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Warum sich Photovoltaikanlagen auch heute noch lohnen

Trotz sinkender Einspeisevergütung haben Photovoltaikanlagen immer noch Vorteile. Welche, verrät die Klimaschutzbeauftragte des Landkreises ERH.
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Es lohnt sich immer, die Sonne als Energiequelle zu nutzen, erklärt Klimaschutzbeauftragte Ulrike Saul.    Foto: Yannick Hupfer
Es lohnt sich immer, die Sonne als Energiequelle zu nutzen, erklärt Klimaschutzbeauftragte Ulrike Saul. Foto: Yannick Hupfer

In diesen Tagen funkeln wieder viele im Sonnenlicht: Photovoltaikanlagen gehören hierzulande mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Ortsbilder. Viele der Anlagen sind schon Jahre alt, doch der Landkreis Erlangen-Höchstadt wirbt dafür, auch heute noch zu investieren. Immerhin möchte Erlangen-Höchstadt seine Klimaschutzziele erreichen.

Schon seit Längerem hat der Landkreis eine Beratungsstelle ins Leben gerufen, die Interessierte unterstützen soll. Vor Ort prüft ein ehrenamtlicher Berater kostenlos die Situation. Seit Ende 2018 wurden so schon 135 Interessierte beraten. "Die Nachfrage ist kontinuierlich da", erklärt Klimaschutzbeauftragte Ulrike Saul. Deshalb sucht der Landkreis aktuell auch freiwillige Helfer, die sich ohne viel Vorkenntnisse von den bisherigen Beratern einarbeiten lassen und anschließend selbst beraten wollen.

Dabei kommt es zunächst auf die Statik und den Allgemeinzustand des Dachs an. In den nächsten 20 bis 25 Jahren sollten keine größeren Reparaturen anstehen. Für eine Photovoltaikanlage empfiehlt sich außerdem eine Ausrichtung des Dachs nach Süd, Südost oder Südwest, um möglichst viel Sonnenlicht abzufangen. Zusätzlich braucht es auch noch einen Wechselrichter, der Gleich- in Wechselspannung umwandelt.

Noch viel Luft nach oben

Große Unterschiede gibt es beim Wirkungsgrad der Anlage, also wie viel Prozent Sonnenenergie tatsächlich in elektrischen Strom umgewandelt wird. Drei Zell-Typen gibt es da: amorphe, polykristalline und monokristalline. Erstere haben lediglich einen Wirkungsgrad von acht Prozent, sind aber auch günstiger.

Laut Energie-Atlas Bayern hat der Landkreis Erlangen-Höchstadt im Jahr 2017 564 248 MWh Strom verbraucht. Nur 14,1 Prozent davon kamen aus Photovoltaikanlagen. Und das, obwohl das Landratsamt selbst berechnet, dass 94 Prozent des Stromverbrauchs im Landkreis durch die Sonne gedeckt werden könnten.

Doch die Förderungen für den ins Netz eingespeisten Strom gingen in den letzten Jahren immer weiter bergab. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erlaubt eine Direktvermarktung und eine Einspeisung in das öffentliche Stromnetz. Die aktuelle Einspeisevergütung liegt bei 9,58 Cent pro Kilowattstunde. Vor einigen Jahren bekamen Betreiber noch ein Vielfaches vom heutigen Preis.

Laut der Klimaschutzbeauftragten Ulrike Saul ist eine PV-Anlage trotzdem ratsam: "Es lohnt sich auf jeden Fall noch!" Demnach müsse man auch die Stromeinsparungen berechnen, denn wenn die Sonne auf die Anlage scheint, kann man den erzeugten Strom direkt nutzen. So reduziert sich die Menge an Strom, die man aus dem Netz hinzukaufen muss, und man spart Kosten. Möglich wäre auch ein Batteriespeicher, der den Strom für später abspeichert - allerdings auch Mehrkosten verursacht.

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