Mitteldorf
Tiere

Wem gehören diese Schafe?

Drei streunende Kamerunschafe tauchten diese Woche erst in Hammerbach, dann in Mitteldorf auf und sorgten für Aufruhr. Zwei von ihnen konnten nun eingefangen werden.
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Ängstlich und erschöpft wirken die beiden Kamerunschafe, die nun ihrem Schicksal harren. Schaf Nummer drei ist verschwunden.Foto: Miriam Hegner
Ängstlich und erschöpft wirken die beiden Kamerunschafe, die nun ihrem Schicksal harren. Schaf Nummer drei ist verschwunden.Foto: Miriam Hegner
"Bei uns war heute helle Aufregung", erzählt Petra Muggenhöfer. Grund für diese Aufregung sind drei Kamerunschafe, von denen zwei sich nun ängstlich in einer Pferdebox in Muggenhöfers Stall aneinander kauern. Mindestens drei Tage waren die drei Streuner auf Achse und hielten Polizei und Dorfbewohner auf Trab.

Am Dienstag waren die Schafe erstmals in Hammerbach aufgetaucht, auf der Hauptstraße. "Unser Nachbar hat beobachtet, wie sie auf unser Grundstück gelaufen sind", erzählt eine Pferdehalterin. Auf dem weitläufigen Gelände hielten sie sich zunächst versteckt, wurden aber am Mittwochmorgen bei den Pferdekoppeln gesichtet. "Später waren sie wieder auf der Hauptstraße unterwegs, Autos mussten bremsen", erzählt die Pferdehalterin.
"Am Donnerstag sind sie dann bei uns den ganzen Tag herummarschiert, über die Koppeln, über die Brücke, zum Gemüsebeet." Am nächsten Morgen war dann der Rosenkohl abgefressen und die Schafe fort.

Als Bernd Sänger in Mitteldorf zur selben Zeit nach seinen eigenen Kamerunschafen schauen wollte, staunte er nicht schlecht: Statt drei standen plötzlich sechs auf der Weide. "Die sind einfach zu ihren Artgenossen über den Zaum gehüpft", erzählt er. Lange dauerte der Besuch allerdings nicht: Als die Polizei eintraf, die Sänger, wie vor ihm schon die Pferdehalterin in Hammerbach, verständigt hatte, waren die Schafe schon wieder auf und davon - aber sie kamen nicht weit.

"Wir saßen beim Mittagessen, als auf einmal drei Schafe bei uns über den Rasen liefen", erzählt Petra Muggenhöfer. "Wir sind gleich raus und haben versucht, sie einzufangen." Zwei Jäger aus Weisendorf halfen. Schließlich gelang es, zwei der Schafe auf ein eingezäuntes Grundstück zu treiben, Nummer drei entwischte in den Wald. "Bei uns können sie allerdings nicht bleiben", so Muggenhöfer.

Heute soll ein Veterinär über das weitere Schicksal der Schafe entscheiden. Hinweise auf den Besitzer gibt es noch keine. In einem solchen Fall werden Fundtiere normalerweise in ein Tierheim gebracht und nach einer gewissen Frist vermittelt.

Einen ähnlichen Fall gab es vor drei Jahren: Ein herrenloses Kamerunschaf wurde in Herzogenaurach eingefangen und nach Nürnberg ins Tierheim gebracht. Da sich der Besitzer nicht meldete, nahm die Familie einer der Tierpflegerinnen es zu sich, wo es heute mit Hausschafen zusammenlebt und sich bester Gesundheit erfreut.

Kamerunschafe

Kamerunschafe sind kleine, kurzschwänzige Hausschafe. Rassetypisch ist die braunmarkenfarbige Fellzeichnung. Weibliche Tiere sind hornlos. Mutterschafe wiegen 30 bis 40 Kilogramm bei 45 bis 55 Zentimeter Widerristhöhe. Zweck der Zucht von Kamerunschafen ist vordergründig die Fleischerzeugung. Weil die Tiere nicht geschoren werden müssen, werden sie aber auch gern als Hobbytiere zur Beweidung größerer Grasflächen eingesetzt. Trotzdem werden Kamerunschafe selten handzahm. Sie bleiben eher ängstlich bis zurückhaltend und fluchtbereit. In der Haltung sind sie unkompliziert und kälteunempfindlich. Das Kamerunschaf ging aus dem Westafrikanisches Zwergschaf hervor. Unklar ist, wann und wie die Tiere nach Europa gelangten. Denkbar ist der Transport als Provianttier auf Schiffen.

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