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Höchstadt a. d. Aisch
Erziehung

Wie erkläre ich Kindern diese Corona-Sache?

Corona-Tohuwabohu ist momentan in den Familien. Natürlich fragen auch die Kinder, was los ist. Wie regiert man richtig?
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Menschen in Sorge - trotz Sonnenschein: Ein Bild  das ein Kind im Kindergartenalter für den Fränkischen  Tag  zum Thema Coronavirus gemalt hat. Foto: Christian Bauriedel
Menschen in Sorge - trotz Sonnenschein: Ein Bild das ein Kind im Kindergartenalter für den Fränkischen Tag zum Thema Coronavirus gemalt hat. Foto: Christian Bauriedel
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Und wieder geht's nur um das Eine. Am Abendessentisch, zwischen Bad und Flur: Corona, Corona, Corona.

Natürlich kriegen auch die Kleinen zu Hause mit, dass etwas nicht passt, dass etwas anders ist, dass Mama und Papa unruhig und gestresst sind. Kein Wunder: Denn plötzlich arbeiten manche Eltern von zu Hause, Kindergarten, Freunde, Oma und Opa sind tabu, am Spielplatz hängt ein Absperrband.

Alle Eltern stehen vor dem Problem: Wie erkläre ich den Kindern altersgerecht den Wahnsinn, der da gerade los ist?

"Bei allen Dingen, die präsent sind, braucht das Kind die Chance, es verstehen zu können", sagt Susanne Missel, Diplompsychologin in Höchstadt. Sie rät: Offen damit umgehen.

Alle Versuche, es zu verschweigen, wegzudrücken oder kleiner zu reden, als es offensichtlich ist, solle man lassen. "Auch wenn wir manchmal denken, die hören nichts. Kinder kriegen alles mit", sagt Missel.

In ihrem Bekanntenkreis habe bereits ein zweijähriges Kind gefragt "Hast du Corona?" nachdem jemand gehustet hatte.

Der Vergleich mit dem Trampolin

Ein gutes Bild, um die Viruspandemie kleineren Kindern zu erklären, sei das des Trampolins: "Man kann etwa sagen: Das Virus nimmt dich als Trampolin, als Sprungbrett und springt weiter", sagt Missel. Das kenne ein Kind aus der eigenen Erfahrungswelt.

Auch dass das Kind selbst nicht krank wird, sondern dass es vor allem um die "Opas und Omas" geht, solle man ruhig dazu sagen. Auch die Tatsache, dass alte Menschen krank werden oder sterben können, müsse ein Kind erfahren, so die Psychologin, die sich dagegen wendet die Kleinen in Watte zu packen.

Natürlich solle die Erklärung kein Dauerthema sein und keine Angst auslösen, sondern sachlich informieren. Gefahren müsse man klar benennen. "Das machen wir mit dem Straßenverkehr doch auch so", zieht Missel den Vergleich. Kinder müssten ja auch Respekt vor einem fahrenden Auto haben. "Deshalb lernen wir: Bleib auf dem Gehweg. Wir sagen ja nicht: Wir gehen jetzt nicht mehr raus, weil es den Straßenverkehr gibt", so Missel. Analog nur umgekehrt sei es mit der Gefahr der aktuellen Viruspandemie. Ja, es gibt eine gewisse Gefahr und deshalb müssen wir uns jetzt vorübergehend einschränken. Sie rät ganz allgemein: "Wir sollten uns fragen, was wir aus der ganzen Lage lernen können. Das hilft uns aus dem Jammertal."

Wäsche sortieren - kinderleicht

Aktuell können für die Familien mit kleinen Kindern die Tage lang werden. Was kann man machen? "Man kann die Kinder sehr gut in ganz viele Haushaltstätigkeiten mit einbinden. Das macht den Kleinen oft mehr Spaß, als man vielleicht denkt", sagt Daniela Bätz. Die 45-Jährige ist stellvertretende Leiterin des Kindergartens St. Michael in Höchstadt.

Auch wenn es erstmal etwas blöd klinge: Die ganz Kleinen würden beispielsweise liebend gerne helfen, die Wäsche zu sortieren. "Oder man sagt: Jetzt zählen wir mal die Teller in der Spülmaschine."

Für viele Kleinkinder heute sei es ja außergewöhnlich, dass Mama und Papa so viel zu Hause sind. Man könne das als Chance begreifen, die Kinder mehr in den Alltag daheim einzubinden, "wie früher", so Bätz.

Natürlich rät Bätz auch zu Klassikern wie Gesellschaftsspielen oder Basteln. Und wenn einen das Gefühl beschleicht, man hat schon alles durchgebastelt, was man sich vorstellen kann? "Ach, da geht man beispielsweise auf Pinterest, da gibt es doch Ideen bis zum Umfallen", sagt Bätz. Pinterest ist eine Bilderplattform im Internet, das tatsächlich nicht nur voll von "Corona-News" sondern auch von tollen Spielideen ist.