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Forchheim
Gericht

20-jähriger Forchheimer hat gestritten, gedroht und zugeschlagen

Seit zwei Jahren rastet ein 20-jähriger Forchheimer immer wieder aus. Jetzt muss sich der notorische Schläger vor Gericht verantworten.
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Immer wieder ist ein junger Forchheimer in den vergangenen zwei Jahren ausgerastet.  Symbolfoto: Christopher Schulz
Immer wieder ist ein junger Forchheimer in den vergangenen zwei Jahren ausgerastet. Symbolfoto: Christopher Schulz

Mehrfache gefährliche und vorsätzliche Körperverletzung, Bedrohung, Nötigung, Beleidigung, versuchte Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - die Liste der Straftaten, die ein 20-Jähriger aus Forchheim in gerade einmal zwei Jahren zusammengebracht hat, ist lang. Jetzt muss er sich vor dem Amtsgericht Bamberg verantworten. Es wurde eine aufwendige Beweisaufnahme, die erst am 28. Februar in ein Urteil vor dem Jugendschöffengericht münden wird.

Zu vielen Vorwürfen, die Staatsanwalt Andreas Uhlstein aufgelistet hat, kann oder will der Angeklagte Hakan G. nichts sagen. Oft ist aus seinem Munde zu hören, er sei "alkoholisiert und sehr wütend" gewesen.

Blaues Auge

Einmal fällt auch das Wort Crystal Meth. Auch am 30. April 2018, als er kurz vor Mitternacht auf der Sportinsel Forchheim mit einer Gruppe Gleichaltriger aneinandergeriet. Nachdem er dem ersten einen Faustschlag ins Gesicht verpasst hatte und ein zweiter beruhigend auf den Aggressor einwirken wollte, bekam auch dieser zwei Hiebe in die rechte Gesichtshälfte ab. Sichtbares Zeichen war ein blaues Auge. Ein Mädchen, das den handfesten Streit schlichten wollte, traf er am Hinterkopf.

Ähnliches war zuvor schon vor der Bar "Paletti" passiert. Auch da mit mehreren Verletzten. Als nur wenige Minuten später eine Polizeistreife anrückte, drohten der Angeklagte und zwei seiner Bekannten den Beamten mit erhobenen Fäusten und lauten Worten. Erst die Aussicht, Bekanntschaft mit Schlagstock und Pfefferspray zu machen, hielt das Trio nach Ansicht der Staatsanwaltschaft von einem tätlichen Angriff ab.

Knapp drei Wochen später fiel der Angeklagte erneut unangenehm auf. Diesmal um kurz vor 2 Uhr nachts im Gasthaus "Schlössla", wo er einem Mann die Nase brach. Vor Richter Martin Waschner rechtfertigte sich der 20-Jährige, er sei zuerst geschlagen worden.

Rettungswagen attackiert

Glimpflicher ging es wiederum fünf Wochen später ab. Nach 3 Uhr morgens attackierte er mitten auf der Kantstraße einen BRK-Rettungswagen samt Besatzung. Zuerst mit ausgestrecktem Mittelfinger, danach mit Worten wie "Arschlöcher", "Hurensohn" und "Missgeburt", zuletzt mit Schlägen gegen das Fahrzeug. Die waren allerdings so saft- und kraftlos, dass keinerlei Schaden entstand.

Erneut eine Woche danach traf er an einer Tankstelle in der Bamberger Straße nach Mitternacht auf eine Freundin, der er kurzerhand das verpasste, was der Franke eine "Schellen" nennt. Es sollte nicht das letzte schmerzhafte Aufeinandertreffen sein. Nur wenige Tage dauerte es, bis der Angeklagte sein Opfer an einer Bushaltestelle in der Bammersdorfer Straße antraf, wo es mehrere Schläge gegen den Oberkörper hagelte.

Üble Beleidigungen

Dabei hatte das Ganze bereits zwei Jahre zuvor mit verbaler Gewalt angefangen. Im Dezember 2016 drohte er seiner damals 17-jährigen Freundin per Facebook-Messenger: "Ich brech Dir morgen alle Knochen, früh auf dem Weg zur Schule. Ich bocks Dein Fett aus Dir raus!"

Etwas Ähnliches wiederholte sich im August 2017. Da schrieb der Angeklagte in Rage: "Geh zur Polizei, und ich gehe zum Jugendamt und zerstör Deine Familie. Ab jetzt überleg Dir, was Du tust. Ich zieh meine Drohung jetzt durch (...) werde Dich ins Heim stecken lassen (...) Ich weiß alles über Dich, und dann lassen die Dich auch nicht mehr bei Deiner Mutter leben."

Infolge dieser Drohung und Nötigung sei das verängstigte Mädchen dann tatsächlich nicht zur Polizei gegangen, so Staatsanwalt Uhlstein. Dafür tauchte plötzlich die Mutter des Mädchens auf. Als sich beide zufällig im Forchheimer Norden auf der Straße trafen, kam es zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung. Als der junge Mann mit Schlägen drohte, eilte die Mutter davon.

Wochenende der Gewalt

Im Unklaren bleibt vorerst auch, warum er sich mit seiner Freundin stritt, "mit der ich keine Beziehung hatte". Das konnte der Angeklagte nicht einmal seinem Pflichtverteidiger Thomas Gärtner aus Bamberg plausibel erklären. Immerhin hatte es im August 2018 ein Wochenende der Gewalt gegeben. Einer 25-jährigen Frau drohte er per WhatsApp-Nachricht: "Und wenn ich raus bin, stech ich Dein Kind vor Dir ab (...) und danach Dich."

Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, suchte er sie am Folgetag zu Hause auf und würgte sie am Hals. Was ihm aber offensichtlich nicht reichte, denn in der Nacht läutete er bei einer Freundin der 25-Jährigen, wo diese übernachtete, Sturm. Es kam zu einem wahren Hagel an Faustschlägen und einem Fußtritt gegen den Kopf des bereits am Boden liegenden Opfers. Das dabei gebrüllte "Das ist Dein letztes Ding. Ich bringe Dich um. Du kommst nicht mehr heim zu Deinem Kind und Deiner Mutter", begleitete den Ausbruch. Weshalb aus Sicht der Ermittler zuerst auch ein versuchter Totschlag in Frage kam.

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