Lonnerstadt

Wenn es den Leuten hier gefällt ...

... dann ist der Lonnerstadter Bürgermeister Stefan Himpel mit seiner Arbeit zufrieden.
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Nach 18 Jahren in der Kommunalpolitik schließt Stefan Himpel Ende März die Rathaustür in Lonnerstadt.   Foto: Andreas Dorsch
Nach 18 Jahren in der Kommunalpolitik schließt Stefan Himpel Ende März die Rathaustür in Lonnerstadt. Foto: Andreas Dorsch

Für jeden, der jahrelang in der Kommunalpolitik aktiv war, kommt irgendwann der Zeitpunkt des Ausstiegs. Den kann man selbst bestimmen, oder ihn den Wählern überlassen. Stefan Himpel (FW), Bürgermeister von Lonnerstadt, wirkte 18 Jahre an vorderster Front - zwei Perioden als Zweiter Bürgermeister und die letzten sechs Jahre an der Spitze der Gemeinde. Er hat für sich entschieden, nicht mehr anzutreten.

Der frühere Kriminalbeamte ist jetzt über 64, "da reichen mir die 18 Jahre in der Politik". Ob er in seiner Amtszeit erfolgreich war? Das Urteil überlässt er seinen Bürgern. Wenn Himpel die Leute fragt, ob sie gerne in Lonnerstadt wohnen, und er immer wieder positives Feedback erhält, ist er zufrieden und blickt gerne zurück.

Himpel ist in der 2000-Einwohner-Gemeinde ehrenamtlicher Bürgermeister. Ganz offen gibt er zu, dass dieses Amt kein Fulltime-Job ist. Zwar hat er Tage, an denen er mehr als zehn Stunden gefordert ist, "das gleicht sich aber wieder aus".

Allerdings würde er sich mehr Unterstützung bei der Verwaltungsarbeit im Rathaus wünschen. "Ich muss meine Briefe selbst schreiben, Kaffee und Tee kochen und vor den Gemeinderatssitzungen den Sitzungssaal einheizen", berichtet der Lonnerstadter Bürgermeister. Sein Rathaus vor Ort muss er weitgehend alleine verwalten. Dabei sieht Himpel auf den ehrenamtlichen Bürgermeistern kleiner Gemeinden sogar mehr Verantwortung lasten als bei Oberbürgermeistern von Großstädten. Die haben für jeden Bereich ihre speziellen Referate. "Ich als Ehrenamtlicher muss in vielen Sachen persönlich haften."

Schafft man sich als Bürgermeister im Laufe der Jahre auch Feinde? Feinde würde Himpel nicht sagen, aber verärgerte Bürger kann es schon geben. Man müsse Entscheidungen für die Gemeinde treffen, die auch mal gegen einen Einzelnen ausfallen. Ein Beispiel für schwierige Entscheidungen ist für den Bürgermeister die Vergabe von Bauplätzen durch die Gemeinde. Da ist er froh, dass das jetzt in Lonnerstadt der Gemeinderat entscheidet. So gab es jüngst für fünf Bauplätze im Ortsteil Ailsbach 60 Anfragen.

Massiven Anfeindungen, wie sie in anderen Orten der Republik inzwischen an der Tagesordnung sind, sieht sich der Lonnerstadter Bürgermeister nicht ausgesetzt. Aber es kommt schon vor, dass ihm bei der Silvesterfeier auf dem Marktplatz wenige Minuten vor dem Anstoßen zu Mitternacht, wenn er bereits die Sektgläser für sich und seine Frau in den Händen hält, ein verärgerter Bürger auf die Schulter klopft und ihm klar macht, dass er mit seinem Kläranlagenbescheid nicht einverstanden ist.

Sollte es in den sozialen Medien Kritik über den Lonnerstadter Bürgermeister geben, bekommt er das erst gar nicht mit, weil er auf Facebook, Instagram und Co nicht unterwegs ist. Mit Kritik im Netz sei er auch noch nie konfrontiert worden.

Appelle an die Lonnerstadter Bevölkerung, sich kommunalpolitisch zu engagieren, kann sich Himpel sparen. "Wir haben fünf Listen mit 80 Kandidaten, auf denen Frauen und die Jugend gut vertreten sind." Neulingen und auch manchen alten Hasen in der Kommunalpolitik legt er ans Herz, Fortbildungsmöglichkeiten zu nutzen und sich über Rechte und Pflichten im Amt zu informieren, "damit man den Bürgern nicht zu viel verspricht".

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