Herzogenaurach
Innenstadt

Wohnzimmerflair im ehemaligen Altstadtbäcker

Der jahrelange Leerstand hat ein Ende. Wo einst Café, Laden und Backstube waren, bietet die Herzogenauracherin Heike Hocher nun ein "Wohlfühlerlebnis mit einmaligen Möbeln" an.
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Wo einst eine Bäckerei mit Café war, geht's jetzt ums "Wohlfühl-Wohnen". Fünf Jahre Leerstand sind vorbei.  Fotos: Bernhard Panzer
Wo einst eine Bäckerei mit Café war, geht's jetzt ums "Wohlfühl-Wohnen". Fünf Jahre Leerstand sind vorbei. Fotos: Bernhard Panzer
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Mit neuem Leben ist eines der zentralen Läden in der Innenstadt erfüllt worden, nachdem sich lange Zeit dort nichts getan hatte. In die einstige Bäckerei Neudecker ist ein Ladenlokal eingezogen, präsentiert werden "ganz besondere, einmalige Möbel". Die Herzogenauracherin Heike Hocher verwirklicht damit eine Idee, die sie etwa acht Jahre lang schon in ihrem Privathaus in Herzogenaurach verfolgte.

Ihr Faible sind Möbel und Wohnaccessoires des Labels "Riviera Maison" aus Amsterdam. Das 1948 gegründete Unternehmen entwirft und gestaltet seine Produkte selbst, berichtet Heike Hocher, die den früheren Altstadtbäcker zusammen mit ihrem Mann Harald gemietet hat. "Deswegen passt auch alles so wunderbar zusammen", sagt die Unternehmerin. Und: "Jedes einzelne Produkt wird handgefertigt und ist ein Unikat".

Insgesamt fünf Jahre standen der Bäckerladen und das Café in der Hauptstraße leer, nachdem Neudecker Konkurs angemeldet hatte. Zwischenzeitlich hatte der Besitzer gewechselt, Carlo Scarcella kaufte das Haus und ließ die Räume umbauen. Zeitgleich suchte Immobilienmakler Jochen Nadler nach einem Mieter. Der musste schon passen, liegt das Gebäude doch an bester Stelle in der Hauptstraße. Und der Altstadtbäcker war über Jahrzehnte ein Magnet.

Gästeführerin ist begeistert

Ein Magnet wird auch die neue Nutzung sein, ist sich Anna Cornelia Scharboch sicher. Die Nachbarin aus der Hauptstraße sah sich gestern in dem neuen Laden um, wünschte der Besitzerin viel Glück und äußerte sich schon auf den ersten Blick begeistert. "Das ist eine echte Attraktion zwischen den Türmen", sagte sie und versprach, den Laden künftig in die Stadtspaziergänge einzubinden. Scharboch ist Erste Vorsitzende der Herzogenauracher Gästeführer. Heike Hocher war sofort angetan: "Natürlich mach ich mit", sagte sie. Und Scharboch freut sich nach fünf Jahren Vakanz über den Einzug eines "ansprechenden Ladenlokals".

Ein solches Ladenlokal wird es tatsächlich. Denn die Herzogenauracherin will mit ihren Mitarbeiterinnen Monika Leisner-Daßler und Ulla Goldberg - nächste Woche soll noch eine weitere Kollegin dazukommen - in dem Laden (140 Quadratmeter) auch kulinarische Angebote kredenzen. So werde es auf Bestellung Geburtstagsessen geben, dann wird eine große Tafel aufgebaut und die Teilnehmer können die Wohlfühlatmosphäre der Einrichtung im Landhausstil genießen, sagt die 52-Jährige. "Elf Damen aus Erlangen und Umland waren letzte Woche schon da", ergänzt sie. Manch Spaziergänger mag das beobachtet haben, denn die Schaufenster werden freilich nicht verhängt - ganz wie "in einem schönen Café". Ab nächster Woche wird es für die Kunden dann Cappuccino, Kaffee und Gepäck geben.

Eine Idee aus dem Norden

Heike Hocher verfolgt diese Idee aus dem Norden schon seit langem aktiv. Sie richtet Wohnungen und Häuser ein und ist von "Riviera Maison" überzeugt. Entdeckt hat sie diese Mischung aus romantischem und industriellen Stil einst auf Sylt und war sofort angetan. "Es ist einfach Flair". Die Herzogenauracherin hat sich bereits eine Stammkundschaft aufgebaut, die aus der ganzen Region stammt. In Deutschland hat "Riviera Maison" Stammhäuser in Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg. Die werden alle nach dem Franchise-Prinzip betrieben.

Die Herzogenauracherin macht das nicht, wie sie feststellt, und betreibt ihren Laden mit dem Namen "H3 Wohnkultur" selbst, auf eigene Regie und Rechnung.

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