Herzogenaurach
Stadtrat

Warten auf Schaeffler: Stadtrat vertagt Entscheidung

Die CSU setzte sich mit ihrer Forderung durch, eine Änderung des Flächennutzungsplans zu vertagen. Erst will man wissen, was Schaeffler bauen will.
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Schaeffler (links) hat inzwischen die ehemalige Adidas-Verwaltung (rechts) gekauft. Für die Planungen auf dem Areal nördlich des Betriebsgeländes will der Stadtrat jetzt konkrete Aussagen.  Fotos: Bernhard Panzer
Schaeffler (links) hat inzwischen die ehemalige Adidas-Verwaltung (rechts) gekauft. Für die Planungen auf dem Areal nördlich des Betriebsgeländes will der Stadtrat jetzt konkrete Aussagen. Fotos: Bernhard Panzer
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Das hatte sich Bürgermeister German Hacker (SPD) anders vorgestellt: Als es darum ging, eine Änderung des Flächennutzungsplans im Abschnitt "Bahntrasse" zu billigen und in die öffentliche Auslegung zu geben, machte ihm der Stadtrat einen Strich durch die Rechnung. Hacker griff zu einem Mittel, das er sonst nur selten bemühen muss - Er unterbrach die Sitzung für eine kleine Unterredung mit den Fraktionsvorsitzenden. Doch es half nichts, ihm blieb nur der Antrag auf Vertagung. "Das gefällt mir nicht, aber es ist das kleinere Übel", stellte der Bürgermeister fest. Dem stimmte mit Ausnahme der beiden SPD-Räte Holger Auernheimer und Bernhard Wilfer das Gremium auch zu.

Ins Rollen gebracht hatte diese Entwicklung die CSU-Fraktion. Bevor der Stadtrat über diese Flächen entscheiden könne, müsse er doch wissen, was das Unternehmen zu bauen beabsichtigt, sagte Konrad Körner. Es sei gute Praxis in "Herzogenaurach", dass ein Vorhaben erst vorgestellt werde. Frank Gäbelein schickte hinterher, dass seit Monaten von der Firma keine einzige Andeutung gekommen sei. Auch hätten sich die Prioritäten möglicherweise geändert, da Schaeffler inzwischen ja die benachbarte ehemalige Adidas-Verwaltung erworben hat. "Wenn wir das nicht wissen, können wir auch nicht zustimmen", sagte der CSU-Stadtrat.

Bei der Planänderung geht es darum, dass die Fläche nördlich des Schaeffler-Firmengeländes dem Unternehmen zugeschlagen wird. Das kann dort, wo jetzt noch der Campingbahnhof ist, dann planen.

Bürgermeister Hacker beteuerte, dass Schaeffler dort ein Gebäude bauen will, und zwar nicht nur eine Garage, wie vorgehalten worden war, sondern "was Ordentliches". Mehr wisse er nicht und könne er auch nicht sagen, auch nicht in nichtöffentlicher Sitzung. Dieser Wissensstand aber sei ausreichend, um zuzustimmen. Denn dem Unternehmen eine gewerbliche Entwicklung zu ermöglichen, "das hält doch keiner für falsch."

Hacker erinnerte an die Wiese gegenüber dem Liebfrauenhaus, auf der jetzt ein Firmenparkplatz ist. Die habe Schaeffler auch ohne Nennung eines konkreten Vorhabens bekommen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Curd Blank hielt es "für unwahrscheinlich, dass da etwas anderes kommt als ein schönes großes Bürogebäude." Warum solle man eine Zustimmung zum Flächennutzungsplan nun zurückstellen? Bürgermeister Hacker versicherte obendrein, dass nach der öffentlichen Auslegung das Thema ja ohnehin wieder in den Stadtrat komme. Dann würde er nur beschließen lassen, wenn man auch die nötigen Informationen habe.

Trotz aller Versuche zeichnete sich ab, dass der Beschlussvorschlag der Verwaltung keine Mehrheit finden würde. Zumal auch die Grünen (Peter Maier) noch keinen Handlungsbedarf sahen. Deshalb ließ Hacker sich eine Sitzungsunterbrechung genehmigen (15:14). Aber auch das half nichts, so dass letztlich nur die Vertagung blieb.

Zuvor war wiederholt von verschiedener Seite festgestellt worden, dass man Schaeffler keine Steine in den Weg legen wolle. "Aber erst wollen wir was hören", wie Stephan Wirth (CSU) sagte. Von der Fachabteilung bei Schaeffler gab es am Freitag auf FT-Anfrage nichts Neues. Man sei nach wie vor im Planungsprozess zu den Nutzungsmöglichkeiten der Flächen.

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