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Höchstadt a. d. Aisch
Rauchgenuss

"Zigarrenfreunde Franken " in Höchstadt gegründet

Die "Zigarrenfreunde Franken" haben sich als Verein etabliert. In geselliger Runde mit handgerollten Zigarren von Reynol Pérez Pereira aus Havanna.
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Foto: Pauline Lindner
Foto: Pauline Lindner
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Ein milder Geruch nach Tabak liegt über dem Zigarrenhaus Riegler. Mit flinken Bewegungen rollt Reynol Pérez Pereira die braunen Blätter zu dicke, geraden Zigarren. Der Kubaner ist Torcedor: Zigarrenrollermeister. Er versteht sich durchaus als Kunsthandwerker.

Seine ganz von Hand hergestellten Zigarren haben keinen Namen. "Das ist so üblich, auch wenn derselbe Tabak wie in der Manufaktur verwendet wird", lässt Pérez per Dolmetscher erklären. Seine Manufaktur ist La Laguito in Havanna, die den berühmten Tabak aus der Region Vuelta Abajo verarbeitet. "Sie ist bei Rauchern so bekannt wie Bordeaux beim Wein", klärt er über seine Heimat auf.

Pérez greift sich ein Blatt. Mit schnellen Griff reißt er die Rippe heraus und schneidet mit einem Spezialmesser die Ränder gerade - für das Deckblatt. Mit einem pflanzlichen Kleber heftet er die Lagen zusammen, damit das Gebilde nur aus Tabakblättern seine Form behält. Bestimmt sind seine Zigarren nicht für den Verkauf. Er bereitet sie für eine illustre abendliche Runde von Zigarren aficionados vor.

Die Tabakwelt ist gespickt mit spanischen Begriffen. Liegen doch die weltbesten Anbaugebiete im spanischsprachigen Raum und - so wird zumindest überliefert - Kolumbus brachte die Pflanze den spanischen Königen mit. Die Erinnerung an ihn steckt auch im Namen des "Club 92". Denn 1492 erreichte Kolumbus die westindischen Inseln.

Die einzige Aficionada - das ist die korrekte feminine Form _- in der Raucherrunde ist Nadine Rottmaier. Sie bekennt sich dazu, auch Zigaretten zu konsumieren, während ihr Freund sich als "eigentlich Nichtraucher" outet. Das bringt Rottmaier einen tadelnden Blick ein, hat sich doch die Runde dem natürlichen Rauchgenuss verschrieben. Die Zigaretten üblicherweise beigefügten Chemikalien wollen sie alle vermeiden.
"Sie lassen das Nikotin schneller ins Gehirn gelangen", weiß Alexander Starke. Darum sei auch dringend davon abzuraten, nach einer Zigarre noch eine Zigarette zu rauchen. Derweilen ziehen Rauchschwaden durch den Raum. Eindeutig weniger beißen, eher duftend als bei Zigaretten.

Die Männer und die eine Frau testen dazu noch Weine, ob sie zu den Zigarren passen. Und kommen dann langsam zu ihrem Hauptthema: Eine festgefügte Form für ihre Zusammenkünfte und ihr gemeinsames Interesse zu finden.
Sozusagen bei der zweiten Zigarre werden Vereinszweck und eine Satzung diskutiert. Der gemeinsame Erwerb besonderer Zigarren soll dazugehören, aber auch Veranstaltungen mit besonderem Genuss. Damit die Sache gleich rund wird, wird ein Vorstand gewählt. Markus Langosch übernimmt den Vorsitz, Florian Dürbeck seine Stellvertretung. Zum Schriftführer wird Hans-Jürgen Golembiewski gewählt und die Kasse verwaltet Alexander Starke.

Am 30. Mai findet die erste Jahresversammlung statt. Wer bis zu diesem Datum beitritt, gilt als Gründungsmitglied. Weitere Information und Kontakt zu den Zigarrenfreunden Franken ist über das Zigarrenhaus Riegler möglich.

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