Weisendorf
Bluttat

Weisendorf-Drama: Schüler starb durch Stich ins Herz

Nach dem Drama von Weisendorf, bei dem ein 20-jähriger Azubi seinen Cousin (15) am ersten Weihnachtsfeiertag getötet hat, ist nun noch ein Zeuge (17) aufgetaucht, der bei der Tat dabei war.
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Ein Ermittler auf dem Weg zum Tatort in Weisendorf. Foto: ToMa-Fotografie
Ein Ermittler auf dem Weg zum Tatort in Weisendorf. Foto: ToMa-Fotografie
Das Weihnachts-Drama, bei dem der 15-jährige Alexander F. aus Bamberg von seinem Cousin Martin H. (20) erstochen wurde, erschüttert noch immer die Menschen in Weisendorf (Landkreis Erlangen-Höchstadt). Jetzt ermittelten Rechtsmediziner in Erlangen die genauen Todesumstände.

Laut Obduktionsbericht starb Alexander durch einen einzigen Stich eines Klappmessers (ca. zehn Zentimeter Länge) durch die Lunge bis ins Herz. Zugestochen hatte der Cousin des Opfers. Gegen den Auszubildenden erließ ein Ermittlungsrichter nun Haftbefehl wegen Totschlags.

Polizeisprecher Robert Sandmann: "Nach derzeitigem Ermittlungsstand hielt sich gegen 19 Uhr neben dem Tatverdächtigen und dem 15-jährigen Opfer auch noch ein 17-jähriger Bekannter im gleichen Zimmer der elterlichen Wohnung auf. Dabei geriet der 20-Jährige auf Grund gegenseitiger verbaler Provokationen mit seinem Cousin, der zu Besuch aus Oberfranken war, in Streit.
In dessen Verlauf soll der Tatverdächtige mit einem Klappmesser dem Opfer eine Stichverletzung am Oberkörper zufügt haben. Der 17-jährige Zeuge bestätigte die Geschehnisse."


Alkohol war nicht schuld

Alkohol spielte bei der tödlichen Auseinandersetzung laut den polizeilichen Ermittlungen keine Rolle. Der mutmaßliche Täter galt als ruhiger Typ, war bislang noch nicht aufgefallen. Am Abend der Bluttat, dem ersten Weihnachtsfeiertag, war die Familie des 20-Jährigen zusammen gekommen. Eltern, Verwandte und Bekannte saßen demnach beieinander. Das Drama im Zimmer von Martin bekamen sie nicht mit. Bis der Auszubildende mit seinem Freund ins Wohnzimmer gestürmt kam und seine Tat erzählte. Der Vater von Martin H. verständigte sofort den Rettungsdienst, der nur wenig später vor Ort war. Doch Notarzt und Sanitäter konnten Alexander F. nicht mehr helfen, der Realschüler erlag der schweren Stichverletzung.

Die Familie, in deren Räumen sich das Drama abspielte, wohnte erst seit vier Jahren als Mieter in dem Mehrfamilienhaus in Weisendorf. Die Besitzer des Hauses, ein älteres Ehepaar, die im ersten Stock des Gebäudes wohnen, hatten von den Ereignissen zunächst auch nichts mitbekommen. Erst als plötzlich ein riesiges Polizeiaufgebot in der Straße war, wurde ihnen klar, was sich im Haus abgespielt hatte. Die Familie wird von Nachbarn als ruhig und unauffällig beschrieben. Eine Frau erklärte unserer Zeitung: "Sie waren nette Leute. Dass so etwas passierten konnte, hätte ich nie für möglich gehalten!"

Das junge Opfer liebte Fußball und Basketball. Außerdem war Alexander wohl frisch verliebt, hatte erst wenige Tage vor seinem Tod ein Mädchen kennengelernt. Der mutmaßliche Täter hatte seine tödliche Attacke gegenüber Polizeibeamten bereits eingeräumt. Bei einer Verurteilung wegen Totschlags drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

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