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Zero Hero Erlangen: Unverpacktladen stößt auf große Resonanz

Erlangens erster Unverpacktladen hat geöffnet und scheint bei vielen Menschen einen Nerv getroffen zu haben.
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In Erlangen hat mit dem Zero Hero der erste Unverpacktladen der Stadt eröffnet.  In dem Geschäft gibt es alle Waren in Spendern und Schütten. Der Kunde bringt Gefäße mit und zapft selbst. Foto: Christian Bauriedel
In Erlangen hat mit dem Zero Hero der erste Unverpacktladen der Stadt eröffnet. In dem Geschäft gibt es alle Waren in Spendern und Schütten. Der Kunde bringt Gefäße mit und zapft selbst. Foto: Christian Bauriedel
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Die Erlanger Altstadt ist um ein Geschäft reicher. Seit kurzem kann man in der Hauptstraße, nahe des Martin-Luther-Platzes, im ersten Unverpackt-Laden der Stadt einkaufen.

Knapp 700 Produkte, von Müsli und Cornflakes, allemöglichen Nudeln, Reis über Schokolinsen, Trockenfrüchte und Honig bis hin zu Wasch- und Spülmittel kann man im "Zero Hero Erlangen" aus Spendern und Schütten in mitgebrachte Gefäße selbst zapfen.

Verpackungsloses Einkaufen, bei dem auch in der Lieferkette weitestgehend auf Verpackungsmaterial (vor allem aus Kunststoff) verzichtet wird, liege im Trend, sagt Thomas Linhardt. Das könne man auf der Biofachmesse deutlich sehen.

Zusammen mit seinem Geschäftspartner Arthur Koenig hat er 2017 in Nürnberg-Gostenhof einen Unverpacktladen eröffnet. Seit 8. August hat nun "Zero Hero Erlangen" geöffnet. Die Resonanz in den ersten zwei Wochen sei riesig, sagt Linhardt.

Der "Zero Hero Erlangen" sei biozertifiziert. Das ist ein Grund dafür, dass die Produkte etwas teuerer sind, als im konventionellen Supermarkt. Zudem lege man viel Wert auf Kundenberatung, was Personal voraussetzt. In Erlangen beschäftigt man bisher vier Mitarbeiter. "Und wir können bald ausbilden", sagt der 40-Jährige, der ursprünglich in der Werbebranche tätig war.

Ab September suche der Unverpacktladen einen Azubi für den Beruf des Einzelhandelskaufmanns. Natürlich sei das bei ihnen schon etwas anderes als etwa beim herkömmlichen Supermarkt. Das Wiederbefüllen der Spender sei das eine. Zum anderen habe man viel mehr Lieferanten, die koordiniert werden müssen. Denn Produzenten zu finden, die die Bioware auch noch in großen Papiersäcken liefern, anstatt in Plastik verpackt, sei gar nicht so einfach, sagt Linhardt.

Potenzial auch in Kleinstädten

Er sehe auch in Forchheim oder Herzogenaurach Potenzial für Unverpacktläden. Auf dem Land könne er sich etwa in Hofläden von Direktvermarktern Regale mit Spendern von Trockenwaren vorstellen. Pläne habe er momentan nicht. Aber Linhardt, der 2018 in Nürnberg den Bundesverband der Unverpacktläden mitgegründet hat, stehe gerne beratend zur Seite, wenn jemand einen solchen Laden eröffnen will. Er selbst wolle sich um seine beiden "Zero Heroes" kümmern. Am 9. September, von 18 bis 22 Uhr, gibt es im E-Werk in Erlangen eine Eröffnungsfeier mit DJ, Grill und Probierständen.

Unverpackt-Läden sind nicht völlig neu. Neben dem in Nürnberg gibt es sie in der Region auch in Bamberg oder in Würzburg. Im Sommer kommt ZeroHero in Erlangen also hinzu.

Lesen Sie auch: Bilanz für den Unverpackt-Laden in Bamberg: Ein Erfolgsmodell?

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