Dormitz
Gemeinderat

26 neue Wohnungen "Am Brandbach" in Dormitz

35 Stellungnahmen und Einwände gab es zu einem geplanten Baugebiet in Dormitz: wegen Immissionsschutz, Artenschutz und Hochwasserproblematik.
Artikel drucken Artikel einbetten
Auf dem Baugebiet "Am Brandbach"  am Ortsausgang von Dormitz in Richtung Neunkirchen  sollen  fünf Häuser mit 26  Wohnungen, eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen  sowie ein Kinderspielplatz entstehen.  Foto:   Karl Heinz Wirth
Auf dem Baugebiet "Am Brandbach" am Ortsausgang von Dormitz in Richtung Neunkirchen sollen fünf Häuser mit 26 Wohnungen, eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen sowie ein Kinderspielplatz entstehen. Foto: Karl Heinz Wirth

Die Nachfrage nach Wohnraum in der Gemeinde Dormitz ist groß. Auf dem Baugebiet "Am Brandbach" sollen 26 Wohneinheiten mit begrünten Dächern, eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen sowie ein Kinderspielplatz entstehen. Deshalb behandelte der Gemeinderat die dritte Änderung des Flächennutzungsplans und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. Insgesamt wurden 35 Stellungnahmen und Einwände eingereicht und beschlussmäßig behandelt. "Die Einwände und Stellungnahmen haben wir sehr ernst genommen", sagte Bürgermeister Holger Bezold (FW). In unterschiedliche Themenkomplexe - Immissions-, Arten- und Hochwasserschutz - hatte Stefan Redelbeck vom Planungsbüro Paul die Einwände gegliedert. Das Plangebiet befindet sich im Überschwemmungsgebiet des Brandbaches. Durch Auffüllung geht Retentionsraum verloren, was negative Auswirkungen auf angrenzende Grundstücke haben könnte, teilte der Abwasserverband Schwabachtal mit. Dem widersprachen die Räte.

Sorge vor Überschwemmungen

Der Umfang von möglichen Überschwemmungen sei unter der Verwendung der Grundlagendaten aus dem integralen Hochwasserschutzkonzept ermittelt worden, erklärte Bürgermeister Bezold. Dabei sei festgestellt worden, dass nur ein Teil des Plangebiets im Überflutungsbereich liege, der einen Erhalt des Retentionsraumes bei veränderter räumlicher Anordnung ermögliche und nachteilige Veränderungen des Wasserspiegels und Rückstau verhindere. Die Hinweise des Bayerischen Bauernverbands zu möglichen Emissionen aus der Landwirtschaft beschlossen die Räte bei der weiteren Ausarbeitung des Bebauungsplanes zu berücksichtigen. Das Landratsamt Forchheim verwies in seiner Bewertung auf Lärmimmissionen durch Verkehrslärm, den Betrieb des angrenzenden Verbrauchermarkts und den Betrieb der Bushaltestelle.

Zwei Meter hohe Lärmschutzwand

Stefan Redelbeck vom Planungsbüro merkte dazu an, dass zum Schutz der späteren Bewohner und Nachbarn bauliche Vorkehrungen zur Verminderung von Schallentstehung und Abschirmung mit einer Lärmschutzwand mit zwei Metern Meter Höhe und der Einhausung der Zufahrt zur Tiefgarage geplant werden. Im Bereich der Zufahrt zum Baugebiet liegt die Bushaltestelle "Erleinhofer Straße" in Form einer Busbucht am Straßenrand. Das Landratsamt bemängelte in seiner Stellungnahme: Sollte die Zufahrt zum Baugebiet wie geplant bleiben, sei der Halt der Busse an der Haltestelle nicht mehr gewährleistet, da auch Gelenkbusse fahren und durch ihre Länge die Haltestelle nicht mehr ausreiche. Damit würden für Verkehrsteilnehmer gefährliche Situationen entstehen. Auch im Hinblick auf das anstehende Thema barrierefreier Haltestellenausbau sei eine gute Anfahrbarkeit der Haltestelle zu gewährleisten, teilte das Landratsamt mit. Redelbeck teilte den Räten dazu mit, dass für die Ausgestaltung der Einfahrt detaillierte Planunterlagen mit der Darstellung von Schleppkurven ergänzt wurden. Auch die Möglichkeit eines späteren barrierefreien Ausbaus sei berücksichtigt und in die Planzeichnung aufgenommen worden. Die Forderungen aus Einwänden, die Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer auszubauen und ausreichend zu verbreitern, nahmen die Räte zur Kenntnis mit dem Hinweis, dass die planerische Zuständigkeit für den Radweg einschließlich Querungshilfe beim Staatlichen Bauamt Bamberg liege und im Zusammenhang mit dem Neubau der Brücke über den Brandbach bearbeitet wird. "Der Bebauungsplan greift in diese Planungen nicht ein", teilte Bürgermeister Bezold mit. Nach eingehender Beratung aller Einwände beschlossen die Räte einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans. Die Verwaltung wurde beauftragt, die beiden Anhörungsverfahren mit den Entwurfsunterlagen durchzuführen.

Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren