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Ebersbach
Naturschutz

180-jährige Eiche in Ebersbach soll weiterleben

Die Eiche von Ebersbach (Marktgemeinde Neunkirchen am Brand/Kreis Forchheim) war schon so gut wie tot. Plötzlich scheint dem Baum eine große Zukunft beschieden.
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Genehmigt der Gemeinderat der Eiche von Ebersbach weitere 15 Jahre Lebenszeit? Die Entscheidung fällt am Mittwoch. Foto: Bernhard Birnfeld
Genehmigt der Gemeinderat der Eiche von Ebersbach weitere 15 Jahre Lebenszeit? Die Entscheidung fällt am Mittwoch. Foto: Bernhard Birnfeld
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Ihr Ende war beschlossene Sache. Doch nun winken der 180-jährigen Eiche in Ebersbach (Markt Neunkirchen am Brand) mindestens 15 weitere Lebensjahre. Vorausgesetzt, die Gemeinderäte ändern ihre Meinung. Im März hatten sie beschlossen, den Baum zu fällen: weil der Stamm morsch und die Kronenäste gefährlich seien, begründete dies der Rat. Zumal auf dem Nachbargrund ein Hausbau geplant sei.

Die Grünen hatten dann einen Eilantrag gestellt: Ein Gutachten sollte her, bevor der Baum voreilig gefällt würde. Er habe dem Antrag nachgegeben, "obwohl es nicht zwingend nötig gewesen wäre", sagt Bürgermeister Heinz Richter (FWG). Das Gutachten des Baum-Experten Roland Dengler aus Lauf werde nun im Gemeinderat am Mittwoch beraten.

Bernhard Birnfeld vom Bund Naturschutz (BN), Ortsgruppe Neunkirchen am Brand, geht davon aus, dass die Eiche nicht fallen muss.
Birnfeld beruft sich auf das Ergebnis des Gutachtens: Der Baum sei gesund und für sein Alter überdurchschnittlich vital. Die Standsicherheit sei nicht in Frage gestellt. Die Faulstellen aufgrund einer "dubiosen Wurzelkappung" vor drei Jahren sowie ein lokaler Ameisenbesatz seien zu vernachlässigen. "Lediglich Pflegemaßnahmen wie ein Kronenschnitt durch die Gemeinde sind überfällig", fordert Birnfeld. Er weist aber auch auf "deutliche Widersprüche" hin, die er aus dem Gutachten herausliest: Einerseits werde der Eiche Vitalität bescheinigt, andererseits aber nur eine weitere Lebensdauer von 15 Jahren.

Radius einhalten?

"Würde man diesen Maßstab auf alle alten Bäume anwenden, müssten man davon ausgehen, dass sämtliche Großbäume in 15 Jahren verschwunden wären", kritisiert der BN-Sprecher.

Ein Problem sieht er auch darin, dass die Baumaßnahme auf dem Nachbargrund der Ebersbacher Eiche bereits genehmigt sei, laut Baumgutachten aber im Radius von acht Metern nicht gebaut werden soll. Die Gemeinde nehme den Erhalt alter Bäume ernst, betont Bürgermeister Richter. Das sei am Beispiel der Linde im Klosterhof deutlich geworden: "Nach einer Wurzelbehandlung haben wir die ortsbildprägende Linde mit viel Aufwand erhalten." Nun müsse der Gemeinderat entscheiden, wie wichtig die Eiche von Ebersbach sei und welche Pflege-Maßnahmen zu rechtfertigen wären.

Doch der BN drängt darauf, die Entscheidung erneut zu vertagen. "Wir regen an, die Situation noch einmal genauer zu untersuchen, bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden", sagt Bernhard Birnfeld. "Die Eiche ist immerhin zwei bis drei Menschenleben alt und kann als Stieleiche durchaus mehrere Jahrhunderte alt werden. Der BN hält das Gutachten aufgrund seiner Widersprüche für nicht schlüssig. Der Baum sei aufgrund seines Alters und Zustands zu erhalten und habe Potenzial, ein schützenswertes Naturdenkmal zu sein.






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