Erschließung

Warum im Baugebiet Etzelskirchen erst jetzt gebaut werden kann

Im Wohngebiet Etzelskirchen kann seit Juli gebaut werden. "Endlich", sagen manche Bauherren. Sie waren davon ausgegangen, schon früher anfangen zu können.
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Im Baugebiet in Etzelskirchen tut sich was. Erste Häuser und Rohbauten stehen schon. Etliche Parzellen sind aber noch unbebaut. Foto: Christian Bauriedel
Im Baugebiet in Etzelskirchen tut sich was. Erste Häuser und Rohbauten stehen schon. Etliche Parzellen sind aber noch unbebaut. Foto: Christian Bauriedel

Lange haben sie mit den Hufen gescharrt. Am 1. Juli konnte es dann endlich los gehen im Baugebiet Etzelskirchen West. Doch bei manchem der Häuslebauer mischt sich unter die Freude, mit dem ersehnten Eigenheim anfangen zu können, auch Missmut. Das berichtet einer der Bauherren.

Er habe Mitte 2016 das Grundstück von der Stadt gekauft. Mitte bis Ende 2017 könne mit dem Bau begonnen werden, dann sei das Baugebiet erschlossen, Straßen und Kanal vorhanden. So sei die Auskunft der Stadt gewesen.

Baubeginn schiebt sich raus

Doch nach längerem Warten habe er und die rund 60 anderen Bauherren erfahren, dass die Erschließung noch immer nicht ausgeschrieben war. "Es hat sich ständig um ein Vierteljahr verschoben", sagt seine Partnerin.

Die beiden haben drei Kinder. Ihre Wohnung platze aus allen Nähten. Ihnen war es dringend, mit dem Bau beginnen zu können. Wenn sie gewusst hätten, dass es sich so lange hinzieht, hätten sie sich vielleicht anders entschieden. Sie hätten ein Alternativgrundstück haben können. Sie seien aber froh, bei der hohen Nachfrage überhaupt einen Bauplatz im Heimatort bekommen zu haben, sagt der Höchstadter.

Die Gründe für die Verzögerung

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) verteidigt den Zeitplan. Auch wenn er die Ungeduld der Bauherren absolut verstehen könne: "Es war gar nicht anders möglich." Denn die Stadt habe damals noch nicht alle Grundstücke erworben gehabt.

Mit einem Teil der 20 Eigentümer der Felder habe man noch verhandeln oder auch nachverhandeln müssen. Vermessungsergebnisse waren abzuwarten, Baufirmen für die Erschließung hatten einen vollen Terminkalender.

Dass die Stadt die aufwendige Vermarktung selbst in die Hand nahm, sei keine Selbstverständlichkeit. "Ein Geschenk für die Bauherren" nennt es Brehm.

Stadt macht gute Preise möglich

Denn nur so seien die vergleichsweise günstigen Quadratmeterpreise von 170 bis 180 Euro möglich gewesen. Auf dem freien Markt wäre es fast 100 Euro teurer gekommen, so Brehm.

Hat die Stadt mit dem Zeithorizont 2017 den Bauherren zu viel versprochen? Nein, sagt Brehm. Dies sei lediglich eine grobe Aussicht gewesen. Es sei Teil des Vertrages, dass die genannten Schritte abgewartet werden müssen. "Wir hätten mit dem Grundstücksverkauf natürlich noch zwei Jahre warten können", sagt Brehm. Aber viele seien froh gewesen, ihre Parzelle schon in dieser Phase erwerben zu können. Das Zinsniveau war gerade niedrig, die private Baufinanzierung leichter, wenn das Grundstück schon vorhanden ist.

Nachdem immer mehr Grundstückseigentümer bei der Stadt angefragt hatten, wann es losgehen könne, habe die Verwaltung aufs Tempo gedrückt. Vielleicht habe es in der Kommunikation das ein oder andere Missverständnis gegeben, sagt der Bürgermeister. Er betont aber: "Wir haben alles Menschenmögliche getan, um es so schnell wie möglich zu machen."



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