Hausen
Initiative

426 Unterschriften für erstes Bürgerbegehren in Hausen übergeben

In der Gemeinde Hausen wird es erstmals ein Bürgerbegehren geben. Die Initiatoren wehren sich gegen das neue Baugebiet "Am Wöhrgarten".
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Friedrich Nolting (links) übergibt Bürgermeister Gerd Zimmer die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren. Foto: Pauline Lindner
Friedrich Nolting (links) übergibt Bürgermeister Gerd Zimmer die Unterschriftenliste für das Bürgerbegehren. Foto: Pauline Lindner

Das erste Bürgerbegehren in der Gemeinde Hausen wurde in Gang gesetzt. Friedrich Nolting übergab am Mittwoch Bürgermeister Gerd Zimmer (SPD) eine Liste mit 426 Unterschriften. Die Unterzeichner wenden sich gegen das Baugebiet "Am Wöhrgarten".

Die Anzahl der Unterschriften genügt, das Quorum für einen Bürgerentscheid zu erfüllen. Denn benötigt werden zehn Prozent der Wahlberechtigten, die rund 3700 Personen in Hausen umfassen. Die Gemeindeverwaltung muss nun die Zulässigkeit überprüfen und der Gemeinderat dies binnen vier Wochen feststellen. Im Zeitraum von drei Monaten ab diesem Beschluss ist der Bürgerentscheid an der Wahlurne durchzuführen. Das wird vermutlich Anfang Januar 2019 sein.

"Besonders schützenswert"

Das Areal im Osten von Hausen Richtung Kanal ist im bestehenden Flächennutzungsplan und im Wasserwirtschaftsplan als besonders schützenswert eingestuft. Zum einen soll damit die Kanalachse als Luftschneise von Bebauung freigehalten werden, zum anderen handelt es sich dort um bewässerte landwirtschaftliche Flächen, auf denen überwiegend Feingemüse angebaut wird.

Sommer liefert Argument

Der trockene Sommer mit einem Starkregen im Juli lieferte den Bebauungsgegnern ein weiteres Argument. Denn der Hirtenbach trat an diesem Tag kurz vor seiner Mündung in den Kanal über die Ufer und überschwemmte das heutige Ackerland. Das Areal liegt eine Geländestufe unter der bebauten Industriestraße und würde der tiefstgelegene bebaute Teil der Hausener Gemarkung sein. In der Sommertrockenheit zeigten sich deutlich die Vorteile der Bewässerungsanlagen mit Pumpen, die aus früheren Wasserrädern hervorgegangen sind.

Die Initiatoren

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens - neben Nolting noch Helga Tischer und Marion Adami - sehen wegen der Hochwassererfahrung die Gemeinde in der Pflicht, junge ansiedlungswillige Bürger vor Fehlplanungen und möglichen wirtschaftlichen Schäden zu schützen.

Als weiteren Punkt führen sie die heute schon bis zum Anschlag ausgelastete Kanalisation samt Kläranlage auf. Ihrer Meinung zufolge müsse die Abwasserbeseitigung erweitert und ertüchtigt werden. Diese Kosten würden alle Bürger tragen müssen, meinen sie. Dafür reiche der "Erlös" in Form von 40 Prozent der Fläche des Baugebiets im Wert von etwa einer Million Euro nicht aus. Vor allem deshalb nicht, weil in Hausen ein Sanierungsstau vorliege. Den letzten Punkt bestätigte auch der Bürgermeister, der ein Befürworter des Baugebietes "Wöhrgarten" ist. Er sieht aber keine besondere Verknüpfung mit der Baugebietsausweisung.

Recht gibt er Nolting und seinen Mitstreitern auch, was Baulücken (zirka 30) im Altbestand und in den neuen Baugebieten angeht. Im Gegensatz zum jüngsten Baugebiet "Lohe V" sind in den anderen Neubaugebieten keine Bauverpflichtungen innerhalb einer bestimmten Jahresfrist ausgesprochen worden. Deshalb heben viele Alteigentümer Grundstücke für ihre Nachkommen auf.



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