Höchstadt a. d. Aisch
Innenstadt

Wieder ein neuer Standort

Es wurde schon viel geplant und diskutiert über einen Regionalmarkt in der Höchstadter Innenstadt. Nun ist wieder mal ein neuer Standort im Gespräch.
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Der nächste geplante Standort für einen permanenten Regionalmarktplatz: das ehemalige Reisebüro in der Steinwegstraße  Foto: Karina Brock
Der nächste geplante Standort für einen permanenten Regionalmarktplatz: das ehemalige Reisebüro in der Steinwegstraße Foto: Karina Brock

Der Regionalmarktplatz für die Innenstadt stand einmal mehr auf der Agenda des Höchstadter Stadtrates. Er soll in einem Leerstand umgesetzt werden mit einem Kernmieter - dem Spielwarengeschäft aus dem Aischpark-Center - sowie wechselnden Anbietern aus dem Aischgrund.

Das über Leader förderfähige Konzept steht schon seit einiger Zeit fest, nun ist mit dem ehemaligen Reisebüro in der Steinwegstraße 29 ein neuer Standort im Gespräch, nachdem alle bisher angedachten doch anderweitig gefüllt werden konnten: Im ehemaligen Schleckermarkt hat sich der Biomarkt "Biolett" angesiedelt, wo einst die Metzgerei Dresel Wurst- und Fleischwaren verkaufte, werden heute Jacken und Hosen geändert, in die früheren Geschäftsräume von Mobilfunk Debertin ist ein Orthopädiefachgeschäft eingezogen und im ehemaligen Bekleidungshaus Hack hat sich ein Elektromobil- und Badewannenlift-Fachhändler eingerichtet.

Projektmanagement für die Verwaltung

Neu war außerdem, dass für zwei Jahre ein Projektmanagement eingerichtet werden soll. Dessen Aufgaben: Vermittlung zwischen Interessenten und Stadt, Belegungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit. Dieses Position, die mit 75 000 Euro veranschlagt wird, ist entgegen erster Informationen doch nicht über Leader förderfähig, wie Bürgermeister Gerald Brehm (JL) bekannt gab. Diese Summe würde zu den (förderfähigen) Kosten des eigentlichen Projekts hinzukommen. Die laufenden Kosten, die der Stadt durch Miete und Nebenkosten entstehen, sollen durch die Untermiete von 850 Euro plus 200 Euro Nebenkosten amortisiert werden.

Alexander Schulz (CSU) kritisierte die Zusatzkosten, noch fehlende feste Zusagen von Anbietern und das fehlende Gesamtkonzept. "Die Grundidee ist gut, aber das Management hat damit nichts mehr zu tun."

Dagegen wehrte sich Michael Ulbrich (JL) entschieden: "Das Grundkonzept ist bekannt: Regionale Vermarktung in der Innenstadt, um Direktvermarkter und Innenstadt zu stärken." Es gehe schlicht um ein grundsätzliches Ja oder Nein des Stadtrates. "Finanziell ist alles gut abgesichert, das Risiko ist überschaubar."

Auch Andreas Hänjes (SPD) lobte die "vorbildliche" Arbeit am Stadtkern. "Das sollte man nicht schlecht reden." Es sei doch positiv, dass sich die bisherigen ins Auge gefassten Leerstände immer wieder selbst reguliert haben.

Eine Liste mit Interessenten liege den Stadträten außerdem schon vor, meinte Brehm. "Natürlich gibt es noch keine Verträge. Wir müssen ja erstmal die Förderung beantragen." Das Konzept habe für die Direktvermarkter den Vorteil, dass sie die vorhandene Fläche flexibel und in einem überschaubaren Zeitrahmen bestücken können, anstatt sich mit einem langfristigen Mietvertrag zu binden. "Ich bin kein Hellseher. Ich kann nicht sagen, ob das klappt. Aber wenn man nicht den Mut hat, etwas auszuprobieren, geht auch nichts vorwärts."

Jürgen Ranger (CSU) störte sich daran, dass das Management für zwei Jahre geplant ist, die LAG-Förderung des eigentlichen Projekts aber eine Zweckbindungsfrist von fünf Jahren vorsieht. "Das ist nicht konsequent." Außerdem: Wenn man schon für nicht wenig Geld ein Management einrichte, warum dann nicht gleich einen Stadtmanager, fragte er. "Nur für diese eine Aufgabe kommen mir monatliche Kosten in Höhe von 3000 Euro schon viel vor."

Brehm meinte, dass sich das Management nach zwei Jahren wahrscheinlich erübrigt habe, wenn das Projekt von selbst laufe. "Aber wir können das auch trennen und heute nur über den Markt als solchen abstimmen." Nachdem sich herausgestellt habe, dass das Projektmanagement ohnehin nicht förderfähig sei, müsse man dazu auch noch keinen Beschluss fassen. "Das müssen wir ja bei der LAG nicht einreichen." Man könne sich dann noch überlegen, ob man tatsächlich einen externen Dienstleister beauftragen oder stattdessen vielleicht auf das Stadtmarketing zugehen wolle.

Diese Entscheidung wurde vertagt. Grundsätzlich für das Projekt stimmten alle Stadträte mit Ausnahme von Jürgen Ranger und Franz Rabl (CSU).

Das Projekt: Zahlen, Daten, Fakten

Was: In Zusammenarbeit mit dem Karpfenland Aischgrund e.V. soll ein permanenter Regionalmarktplatz in einem Leerstand im Innenstadtbereich umgesetzt werden.

Wer: Regionale Hersteller, Direktvermarkter und Händler aus dem Aischgrund aus den Bereichen Lebensmittel, Kosmetik, (Kunst-)Handwerk und Spielwaren sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Waren und Dienstleistungen in einem begrenzten Zeitraum zu präsentieren und anzubieten.

Wie: Der Laden soll so eingerichtet werden, dass Anbieter ihre Waren schnell ein- und ausräumen und attraktiv positionieren können.

Wieviel: Für die Einrichtung des Marktes wird mit Nettokosten von rund 56 000 Euro gerechnet sowie einem Werbebudget von etwa 12 000 Euro. 40 Prozent der Nettokosten werden durch die LAG Aischgrund gefördert. Die restlichen 60 Prozent will die Stadt aus Rücklagen zur Innenstadtbelebung finanzieren. Das Projektmanagement für netto rund 75 000 Euro kommt nun noch einmal auf den Prüfstand.

Wann: Geplanter Beginn des permanenten Marktes ist der Spätherbst 2019.

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