Herzogenaurach
Wünsche

"Wünsche wagen im Wünschewagen" - ASB Herzogenaurach startet Projekt für ganz Nordbayern

Schwerkranken Menschen soll deren letzter Wunsch erfüllt werden. Der ASB startet in Herzogenaurach mit seinem Wünschewagen im Januar.
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Der Wünschewagen ist innen speziell ausgestattet. Ein Sternenhimmel soll zum Träumen einladen.
Der Wünschewagen ist innen speziell ausgestattet. Ein Sternenhimmel soll zum Träumen einladen.
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Es sind nicht die "großen Sachen", weiß Caterina Hertweck. Die Erfahrung zeige ihr, dass es oftmals die Kleinigkeiten sind, die am Lebensende eine große Rolle spielen. Einfach noch mal durch einen Wald zu spazieren, mit den Enkeln ans Meer fahren, raus aus den eigenen vier Wänden zu kommen. Wünsche, die von Schwerkranken in ihrer letzten Lebensphase geäußert werden.

"Und die wollen wir erfüllen", sagt Hertweck. Sie ist die zuständige Frau beim Regionalverband des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Erlangen-Höchstadt für das sogenannte Wünschemobil. Im Jahr 2014 brachte der ASB Ruhr solch einen Wagen erstmals auf die Straße. Mittlerweile sind in ganz Deutschland fast 20 solcher Wagen unterwegs.

Ausgebildete Mitfahrer

"Wir starten hier in Herzogenaurach Anfang des Jahres", erklärt Hertweck. Dann steht der Wünschewagen auf der neuentstandenen Wache im Gewerbegebiet an der Nordumgehung. "Zuständig", erklärt ASB-Geschäftsführer Jürgen Seiermann allerdings stolz, "sind wir aber für ganz Nordbayern." Herzogenaurachs Dienststellenleiter Christian Stöcker weiß wie die anderen ASBler auch, um diese besondere Bedeutung. "Wir haben immer zwei Mitfahrer, die eine medizinische Ausbildung haben, um gegebenenfalls bei einem Notfall eingreifen zu können."

Im Mittelpunkt stehen der Wünschende und sein letzter Wunsch. Seiermann erklärt: "Das kostet den Betroffenen keinen Cent." Und auch ein Mitfahrer ist da mit dabei. Getragen wird das Projekt vom ASB und Spenden. Immerhin werden im Durchschnitt 900 bis 1500 Euro veranschlagt, um entsprechende Wünsche zu erfüllen. "Wir wollen alles machen, was möglich ist", sagt Hertweck. Einschränkungen gibt es kaum, es sollten allerdings keine Wünsche sein, die nicht innerhalb von zwei Tagen zu realisieren sind. Das liege auch daran, sagt Seiermann, "dass die Mitfahrer und Betreuer diese Arbeit ehrenamtlich machen und es daher auch für diese entsprechend geplant werden muss". Zumal er glücklich ist, dass sich bereits jetzt schon so viele engagierte Mitstreiter gefunden haben. Diese werden geschult, um auf die durchaus emotionalen Begegnungen und Prozesse entsprechend reagieren zu können.

Der Ablauf selber ist sehr einfach gestaltet. Derjenige, der krank ist, äußert seinen Wunsch beim ASB. Und der probiert, den Wunsch dann zu realisieren. "Klar, wir vertrauen da einfach auch auf das, was uns die Menschen sagen", erklärt Jürgen Seiermann. Man werde die schwere der Krankheit nicht wirklich überprüfen wollen. Dennoch gibt es Hinweise, denn die ärztlichen Betreuer müssen ihr "Ja" zum Beispiel für die Transportfähigkeit geben.

Wer sich beim ASB meldet, erhält sehr schnell erst einmal eine Bestätigung, dass der Wunsch eingegangen ist. Dann wird überprüft, ob der Wunsch realisierbar ist und dann wird geplant. Glücklicherweise, so die bundesweiten Erfahrungen, spielen viele Institutionen, Organisationen, aber auch Prominente sehr unbürokratisch mir. "Sarah Conner hat zum Beispiel einen Fan besucht, der sie einfach mal kennenlernen wollte", berichtet der Geschäftsführer. Oder auch Fußballclubs haben sich solchen Wünschen bisher sehr offen gezeigt.

An dieser Stelle äußert sich der Wunsch des ASB. Sie hoffen auf Unternehmer, die mit einem langfristig angelegten Sponsoring, durch Wunschpatenschaften, durch Spendenaktionen oder durch einmalige Spenden das Projekt unterstützen. Sie wünschen sich dies auch von Privatpersonen, die außer einem finanziellen Beitrag auch gerne ehrenamtlich tätig werden können. Das sei ein wichtiger Wunsch der Wünschewagen-Mannschaft um noch viele letzte Wünsche von Herzogenaurach aus erfüllen zu können.



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