Heiligenstadt
Brauchtum

1500 Eier kommen auf 167 Bürger

In Oberngrub und den anderen Ortsteilen von Heiligenstadt wurden die Osterbrunnen mit viel Aufwand, Hingabe und Kreativität wieder zu echten Hinguckern.
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Am Familienzentrum befindet sich einer von insgesamt vier Osterbrunnen in Heiligenstadt. Fotos: Marktgemeinde Heiligenstadt
Am Familienzentrum befindet sich einer von insgesamt vier Osterbrunnen in Heiligenstadt. Fotos: Marktgemeinde Heiligenstadt
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Viele Touristen waren auch in diesem Jahr wieder gekommen, um die Osterbrunnen der Fränkischen Schweiz zu bewundern. In der Marktgemeinde Heiligenstadt und ihren Ortsteilen wurden in diesem Jahr insgesamt 17 Osterbrunnen geschmückt. Dabei wurden von etwa 233 Helferinnen und Helfern insgesamt fast 18 000 Ostereier verarbeitet.

Deshalb hatte Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) Vertreterinnen und Vertreter aller Gemeinden ins Rathaus zum Kaffeetrinken eingeladen. "Das ist jedes Jahr ein Haufen Arbeit", meinte Monika Klaus, die das Schmücken des Osterbrunnens in Oberngrub organisiert. Im Januar beginnen dort sechs bis acht Frauen mit dem Bemalen der echten Eier. Wenn die Damen zum Beispiel einen Kuchen backen, dann wird das Ei nicht zerschlagen, sondern ausgeblasen. Oberngrub hat 167 Einwohner und verarbeitet im Osterbrunnen etwa 1500 Eier. "Die Hasenschule haben wir heuer erneuert", erzählte Monika Klaus und verriet, dass die Helferinnen kurz vor Ostern extra Urlaub nehmen für das Schmücken.

Die Trockenheit hat ihren Preis

"Bei mir geht es nach der Arbeit los. Erst geht's heim, dann wird sich umgezogen und dann wird im Feuerwehrhaus gebunden", erzählte Rosemarie Brehm aus Kalteneggolsfeld. Der Ort hat 137 Einwohner und für den Osterbrunnen werden etwa 1000 Eier gebraucht. Die Helferinnen beginnen 14 Tage vor Palmsonntag mit den Vorbereitungen, denn an Palmsonntag soll der Brunnen fertig geschmückt sein. Ein Problem in diesem Jahr war jedoch die große Trockenheit. Die Qualität des Grünzeugs litt darunter. Mittlerweile sind die gebundenen Kränze und Bögen bereits vertrocknet, die Eier fallen ab und gehen kaputt.

In Burggrub mit 149 Einwohnern und in Zoggendorf (93) gibt es sogar je zwei geschmückte Osterbrunnen. In Heiligenstadt selbst werden der Brunnen am Markt, der Forellen- und der Schneckenbrunnen von Bärbel Dorsch und ihren Helfern geschmückt. Sie beraten auch die Mitarbeiter und Bewohner vom Familienzentrum, denn auch dort gibt es einen Osterbrunnen. "Wir verwenden aber Plastikeier", musste Dirk Zimmer eingestehen. Den Brunnen am Marktplatz bewunderten in diesem Jahr zahllose Touristen, 100 Reisebusse wurden gezählt.

Alles in Eigenleistung

Veilbronn hat 79 Einwohner. Hier kümmern sich Manuela Gracz und Jessica Müller um den kleinen Osterbrunnen. "Wir mussten ihn aber stilllegen, weil Kinder Schottersteine reingeworfen haben", erzählte Manuela Gracz. Und Hildegard Lang berichtete, dass in Oberleinleiter trotz Bauarbeiten ein Osterbrunnen geschmückt worden ist. Der bekam in diesem Jahr keine Krone, sondern einen Hasen zur Krönung. Oberleinleiter hat 169 Einwohner und verwendet etwa 600 Ostereier.

Bisher wurde alles in Eigenleistung geschafft. Bärbel Dorsch fragte in den Dörfern die Materialkosten ab und kam auf die Summe von 1800 Euro. Dieses Geld stellte die örtliche Raiffeisenbank zur Verfügung. Vorsitzender Reinhard Dölfel erklärte, dass der jährliche Spendenetat in Höhe von 20 000 Euro für gemeinnützige Tätigkeiten in der Region genutzt werde. "Und daran wird sich nach der Fusion mit der Raiffeisenbank Hollfeld nichts ändern."

Die Osterbrunnen sieht er nicht nur als Brauchtum und Tradition, sondern auch als einen wichtigen Aspekt für den Tourismus in der Marktgemeinde. Bürgermeister Krämer berichtete, dass Reiseunternehmen im Bürgerbüro sogar nach geführten Osterbrunnenfahrten fragen. Er bedankte sich bei den Helfern für ihr Engagement, dann ließen sich alle Kaffee und Kuchen schmecken.

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