Weisendorf
Bebauungsplan

Weisendorf wächst um 26 Doppelhaushälften

Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Salota im Norden von Weisendorf sollen 26 Doppelhaushälften entstehen. Die Grünen lehnen die Pläne ab.
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Die ehemalige Firma Salota ist Geschichte und wurde bereits pulverisiert.    Foto: Richard Sänger
Die ehemalige Firma Salota ist Geschichte und wurde bereits pulverisiert. Foto: Richard Sänger

In seiner Sitzung am Montagabend beschäftigte sich der Weisendorfer Gemeinderat mit dem Bebauungsplan "Schlossberg" mit integriertem Grünordnungsplan und dem Ergebnis der erneuten Beteiligung der Öffentlichkeit, der Behörden sowie Träger öffentlicher Belange. Der Bebauungsplan ist nötig, um die Industriebrache der ehemaligen Firma Salota im Norden von Weisendorf mit 26 Doppelhaushälften zu bebauen.

Bei der geänderten Planung soll anstelle einer Kita ein Mehrfamilienhaus errichtet werden, das als Riegel zur Einhaltung des Lärmschutzes dienen wird. Dazu gab der Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) eingangs auch einen Beschluss aus der nichtöffentlichen Sitzung bekannt. So wurde mit dem Vorhabensträger ein Nachtrag zum städtebaulichen Vertrag zu den Folgekosten mit dem Ergebnis geschlossen, dass der Folgekostenbetrag in Höhe von 155 986 Euro angemessen sei, da die ursprünglich vorgesehene Verpflichtung zur Herstellung dieser Einrichtungen durch den Erschließungsträger entfallen ist. In einem weiteren Beschluss wurde festgelegt, dass die Folgekosten für den Bedarf für Kinderkrippen, Kindergärten, Kinderhorte, Mittagsbetreuung und Grundschule künftig über Folgekostenverträge zu refinanzieren sind.

Stadtplaner Gunter Schramm vom Büro Planwerk erläuterte die eingegangenen Stellungnahmen, Hinweise und Anregungen sowie Bedenken, die allesamt aber keine Änderung der Planung veranlassen, sodass am Ende der Satzungsbeschluss gefasst werden konnte. Eine Diskussion gab es nur bei den Hinweisen des Klimaschutzbeauftragten des Landkreises Erlangen-Höchstadt.

Norbert Maier von Bündnis 90/Die Grünen fand die Einwände des Klimaschutzbeauftragten "richtig und spannend" und warf dem Markt Weisendorf vor, das Klimaschutzziel weit zu verfehlen. Das sei auch der Tatsache geschuldet, dass in Weisendorf in dieser Hinsicht wenig umgesetzt werde. Nach Auffassung der Grünen müssten den Bauträgern die Vorgaben "aufgezwungen" werden.

Niedrigenergiehäuser geplant

Dies ließen Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) und der Planer allerdings nicht auf sich sitzen. So werde bei der Konzeption das gemacht, was möglich ist. "Die Gemeinde ist auf dem richtigen Weg. Dass die Klimaschutzziele nicht erreicht werden, hat andere Gründe und liegt mit Sicherheit nicht am Markt Weisendorf", erklärte der Bürgermeister mit Nachdruck.

In diesem Zusammenhang wies der Planer darauf hin, dass die Hauptgebäudeseite aller Doppelhäuser gemäß dem Bebauungsplan bereits nach Süden ausgerichtet und die Firstrichtung in Ost-West-Ausrichtung vorgegeben sei. Im Bebauungsplan würden Niedrigenergiehäuser empfohlen, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien beheizt werden können und durch den Investor auch so umgesetzt werden. Die Stellplätze auf öffentlichem Grund mit elektrischer Ladeinfrastruktur auszustatten, sei nach der Planung nicht vorgesehen, antwortete Gunter Schramm auf die Frage von Norbert Maier.

Die Grünen gaben sich mit den Ausführungen des Planers und des Bürgermeisters allerdings nicht zufrieden, stimmten gegen alle Beschlussvorschläge und lehnten das Wohngebiet insgesamt ab. Warum, das konnte der Bürgermeister nach der Sitzung auch nicht beantworten, nachdem ständig über fehlenden Wohnraum geklagt und Nachverdichtung gefordert wird. "Ich weiß es nicht und kann mir die Ablehnung auch nicht erklären, zumal eine verfallenes Industriegebäude verschwindet, kein Ackerland in Anspruch genommen und sogar versiegelter Boden zum Teil entsiegelt wird, ich kann mir das nicht erklären."

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