Forchheim
Arbeit

221 Ausbildungsstellen im Landkreis Forchheim noch unbesetzt

Metzger, Koch und Schreiner sind Berufe, die bei jungen Menschen nicht gerade beliebt sind. Viele dieser Betriebe suchen händeringend nach Auszubildenden, doch Handwerk und Nahrungsmittelgewerbe können kaum mehr überzeugen.
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Foto: Archiv
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Metzger, Koch und Schreiner sind Berufe, die bei jungen Menschen nicht gerade beliebt sind. Viele dieser Betriebe suchen händeringend nach Auszubildenden, doch Handwerk und Nahrungsmittelgewerbe können kaum mehr überzeugen.


Industrie ist interessanter

"Viele Jugendliche zieht es in die Industrie, da sie sich dort bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung erhoffen als im Handwerk", erklärt Herman Zeis, Pressesprecher der Agentur für Arbeit in Forchheim.
Im Ausbildungsjahr 2014/2015 gab es im Landkreis Forchheim 745 Bewerber für Berufsausbildungsstellen und 611 gemeldete Ausbildungsstellen. Trotzdem sind noch 221 Stellen im Landkreis unbesetzt. Diese Diskrepanz kommt daher, dass sich viele Jugendliche auf zwei Stellen beworben und nur eine Stelle genommen haben.
Außerdem pendeln einige Azubis auch in die umliegenden Landkreise Bamberg und Erlangen-Höchstadt, weil sie dort eine Ausbildungsstelle gefunden haben.

Insgesamt hat sich die Ausbildungssituation verbessert. Vor einigen Jahren seien es noch doppelt so viele Bewerber wie Stellen gewesen, so Zeis. Besonders beliebt sind Ausbildungsplätze als Industriemechaniker, Industriekaufmann und Bürokaufmann.
Weniger gefragt sind die Ausbildungsstellen der medi zinischen Fachangestellten und der Verkäufer in allen Bereichen. Hans Derbfuß, Obermeister der Fleischer-Innung Forchheim kennt das Problem des Azubi-Mangels: "Es könnten viel mehr Jugendliche ausgebildet werden, wenn sie den Willen dazu hätten."


Immer mehr Studierende

Der Trend zur handwerklichen Ausbildung gehe seit Jahren zurück, weiß Derbfuß. Als Grund für diesen Rückgang sieht er die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche studieren und sich immer weniger für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden. Oft sind es die Kinder der Unternehmer, die die Betriebe am Leben halten und sie zu Familienbetrieben umwandeln.
Derbfuß versichert, dass es nicht so schwer sei, einen Ausbildungsplatz im Handwerk zu bekommen. "Die Schulnoten sind zweitrangig. Es ist wichtig, dass die Bereitschaft zum Arbeiten und ein Interesse an der Arbeit vorhanden ist", sagt er. Eine Ausbildung im Handwerk lohnt sich seiner Meinung nach: "Nicht nur in der Industrie, sondern auch im Handwerk hat man gute Chancen auf eine Karriere."
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