Höchstadt a. d. Aisch
Kläranlage

Wo Höchstadts Abwasser wieder sauber wird

Die neue Kläranlage war am Samstag beim Tag der offenen Tür Ziel vieler Höchstadter. Sie gelangten dabei sogar in den Untergrund.
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Justus Pohle (rechts) erklärt die verschiedenen Wasser-Stufen. Vorne rechts das Wasser, das wieder in die Aisch zurückgegeben wird. Auffälligist vor allem vor der Reinigung, was alles zusätzlich im Wasser enthaltenist.Yannick Hupfer
Justus Pohle (rechts) erklärt die verschiedenen Wasser-Stufen. Vorne rechts das Wasser, das wieder in die Aisch zurückgegeben wird. Auffälligist vor allem vor der Reinigung, was alles zusätzlich im Wasser enthaltenist.Yannick Hupfer
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Kläranlagen verbrauchen vor allem eines: viel Strom. Oft wird die Energie aus externen Quellen bezogen, in Höchstadt geht man mit der 10-Millionen-Euro Anlage hingegen einen anderen Weg. Energieeffizienter möchte man sein, nachhaltiger. Zwar verbraucht die Kläranlage rund 384 000 KW/h pro Jahr, doch durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) und durch eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach wird ein Großteil des verbrauchten Stroms selbst erzeugt. Zieht man einen Vergleich zur alten Kläranlage, verbraucht die neue sogar 30 Prozent weniger Strom, wie Bauamtsleiter Jürgen Ganzmann am Samstag auf dem Tag der offenen Tür erklärte.


Gut angenommene Führungen

Während bereits am Freitag mit geladenen Gästen die Einweihung des Areals gefeiert wurde, luden Kläranlagenchef Klaus Düthorn und sein sechsköpfiges Team am Samstagvormittag die gesamte Bevölkerung ein, sich selbst ein Bild von den neuen Räumlichkeiten zu machen. Neben einer Hüpfburg für Kinder, Essen und Getränke gab es deshalb natürlich auch Führungen, die sehr gut angenommen wurden.

Und die dauerten länger als viele Gäste vermutet hätten. Denn unterhalb der eigentlichen Kläranlage finden sich zahlreiche Tunnel und Räume, die Computer- und Anlagentechnik beherbergen. Gesteuert wird alles von dem ursprünglich 1994 erbauten Haupthaus. Im dortigen Labor sitzen die Klärwärter und überwachen per Computer das geschehen.


Überwachen und warten

"Die überwachende Tätigkeit ist bei uns sehr wichtig", erklärt Mitarbeiter Justus Pohle. Doch er gibt noch weiter Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Pumpwerke und Rückhaltebecken müssen gesäubert werden, zusätzlich fallen Wartungsarbeiten und elektrische Messungen an. Vor allem achte man aber auch auf Optimierung und Effizienz. Sollte ein Notfall eintreten, kriegen die Klärwärter eine Mitteilung auf ihr Handy, so dass sie schnell handeln können. Zudem hat einer der Mitarbeiter am Wochenende Bereitschaftsdienst. "Wir haben auch die Möglichkeit, das komplette Leitsystem bei uns daheim auf dem PC anzuschauen", erklärt Pohle. Man könne so in Notfällen sogar von zuhause eingreifen.


Die Luft wird gereinigt

Als das Betriebsgebäude in den 1990er Jahren gebaut wurde, war es noch in gutem Abstand zur Stadt Höchstadt, erzählt Pohle. Heute wird in direkter Nachbarschaft das Industriegebiet erweitert. Um aber die Gerüche möglichst erträglich zu halten, wurde eine sogenannte Raumluftwäsche verbaut. Die Luft durchläuft erst Filter, bevor sie nach außen geblasen wird. So können Gerüche, laut Ganzmann, zu 80 bis 90 Prozent minimiert werden.


Noch erweiterbar

Als man die Kläranlage 2013 baute, rechnete man mit 22 000 Einwohnern. Aktuell sind es 27 000, doch das Interesse anderer Gemeinden ist groß, sich auch anzuschließen. "Wir können auf 45 000 Einwohner erweitern", so Ganzmann. Lediglich die Belebung müsse man vergrößern, alles andere wäre ausreichend. Bei einem ist sich der Baumamtsleiter jedenfalls sicher, die Anlage, so modern sie ist, ist gut gewappnet für die nächsten Jahrzehnte.
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