Forchheim
Urban Gardening

15 Freiwillige engagieren sich im Stadtgarten in Forchheim: Erste Pflänzchen sprießen

Das Projekt auf der Roten Mauer, etwas Grün in die Stadt zu bringen, nimmt langsam Farbe an. Im "Stadtgarten Forchheim" engagieren sich bereits 15 Freiwillige. Bald werden hier Zucchini und Rote Bete wachsen.
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Stefan Först sitzt auf einem der grünenden Hochbeete.  Fotos: Barbara Herbst
Stefan Först sitzt auf einem der grünenden Hochbeete. Fotos: Barbara Herbst
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Die Beete stehen, die Pflanzen wachsen: Unter dem eigens angepflanzten Saatgut befinden sich die verschiedensten Gemüsearten, zum Beispiel mehrere Chili- und Paprikasorten und vier oder fünf verschiedene Erbsensorten. "Man kann den Leuten bewusst machen, wie viel Arbeit hinter einem Mittagessen steckt", so Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO).

Neben dem Gemüse werden bestimmte Blumen angepflanzt, die den Bienen als Nahrung dienen sollen. "Die eigene Herstellung von Lebensmitteln regt die Auseinandersetzung mit dem Konsumverhalten an", erklärt der Oberbürgermeister, "und stärkt den Bezug zu den Lebensmitteln." Seitens der Stadt sei das Projekt deshalb sofort angenommen worden.

Kein Schutz vorhanden

Das einzige Risiko, über das aktuell noch nachgedacht wird, ist der Vandalismus. Denn die Rote Mauer und damit auch die Hochbeete sind für jeden frei zugänglich . Durch ihre Höhe sind sie vor Hunden zwar geschützt, jedoch nicht vor menschlichen Eingriffen. "Wir werden es der Polizei empfehlen, ab und zu mal vorbei zu schauen", so Stumpf. Er hofft, dass die Beete von jeglichem Vandalismus verschont bleiben. Doch wie sich in Projekten anderer Städte zeigte, sind die Urban-Gardening-Beete bisher meist frei von solchen Eingriffen geblieben.
Ulrike Eichler, Vorsitzende des Fördervereins Forchheimer Bastionsgärten e.V., sieht für die Stadt Forchheim selbst den Vorteil, den öffentlichen Raum dadurch sinnvoll zu nutzen und ein positiv soziales Umfeld zu schaffen.

Der provisorisch errichtete grüne Maschendrahtzaun, der sich aktuell noch am oberen Ende entlang der Roten Mauer befindet, soll bald entfernt werden, erklärt Herbert Fuchs, Leiter des Gartenamts. Stattdessen ist dort eine Rosenhecke gepflanzt worden, die bald als Absturzsicherung dienen wird. Eichler erklärt: "Man muss sich erstmal um die Beete kümmern, dann um das Umfeld." Des Weiteren ist für die Zukunft geplant, Führungen für Schulklassen zu organisieren, sowie zehn weitere Hochbeete auf dem Grund anzulegen.

Ein Projekt für Jung und Alt

Der 32-jährige Stefan Först, der schon Erfahrung mit Selbsternteprojekten hat, ist nur eines der rund 15 freiwilligen Mitglieder der Urban-Gardening-Gruppe. Er ist begeistert von der Umsetzung des Projektes und der Beteiligung der Menschen im Grünen: "Es ist ein schöner Aspekt, dass die Leute zusammen kommen, statt nur vor dem Computer zu sitzen".

Wie er selbst berichtet, setzt sich die Gruppe aus allen Altersklassen zusammen, sowohl junge Menschen, als auch Ältere. Auch mit seinem Beruf lässt sich das leicht vereinbaren: "Es ist ein Gemeinschaftsprojekt, da hilft man sich gegenseitig", so der Gesundheits- und Krankenpfleger. Die biologisch bewirtschafteten Erträge werden dabei von den Gärtnern selbst gegessen.

Für den Winter ist geplant, die Hochbeete vor Ort stehen zu lassen und mit Zweigen und Grüngut abzudecken, um sie so vor Kälte und dem Erfrieren zu schützen.


Von Luisa Hölzel


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