Lappach
Sabotage in der Landwirtschaft

Wer spickte bei Lappach das Maisfeld mit Nägeln?

Ein Landwirt hat in seinem Feld bei Lappach Nägel gefunden. Wer für die gefährliche Hinterlassenschaft verantwortlich ist, ermittelt die Polizei. Immer wieder gibt es solche Fälle.
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Massive  Nägel steckten in den Halmen    eines Maisfeldes bei Lappach,  zwischen den Pflanzen befanden sich Metallstangen. Diese liegen nun bei der Polizei als Beweismittel. Foto: Christian Bauriedel
Massive Nägel steckten in den Halmen eines Maisfeldes bei Lappach, zwischen den Pflanzen befanden sich Metallstangen. Diese liegen nun bei der Polizei als Beweismittel. Foto: Christian Bauriedel

Es ist ja nicht so, als ob die Ernte in diesem Hitzesommer nicht sowieso schon schlecht wäre. Dann findet ein Landwirt auch noch Nägel und Metallstangen in seinem Maisfeld. Mutwillig ausgebracht. Das war's dann mit dem Ertrag. Denn mähen lässt sich ein Feld mit Metallteilen darin nicht. Dafür sorgt der Metalldetektor im Häcksler, der sofort die Maschine stoppt.

Am Donnerstagnachmittag habe er einen Anruf eines Mitarbeiters der Firma bekommen, die in seinem Auftrag sein Maisfeld bei Lappach aberntet. Das erzählt der Landwirt, der aus dem Landkreis Neustadt stammt. Seinen Namen will er lieber nicht in der Zeitung stehen haben.

Die Erntemaschine habe immer wieder gestoppt. In den Pflanzen fanden die Arbeiter Baustahl, etwa 20 Zentimeter lang, und massive Nägel. Der junge Landwirt schaltet die Polizei ein. Der Sachschaden sei das eine, erklärt Robert Ort, Kreisobmann des Bauernverbands. Wenn eine der Erntemaschinen ein solches Metallteil schluckt, könne der Schaden schnell mehrere 10.000 Euro betragen. Vom Ernteausfall gar nicht zu reden.

Gefährliche Geschosse

"Das ist aber noch das kleinere Übel", sagt Ort. Denn das Metall könne auch ein Messer im Häcksler abschlagen. "Wenn es dumm läuft fliegt das dann durch das Häckslerrohr und kann jemanden schwer verletzen oder sogar töten", sagt Ort.

Nun stellt sich die große Frage: Wer kommt auf die Idee und spickt ein Maisfeld mit Nägeln? Wer ist verantwortlich für die gefährliche Hinterlassenschaft?

Fälle von mutwillig verstecktem Metall in Maisfeldern gibt es immer wieder. Auch im Raum Höchstadt. Zuletzt berichtete der FT im Jahr 2015 über einen Fall auf einem Feld bei Medbach.

Damals ermittelte die Polizei auch in Richtung Maisgegner. Verquere Umweltschützer, die gegen von ihnen vermutete Maismonokulturen wettern oder den Anbau von Mais zur Energiegewinnung in Biogasanlagen als unethisch verteufeln.

"Das ist bei mir das erste Mal", sagt der aktuell betroffene Landwirt mit dem Feld bei Lappach. Er habe keinen Verdacht, habe keinen Stunk mit dem Nachbarn oder Streit mit einem anderen Menschen.

Ökofreaks seien auch noch keine bei ihm vorstellig geworden. Zumal er nur einen Teil Energiemais anbaue. Insgesamt mache der Mais bei ihm nur 30 Prozent aus. Der Großteil sei Getreide.

Auch bei der Polizei in Höchstadt zerbricht man sich den Kopf, wer das getan haben könnte. "Leider haben wir noch keine Hinweise", sagt Thomas Gamm, stellvertretender Dienststellenleiter.

Die Polizei sucht nach Hinweisen

Persönliche Racheglüste oder auch ein dummer Jungenstreich: "Sämtliche Motivlagen sind denkbar", sagt Gamm. Es müsse auch nicht unbedingt sein, dass dem Täter die Tragweite seines Handelns bewusst ist. Die Polizei nimmt Hinweise von möglichen Zeugen unter 09193-63940 entgegen.

"Ich denke nicht, dass das Maisgegner waren", schätzt Ort. Auch als Landwirt habe man, wie jeder andere auch, so "seine bestimmten Freunde". Sogar unter Kollegen. Da gehe es auch schon mal um harte Konkurrenz, etwa bei Pachtpreisen.

Ort selbst fand auch schon einmal Metall in seinem Feld. "Das ist aber schon fast 20 Jahre her." Der Grund? Bis heute nicht nachvollziehbar. Man höre in ganz Deutschland immer wieder von Fällen, die, wenn sie extreme Ausmaße annehmen, einen Landwirt in echte wirtschaftliche Probleme bringen können.

Der Bauer, der gerade die Nägel fand, kann ein Lied davon singen. Vom etwa vier Hektar großen Feld könne er rund 1,5 Hektar vergessen. Denn die stehengebliebenen Maispflanzen seien nicht mehr zu ernten.

Rund 1000 Euro Schaden habe er. Wäre die Ernte witterungsbedingt normal ausgefallen, hätten es locker noch 20 bis 30 Prozent mehr sein können. Jetzt besorge er sich erst einmal einen Metalldetektor, laufe sein Feld ab und suche per Hand. "Es gibt was Schöneres, als bei 35 Grad so etwas zu machen."



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