautete ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung. "Die Sache ist klar", erläuterte sie. Es sei beinahe das doppelte einer nicht geringen Menge. Warum das Urteil dennoch am unteren Rahmen des Strafmaßes blieb, erklärte Schneider mit vielen Aspekte, die zugunsten des Angeklagten galten: das Geständnis, die Therapie, keine Vorstrafen, Eigenbedarf, Beseitigung der Utensilien und Waffen.

Auch die Bewährungskriterien seien gegeben. Als Bewährungsauflage muss der Forchheimer insgesamt 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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