Wachenroth
Eltern-Kind-Gruppe

"Wachenrother Landbabys" hauen auf die Pauke

Mütter und Kinder treffen sich zweimal im Monat im Pfarrheim, um gemeinsam Neues zu entdecken. Zum Beispiel die Musik.
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Familienkinderkrankenschwester Sindy Brantz (links) leitet die Gruppe, Sonja Pleyer (rechts) ist für die musikalische Früherziehung zuständig.Evi Seeger
Familienkinderkrankenschwester Sindy Brantz (links) leitet die Gruppe, Sonja Pleyer (rechts) ist für die musikalische Früherziehung zuständig.Evi Seeger
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Tobias wird einmal Drummer! Daran besteht kein Zweifel. Gerade mal zwanzig Monate alt, greift der Dreikäsehoch, ohne zu zögern, nach den Stöcken und trommelt drauf los. Einige andere "Babys" gucken noch skeptisch und lassen sich das "Instrument" erst einmal vorführen.

Bei den "Wachenrother Landbabys" ist an diesem Vormittag musikalische Früherziehung angesagt. Bis zu zehn Mütter mit Kindern besuchen nach den Worten von Sindy Brantz jeweils die Krabbelgruppe. Die Familienkinderkrankenschwester aus Wachenroth leitet und organisiert die Eltern-Kind-Gruppe, die sich zweimal im Monat im Pfarrheim trifft.


Kostenloses Angebot

Es ist ein für die Eltern kostenfreies Angebot, das aus dem "Baby-Willkommen-Projekt" des Landkreises entstanden sei, wie Brantz erklärt. Durch das Gesundheitsamt für den Landkreis werde die Gruppenarbeit gefördert und gestützt. Die Mütter würden das Angebot gerne annehmen. In der Gruppe können sie in entspannter Atmosphäre Kontakte knüpfen und Erfahrungen austauschen. Viele Fragen können im Mütterkreis besprochen, oder an die Gruppenleiterin und ausgebildete Referentinnen weitergegeben werden.

Auf dem Programm der Landbaby-Gruppe finden sich interessante Themen und Vorträge für junge Eltern: "Wir hatten schon eine Referentin für Sprachförderung hier, eine Aromatherapeutin und eine für Energiemassage", erzählt Brantz. Bei der Energiemassage sei es um Berührung und Nähe gegangen.


Die Smartphone-Mutter

Das könnte auch auf den Termin am 28. Juni mit dem Titel "Smartphone und Co" zutreffen. Was für den Außenstehenden zunächst eher unverständlich ist, klärt die Gruppenleiterin auf. "Was macht das mit dem Kind, wenn wir uns ständig mit dem Gerät beschäftigen?" Der für die Bindung zwischen Mutter und Kind überaus wichtige Blickkontakt bleibe auf der Strecke.

In einer der nächsten Gruppenvormittage soll mit einer Ernährungsberaterin gekocht werden. Einfache, gesunde Speisen vom Brei bis zum Familientisch.


Jedes Kind ist anders

"Ich möchte die Zusammenkünfte nicht mehr missen", sagt Sonja Beßler aus Wachenroth. Das bunt gemischte Angebot ist für die junge Mutter wertvolle Hilfe und Information bei allen Fragen. Und das nicht nur beim ersten Kind, wie die Mütterrunde Bescheid gibt: Kinder seien total unterschiedlich und jedes Kind gebe den Eltern "andere Aufträge".

Ganz besonders in den ersten drei Lebensjahren. "In dieser Lebensphase saugen die Kinder alles auf und verinnerlichen es", sagt die für die musikalische Früherziehung zuständige Sonja Pleyer. Weil die Trainerin und junge Mutter aus Greuth (Stadt Höchstadt) kommt, hat sie ihr Programm "die kleinen Greuther Musikhexen" genannt. "Damit soll der Grundstein für die spätere Musikalität gelegt werden", sagt Pleyer.

Musik sei Nahrung für Körper, Geist und Seele. Die Mamis wären die ersten, die das ihren Kindern mitgeben könnten. Dass sich Musik positiv auf das Sozialverhalten, auf Sprache und Motorik, wie auch auf das spätere Lernen auswirke, sei wissenschaftlich belegt. "Auch wenn es jetzt nach Spielen ausschaut, für das Baby ist es ganz viel Erfahrung", so Pleyer.

Nach einigen Entspannungs- und Sprachübungen - "wegen der Phonetik" - wird gesungen. Schön zu hören, dass auch das gute alte "Hoppe, hoppe Reiter" noch nicht ausgedient hat. Die Kleinen quietschen vor Vergnügen.

Vergleichbare Angebote gibt es auch in anderen Gemeinden des Landkreises. Termine und Orte unter https://familien-abc.net
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