Laden...
Thüngfeld
Medizin

Zukunft der Thüngfelder Zahnarztpraxis ist gesichert

Nicole Love hat in Thüngfeld die Praxis von Georg Fleischmann übernommen, der aber weiterhin mitarbeitet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mithilfe modernster Technik ist die Versorgung mit einer Krone in nur einer Sitzung möglich. Im Bild Nicole Love und ihr Partner Georg Fleischmann   Foto: Evi Seeger
Mithilfe modernster Technik ist die Versorgung mit einer Krone in nur einer Sitzung möglich. Im Bild Nicole Love und ihr Partner Georg Fleischmann Foto: Evi Seeger
+1 Bild

Der Schriftzug "dentallove" ist auf der Homepage, am Praxiseingang und auf der Schutzkleidung zu lesen. Ja "love", also Liebe, und genauso englisch wird es auch ausgesprochen. Zahnarzt und Liebe, wie geht das zusammen?

Das Rätsel lässt sich einfach lösen: "Eine Wortspielerei", sagt Nicole Love, die neue Zahnärztin im Schlüsselfelder Ortsteil Thüngfeld. Im Juli hat die 39-Jährige die Praxis von Dr. Georg Fleischmann übernommen. Nicht, dass der bekannte Schlüsselfelder Zahnarzt in den Ruhestand gegangen wäre: Er arbeitet weiter in der Praxis, jetzt allerdings als Angestellter.

"Du bist der Chef", sagt Fleischmann im Pressegespräch zu Nicole Love. Endlich habe er mit der ganzen Bürokratie nichts mehr zu tun. "Ich darf nur noch Zahnarzt sein." Das hat er sich offensichtlich schon lange gewünscht. Seit 30 Jahren praktiziert der heute 62-Jährige in Schlüsselfeld. "Ich habe seit langem einen Partner gesucht, der einmal die Praxis übernimmt", erzählt er. Den zu finden, sei extrem schwierig. Eine durchschnittliche Praxis verkaufe sich wesentlich leichter als eine so große. 400 bis 500 Patienten habe eine "Standardpraxis". Die Praxis in Thüngfeld hat gut die doppelte Patientenzahl.

Harmonische Zusammenarbeit

Da traf es sich gut, dass Nicole Love mit dem Gedanken spielte, sich selbstständig zu machen. Zuvor hatte sie siebeneinhalb Jahre in einer oralchirurgischen Praxis in Höchstadt gearbeitet. Fleischmann und die junge Zahnärztin kannten sich dadurch seit langem. Sie habe sich viele Praxen in der Region angesehen, sagt Love. Als Suchender habe man wesentlich mehr Chancen als beim Abgeben einer Praxis. In den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren würden viele Kollegen in den Ruhestand gehen und damit Praxen frei.

Für Schlüsselfeld hat sie sich entschieden, "weil ich wusste, wie er arbeitet und was mich erwartet". Eine "Zwei-Zimmer-Praxis" habe sie nicht gewollt, sondern eine mit fünf Behandlungszimmern und einen Partner, mit dem sie zusammenarbeiten konnte.

"Ich hätte es nicht besser erwischen können", sagt Fleischmann nach zwei Monaten. "Es harmoniert!" Beide profitieren von der Zusammenarbeit. Nicole Love von der Erfahrung, die ihr Kollege aus 30 Berufsjahren mitbringt, nicht zuletzt auch im Bereich der Bürokratie.

Fleischmann hat nach eigenen Worten "früher die gesamte Chirurgie weggeschickt". Der Tätigkeitsschwerpunkt seiner Nachfolgerin sei die orale Chirurgie. Als seinen eigenen Schwerpunkt nennt Fleischmann die vollkeramische Versorgung.

Das Team ist geblieben

Die Praxis verfüge auch über einen eigenen Zahntechniker und ein Labor, "in dem wir alles machen können". Das habe den Vorteil, dass der Techniker den Patienten "sieht", Korrekturen, zum Beispiel Farbanpassungen, sofort durchführen könne.

Nein, eine Überversorgung gebe es hier nicht. In Schlüsselfeld praktiziere ein weiterer Kollege, so dass es zwei Praxen mit drei Zahnärzten gebe. Das Praxisteam ihres Vorgängers hat Love komplett übernommen, dazu noch aufgestockt. Dass einige der Helferinnen schon 30 Jahre in der Praxis arbeiten, macht den einstigen Chef ein wenig stolz. Zeuge es doch von der guten Zusammenarbeit.

Und woher kommt nun der schöne Name "Love"? Von ihrem Mann, dessen Vater aus Amerika stammt. Die jungen Leute, beide aus der Rhein-Region, hat es beruflich nach Franken verschlagen. "Ich liebe meinen Beruf. Es gibt nichts Schöneres, als einem Patienten, der Probleme hat, helfen zu können", sagte die junge Zahnärztin. Gut zwei Monate nach der Praxisübernahme wird Nicole Love heute ab 12 Uhr zum Kennenlernen mit Kollegen, Freunden und Bekannten Einweihung feiern.